Donnerstag, 8. November 2018

Michael Poliza/Christian Krug: ISLAND

Michael Poliza/Christian Krug:
ISLAND




Island, das Land der Geysire und der Menschen, die seltsame Dinge essen, der Vulkane, der Trolle und der Elfen, ist seit einiger Zeit d e r Trend für Individualreisenden. Warum? Das muss wohl seinen Grund haben.

Es ist der Trend der Zeit, der Trend in der Massengesellschaft. Die einen gehen zum Ballermann, die anderen träumen von unberührter Natur und einem intensiven Erleben der Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft. Das findet man zwar oft auf der Welt, auch und gerade aber auf Island, der kleinen Insel, die den Vorteil hat, dass man sie in ein/zwei Urlauben zwar nicht vollständig, doch aber ganz gut kennenlernen kann.

Und so machen sich viele auf zu einer Rundreise, so viele, dass es in Zahlen ausgedrückt bei 330.000 Einwohnern im Jahr 2016 4,6 Millionen Touristen waren. Das ist Fluch und Segen zugleich für das kleine Land, denn es ist nicht auf die vielen Menschen eingestellt, die Islands Sehenswürdigkeiten bewundern wollen. Gleichzeitig ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig. Und seit der EM 2016, als der Fußball-Außenseiter sich bis ins Viertelfinale spielte und die Herzen der Fans im Sturm eroberte, hat sich die Faszination auf Land und Leute ausgedehnt.

Wie gehen die Isländer mit diesem Zwiespalt um? Christian Krug und Michael Poliza haben sie gefragt und stellen Ihnen das Land und seine besondere Geschichte anhand seiner Menschen vor.

Autor bzw. Fotograf sind Christian Krug, Chefredakteur des STERN, als Autor und Michael Poliza als vom STERN bekannter Fotograf. Seit mehreren Jahren lässt Island den Fotografen Michael Poliza nicht mehr los. Wann immer er Zeit findet, kommt er auf die Insel und dokumentiert deren wilde Schönheit. Auch Christian Krug kam über mehrere Jahre immer wieder dorthin. Gemeinsam hat das Autorenteam auf Island aber nicht nur die atemberaubendsten Landschaften gesucht, sondern in vielen Interviews und Begegnungen zudem tief in die Seele des Landes geblickt. 

Sie legen großartige Bilderstrecken vor, lassen aber auch die Menschen zu Wort kommen: Sie besuchen einen Wal-Fänger, einen Netzmacher, einen Züchter von Islandponys und den Pfarrer der Kapelle in Thingvellir. Pferdezüchter, Pfarrer, Taucher, Unternehmer und der einzige Gerichtsmediziner der Insel kommen ebenfalls zu Wort. Ethnogeologen erläutern, was das Leben auf dem aktiven Vulkan aus den Isländern macht. Ein Mitarbeiter von Iceland Air erklärt das Buddy-Programm und eine junge Umweltaktivistin spricht über die Bedrohung des Naturparadieses durch den Tourismus und über mögliche Alternativen. 

Lesestoff also genug, und hat man das alles bewältigt, kann man auch mitreden über die Insel mit den Trollen, Elfen und Vulkanen.

Das Werk, das schon von der haptischen Anmutung her etwas Besonderes ist legt los mit persönlichen Worten von und über Autor und Fotograf. Dann folgt, so meint man zumindest Bild auf Bild. Doppelseiten, an denen man sich nicht sattsehen kann, gestochen scharf, Farben, dass einem die Tränen kommen könnten. Poliza ist einer der großen Fotografen, wer es nicht schon vorher wusste ist spätestens nach diesem Buch davon überzeugt. Klar, bei dramatischen Landschaften ist leicht gute Bilder machen. Denkt man. Ist aber nicht so. Man muss es auch verstehen. Sonst knipst man halt.

Die Bilder lassen aber die Texte des STERN-Chefredakteurs – und anderer Autoren, die zu Wort kommen - nicht verschwinden. Auch wenn diese nur alle paar Bildseiten eingestreut sind. Aber es wäre ein Kardinalsfehler, sie zu überblättern. Erst mit ihnen erschließt sich dem Leser die Insel.

Und nicht unter den Teppich kehren sollte man auch die Leistung des Buchgestalters. Auch er hat beste Arbeit abgeliefert.

Insofern ist das Buch ein Gesamtkunstwerk, wie man es nicht allzu oft findet und das man sicher immer wieder und wieder in die Hand nehmen wird. Ob man jetzt Islandreisender ist oder nicht.
                                                            
Michael Poliza/Christian Krug: ISLAND. 304 Seiten, 163 Farbfotos. Format: 30 x 24,3 cm. Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 1. Auflage 2018. ISBN: 978-3-667-11414-3. Preis: € 39,90.
Erhältlich im Buchhandel, hier oder unter der Hotline (0521) 559 955

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Ulli Felber: Waldbaden - Das kleine Übungshandbuch für den Wald.

