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Montag, 23. März 2020

Armin Heim, Agnes Moschkon, Doris Astrid Muth (Hrsg.): Architektur im Landkreis Sigmaringen

Armin Heim, Agnes Moschkon,
Doris Astrid Muth (Hrsg.): 
Architektur im Landkreis Sigmaringen
Von der Gotik bis zur Gegenwart



Seien wir ehrlich: Was lockt uns auf eine Reise, auf eine Wanderung? Viele werden Sehenswürdigkeiten angeben. Lassen wir mal Natursehenswürdigkeiten beiseite, die vor allem Wanderer ansprechen – was ist dann gemeint? In der Regel wohl Baulichkeiten irgendwelcher Art. Alte vor allem, beim einen oder anderen Architekturfreak sicher auch moderne.

Seien das nun Kirchen, Kapellen oder Klöster, Burgen nebst Ruinen oder Schlösser, Fachwerkhäuser oder bürgerliche Bauten der verschiedenen Epochen, alles lässt sich unter dem Oberbegriff Architektur vereinnahmen.

Dieses Buch widmet sich dem Landkreis Sigmaringen. Er ist den meisten wohl durch das Durchbruchstal der Oberen Donau mit den architektonischen Perlen Beuron und Sigmaringen bekannt. Ein Reiseziel erster Ordnung in Baden-Württemberg. Aber der Landkreis Sigmaringen ist viel größer. Er reicht von Gammertingen im Norden bis Illmensee im Süden, von Beuron im Westen bis nach Bad Saulgau im Osten. Ein riesiges Gebiet, ein kulturell reiches Gebiet. Da hat man was zu berichten.

700 Jahre Baugeschichte
Das bauliche Erbe des Landkreises Sigmaringen reicht über rund sieben Jahrhunderte von der mittelalterlichen Gotik bis zur Moderne. Seit dem Spätmittelalter haben hier alle Bau- und Stilepochen ihre architektonischen Spuren hinterlassen. So lockt das Kreisgebiet nicht nur mit herausragenden, vorwiegend sakralen Baudenkmälern des Barock, hier finden sich auch hochgotische Kirchenbauten wie etwa die Stadtkirche in Bad Saulgau oder das Schloss in Meßkirch, in dem das Bauideal der Renaissance erstmals nördlich der Alpen verwirklicht wurde.

Aber auch der Klassizismus hat mit dem Schloss in Gammertingen seine Spuren im Kreisgebiet hinterlassen, ebenso der Historismus etwa mit dem Fürstlichen Museum in Sigmaringen oder einer Reihe von Rathaus- und Schulneubauten. Das moderne Bauen, Ausdruck des Zeitgeists und der ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüche nach 1945, ist im Kreisgebiet mit zahlreichen Zweckbauten unterschiedlichster Funktion und Ästhetik vertreten.

Gliederung nach Bauepochen
Gegliedert ist das Buch nach zeitlichen Epochen: Gotik und Renaissance, Barock und Klassizismus, Historismus und frühe Moderne, von 1945 bis heute. Dazwischen steht ein 55 Seiten langes Kapitel „Bauen für die Toten“ – ein Thema, dem viele unserer sakralen Bauten und Einrichtungen gewidmet sind.

Der reich bebilderte Band lädt zu einem Streifzug durch die Baugeschichte des Landkreises Sigmaringen ein, bei dem nicht nur die Herrschafts- und Sakralarchitektur adliger und kirchlicher Bauherren, sondern auch Bauten, in denen die Lebenswelt bürgerlicher Gesellschaftsschichten ihren architektonischen Ausdruck findet, vorgestellt werden.

Zu aller Begeisterung ein kleiner Punkt, den man verbessern könnte: Eine Karte des Landkreises, in den die Sehenswürdigkeiten eingetragen sind, wäre für den Leser überaus hilfreich.