Ulli Felber: Waldbaden 
Das kleine Übungshandbuch
für den Wald



Waldbaden kann man immer und überall. Noch besser geht es, wenn man „Das kleine Übungshandbuch für den Wald“ von Ulli Felber dabei hat. Die Burn-out-Prophylaxe-Trainerin und Waldpädagogin hat darin viele verschiedene Übungen zusammengestellt, die den Aufenthalt im Wald bereichern.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema geht es auch schon los mit den praktischen Tipps und Anleitungen. Die beschriebenen Übungen sind dabei in drei Kategorien aufgeteilt.

Unter der Kategorie  „Körper“ finden sich Atemübungen und Anleitungen zur Meditation. Beispiele dafür sind die Atemtechnik „Windatem“ sowie eine Anleitung zum „Perspektivenwechsel“, bei dem sich der oder die Waldbadende beispielsweise gedanklich in ein Tier oder eine Pflanze hineinversetzt.

Das Kapitel „Geist“ beschäftigt sich mit Achtsamkeit und Sinneswahrnehmungen. Hier finden sich unter anderem Anleitungen zum Gehen im „Schneckentempo“ und zum Wahrnehmen mit allen fünf Sinnen.

Die Kategorie „Seele“ stellt verschiedene Natur- und Kraftrituale vor. Hier wird der Leser beispielsweise dazu angeregt, ein Waldmandala zu legen oder einen Wunschbaum auszuwählen.

Felbers „Waldbaden – Das kleine Übungshandbuch für den Wald“ ist ein gelungenes Werk das klein und leicht genug ist, um es in die Hosentasche zu stecken und zu jedem Waldbesuch mitzunehmen. Die Übungen sind gut beschrieben und können an jedem Ort ganz einfach umgesetzt werden. Wer sich für Waldbaden interessiert, sich gerne zu neuen Übungen inspirieren lassen möchte und kein großes Buch mit sich herumtragen will, wird Gefallen an dem kleinen Übungshandbuch finden.

Über die Autorin:
Ulli Felber, gebürtige Grazerin, studierte Kommunikationswissenschaften in Salzburg. Seit mehr als 12 Jahren ist sie als Werbetexterin tätig und absolvierte Ausbildungen zur Burn-out-Prophylaxe-Trainerin und Waldpädagogin. Heute bietet sie Einzeltrainings und Workshops zum Thema »Waldbaden« an und hat dafür viele Übungen selbst entwickelt.
Homepage: http://www.waldwelt.at

Ulli Felber: Waldbaden - Das kleine Übungshandbuch für den Wald. 96 Seiten, Flexobroschur. Schirner Verlag. ISBN-13: 978-3-8434-5169-7. 6,95 €.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

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Samstag, 3. November 2018

Peter Iwaniewicz: Menschen, Tiere und andere Dramen

Peter Iwaniewicz:
Menschen, Tiere und andere Dramen



Es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich sagen, sie mögen Tiere nicht. Die anderen, die sich eher als Tierfreunde bezeichnen, haben aber oft vielleicht nur Katzen (man erinnere sich nur an die Katzenvideos in youtube!), Hunde oder Meerschweinchen für die Kinder im Kopf.

Es gibt aber noch viel mehr Tiere, weiß man. Darunter solche die dem Menschen ärgerlich oder schädlich sind wie Stechmücken oder solche, die bei einer Begegnung mit dem Menschen eher den Tod bringen. Löwen, Giftschlangen und was weiß ich noch alles.

Der Mensch hat deshalb eine gespaltene Beziehung zu Flora und Fauna. Manche Tier- oder Pflanzenarten überschütten wir mit Zuneigung, ja, sie scheinen uns fast menschlich, andere können wir nicht schnell genug loswerden. Von der Faszination zum Ekel ist es oft nur ein kleiner Schritt. Peter Iwaniewicz, Biologe mit scharfer Beobachtungsgabe, sieht die Welt ein bisschen anders.

Biografie eines Biologen
Quasi im Schweinsgalopp rekapituliert Iwaniewicz mit viel Sprachwitz seine Entwicklung vom spinnenhassenden Jungmensch zum routinierten Tierflüsterer, der Schlangen mit der Hand fängt, Fische beatmet und den berüchtigten Mistkäfer-Handdurchbohrtest bestanden hat. Als Sa-Tieriker durchstreift er aber auch das Dickicht der Boulevardnachrichten und weiß, welches Tier sogar Donald Trump präsidialen Glanz verleihen könnte.

Im Gefühls-Tohuwabohu der Tier-Mensch-Beziehungen gehen seine Texte den Ursachen unserer Angst, Bewunderung, Glorifizierung und Aggression auf den Grund. Und ganz nebenbei erfahren wir, warum der Wombat würfelförmigen Kot produziert, welche Spinne komische Punkte auf der Haut hinterlässt und wo man eine Glühwürmchenkarte findet.

Themen auch unter der Gürtellinie
Peter Iwaniewicz nimmt seine Leser mit in die Welt der Fauna, mit launigen Worten und stilistisch ausgereift. Es ist das pure Vergnügen, in diesem Buch zu lesen, auch wenn nicht jedes Kapitel für Großmutters Kaffeekränzchen geeignet scheint. Da geht es um ein Hundebordell, um Sperma, ums Furzen, um Exkremente, ums Kühe-Umwerfen und weitere Themen, über die man zwar die Nase rümpft, die man aber trotzdem mit großer Neugierde liest.

Kurzum, das ist wieder mal ein geschliffen geschriebenes Buch, das sich zu lesen lohnt. Man wird sicher auf der einen oder anderen Seite zum Schmunzeln gezwungen um nicht zu sagen, man lacht sicher auch mal lauthals heraus. Kein Buch für öffentliche Verkehrsmittel also – wer will sich schon der Gefahr aussetzen, dass der Nachbar fragt, was man denn da tolles lese …

Fazit: Mehr als empfehlenswert!

Peter Iwaniewicz: Menschen, Tiere und andere Dramen. 192 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen, Format: 13,5 x 21,5 cm, Bindung: Hardcover mit Schutzumschlag. Kremayr & Scheriau, 2018. ISBN: 978-3-218-01135-8. 22 €.
E-Book, Format: epub, ISBN: 978-3-218-01148-8. 16,99 €.

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Ulrike Hillemanns: Schwarzwald Süd und Mitte. Die schönsten Langlaufgebiete

Ulrike Hillemanns:
Schwarzwald Süd und Mitte
Die schönsten Langlaufgebiete
Klassische Loipen – Skatingpisten
– Nordic Criusing



Schneesicherheit und abwechslungsreiche Loipen machen den Schwarzwald zu einem beliebten Ziel für Wintersportler. Der Rother Langlaufführer »Schwarzwald Süd und Mitte« stellt die schönsten Langlaufgebiete vor – von klassischen Loipen über Skatingpisten bis zu Nordic-Cruising-Strecken.

Dieser jetzt in der zweiten Auflage erschienene Rother Langlaufführer präsentiert 21 Langlaufzentren mit 130 Einzelloipen. Beliebte Regionen sind ebenso dabei wie etwas abseits gelegene Ecken. Vorgestellt werden Loipen im Südschwarzwald, im Hotzenwald, dem Hochschwarzwald und dem Mittleren Schwarzwald.

Das Terrain wartet hier mit allen Schwierigkeitsstufen auf: von kurzen Trainingsloipen und gemütlichen Ebenen über sportliche Hügel bis zu anspruchsvollen Touren. Jeder kann hier nach seinem Können und Gefallen in den Genuss der herrlichen Schneelandschaft kommen. Und oftmals bietet sich unterwegs ein prächtiger Blick auf die Alpenkette, vom Montblanc bis zu den westlichen Allgäuer Bergen.

Prächtige Fotos regen an, auf Tour zu gehen, zeigen die Landschaft von ihrer schönsten Seite und erfreuen auch hinterher, wenn man zur Erinnerung das Buch noch einmal durchblättert.

Alle Basics gut beschrieben
Die einzelnen Loipen werden mit einer exakten Beschreibung vorgestellt; daneben werden viele weitere Informationen zu Länge, Höhenmetern, Anforderungen und natürlich auch Einkehrmöglichkeiten geboten. Der Streckenverlauf ist in Karten eingezeichnet. Die 24 schönsten Loipen sind als Toptouren hervorgehoben. Besonders praktisch ist die Umschlagklappe, die eine Übersicht über die Eckdaten aller Loipen, wie Schwierigkeitsgrad, Länge, Höhenmeter, Schneesicherheit und Befahrungshäufigkeit, bietet.

Ulrike Hillemanns: Schwarzwald Süd und Mitte. Die schönsten Langlaufgebiete. Klassische Loipen – Skatingpisten – Nordic Criusing. Rother Langlaufführer. 144 Seiten mit 104 Farbabbildungen, Routenkärtchen, eine Übersichtskarte, Format 12,5 x 20 cm, kartoniert. Bergverlag Rother, München, 2. Auflage 2018. ISBN 978-3-7633-5803-8. 14,90 Euro [D] • 15,40 Euro [A] • 19,90 SFr.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

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