Zu den Herausgebern:
Dr. Armin Heim, Jahrgang 1962, Kulturwissenschaftler, ist Leiter des Museums Oberes Donautal und des Künstlerhauses Scharf Eck in Fridingen a.D. Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte und Kulturgeschichte von Meßkirch und dem Oberen Donautal und hat bereits zahlreiche Veröffentlichungen hierzu vorgelegt.
Dr. Edwin Ernst Weber, geb. 1958 in Rottweil, ist Archivdirektor und Leiter des Stabsbereichs Kultur und Archiv des Landratsamtes Sigmaringen. Nach seinem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Volkskunde in Freiburg und Berlin (FU) absolvierte er eine Ausbildung für den höheren Archivdienst.

Armin Heim, Agnes Moschkon, Doris Astrid Muth (Hrsg.): Architektur im Landkreis Sigmaringen. Regionalgeschichte im GMEINER-Verlag. 384 Seiten, 325 farbige Abbildungen, Format 17 x 23,5 cm, Paperback. Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-2469-4. 25 €.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.


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Hier finden Sie …
Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.
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Montag, 22. Juni 2015

Helmut Engisch: Was Großvater schon kannte

Helmut Engisch: 
Was Großvater schon kannte


Wer die Bücher oder Zeitungsartikel von Helmut Engisch kennt, weiß was ihn erwartet: Gut recherchierte und interessant und spannend präsentierte Literatur. In diesem Fall „Württembergica“ im weitesten Sinne.

„Schwäbische Ausflugsziele mit Tradition“ heißt der Untertitel dieses überaus reich illustrierten Führers. Das heißt, man findet in diesem Buch keine Geheimtipps, dafür aber bekannte Ziele in Württemberg wie:


  • Stuttgarter Wilhelma
  • Schloss Solitude
  • Grabkapelle auf dem Rotenberg
  • Schloss Ludwigsburg und Blühendes Barock
  • Kloster Bebenhausen
  • Lichtenstein, Nebelhöhle, Bärenhöhle
  • Schönbergturm
  • Blaubeuren und der Blautopf
  • Burg Hohenzollern
  • Kloster Beuron
  • Tripstrill
  • Friedrichshafen
  • Insel Mainau
  • Mummelsee
  • Kloster Hirsau

Also nun wirklich die Highlights des Landes. Wer aber nun glaubt, hier wird deshalb Altbekanntes, schon zig mal Gelesenes und Veröffentlichtes wiedergekaut, der irrt. Jede dieser Sehenswürdigkeiten wird auf mehreren Seiten ausführlich beleuchtet und beschrieben, so dass sicher auch der Kenner der Materie Neues entdecken kann, was er noch nicht wusste.

Reisen - früher mühevoll
Mühevoll war das Reisen im frühen 19. Jahrhundert, und wer nicht aus geschäftlichen Gründen gezwungen war, sich den Strapazen des Unterwegsseins zu unterziehen, blieb daheim. Bis die bildungsbürgerliche Begeisterung für die Natur und die Kultur der Heimat die Abenteuerlust befeuerte. Auch in Schwaben machten sich die Menschen nun auf, Burgen und Schlösser des Landes zu bestaunen, Höhen der Alb und des Schwarzwaldes zu erkunden und sich von romantischen Landschaften bezaubern zu lassen. So wurde das Wandern zum beliebten Freizeitvergnügen.

Zu den Schätzen Württembergs
Die Schätze des Landes, die unsere Großeltern und Urgroßeltern entdeckten, sind auch heute noch Ziel der Wanderer und Ausflügler. Zahlreiche historische Postkarten und Abbildungen werden im Band aktuellen Fotografien gegenübergestellt und erlauben so eine unterhaltsame wie interessante Zeitreise.

Ein Ausflugsführer also, wie man ihn sich wünscht. Man wünscht ihm deshalb auch einen großen Erfolg, auf dass Autor und Verlag sich entschließen, noch mehr solch interessante Bücher zu publizieren…

Wer allerdings bei den angekündigten Wandertipps des Schwäbischen Albvereins auf ebensolche konkreten Beschreibungen spekuliert, der täuscht sich. Diese beschränken sich nur auf den Hinweis auf Internetveröffentlichungen. Besser als gar nichts ist dies zwar allemal, aber die eine oder andere Kurzbeschreibung, und wäre sie nur in Stichworten geschrieben, würde dem Leser sicher mehr nützen. 

Aber das ist eine Petitesse, der Wanderfreund weiß ja ohnehin, wo er Wanderliteratur findet. Und zum Mitnehmen eignet sich das Buch seiner Größe wegen ohnehin nicht, dafür umso mehr zum Vor- und Nachbereiten eines Ausflugs zu den Sehenswürdigkeiten Württembergs.

Engisch, Helmut: Was Großvater schon kannte. Schwäbische Ausflugsziele mit Tradition.144 Seiten, zahlreiche historische Abbildungen und aktuelle Fotos. Gebunden.  Belser Verlag, Stuttgart, 2015. ISBN: 978-3-7630-2688-3. € 19,95, CHF 24,90, € 20,60 (A).


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Montag, 11. Juni 2012

Katharina und Nikola Hild: Kirchen, Klöster und Kapellen der Schwäbischen Alb


Katharina und Nikola Hild:

Kirchen, Klöster und Kapellen

der Schwäbischen Alb

Geschichte und Geschichten



Reutlingen, Pfullingen, Güterstein, Bad Urach, Zwiefalten, Gruorn, Tübingen, Wurmlinger Kapelle, Bebenhausen, Rottenburg, Weggental. Hechingen, Maria Zell, Haigerloch, Salmendinger Kapelle, Burgfelden, Sigmaringen, Inzigkofen, Beuron, Mariaberg, Heiligkreuztal, Ulm, Blaubeuren, Ehingen, Obermarchtal, Lorch, Schönenberg, Ellwangen, Neresheim, Schwäbisch Gmünd, Göppingen, Ave Maria, Wiesensteig, Adelberg sind die Orte, die in dem Buch mit ihren Kirchen beschrieben werden.

Die Schwäbische Alb ist nicht nur das karge Bauernland mit unendlichen Ackerflächen auf der Hochebene und einzelnen Orten, deren Bewohner früher ein kärgliches Leben in der „Dunk“ verbringen mussten. Sie hat auch kunstgeschichtlich einiges zu bieten, zwar nicht überall, aber wer weiß, wo er hinfahren muss, der kann prächtige sakrale Kunstschätze finden. In diesem Ausflugsführer finden sich bedeutende Klöster wie Lorch und Beuron neben prächtigen Barockanlagen wie Neresheim und Obermarchtal oder Meisterwerken der Gotik wie die Reutlinger Marienkirche und das Ulmer Münster. Zudem präsentieren die Autorinnen viele Objekte, die man nur vom Hörensagen kennt. Denn wer außer den direkten Nachbarn weiß etwas von der Wiesensteiger Stiftskirche St. Cyriakus? Oder wer erinnert sich an das einstmals bedeutende Pfullinger Klarissenkloster?

Insgesamt

Katharina Hild, geboren 1962 in Tübingen, gründete nach Abschluss ihres Studiums zum Dipl.-Ing. Textilwesen (FH) 1988 die Bildagentur Hild. Daneben arbeitete sie als Foto- und Textil-Designerin, Produktentwicklerin und Geschäftsleiterin in der Textilbranche. 1999 wechselte sie in die Automobil-Zuliefererbranche, wo sie heute als Werkleiterin tätig ist. Ihrer großen Leidenschaft, der Fotografie, ist sie immer treu geblieben, wovon zahlreiche Publikationen zeugen. Nikola Hild, Jahrgang 1958, ist gebürtige Tübingerin. Sie studierte ebendort Empirische Kulturwissenschaften und Germanistik. Sie arbeitete als Führerin auf Burg Hohenzollern und auf Schloss Lichtenstein und ist derzeit als Gästeführerin in Tübingen tätig. Beide Schwestern veröffentlichen sie Reportagen und Bildbände und sind regelmäßige Mitarbeiterinnen der Zeitschrift „Schönes Schwaben“.

Katharina & Nikola Hild: Kirchen, Klöster und Kapellen der Schwäbischen Alb. Geschichte und Geschichten. 160 Seiten, 130 Farbfotos, fester Einband. Silberburg-Verlag, Tübingen. ISBN 978-3-8425-1174-3. 19,90 €.