Aljoscha Blau:
Schöne Bücher, schön gemachte Bücher und Bücher mit schönem Inhalt findet man nicht allzu häufig. Stöbert man im Verzeichnis des Verlages Kunstanstifter, dann schon – der Name ist Programm.
Zu seinen schönen, wunderschönen Büchern gehört auch das Werk mit den Zeichnungen des russischstämmigen Aljoscha Blau, der, da fotografieren dort nicht erlaubt ist, einfach die Nackedeis in diesem FKK-Paradies gezeichnet hat.
Von diesem größten und meistbesuchten Naturisten-Zentrum Europas gab es bisher so gut wie keine Bilder. Logisch: Fotografieren ist streng verboten. Und wer mag – und kann schon – zeichnen? Blau schon, wie man sieht. Er porträtiert Menschen und Dinge dort. Zum Teil ans Ganzes, zum Teil als Pars pro Toto nur ausschnittsweise und lässt sich auf diesen seltsam schönen Ort ohne Vorbehalte ein.
Selbst vorurteilsfrei nackt zeichnend, entdeckt er ungewöhnliche Parallelwelten, in die ihn die Porträtierten ohne Bedenken mitnehmen, offen, dennoch kein Urteil zulassend. Seine Skizzen zeigen glückliche, gelöste Menschen und lassen den Betrachter dieses Skizzenbuches das berühmte Quartier Naturiste zum ersten Mal miterleben und besser verstehen. Die Bilder bilden alles ab, was es dort für einen aufmerksamen und begabten Menschen zu sehen gibt: die Menschen als Ganzes, die Menschen als Gruppe, Köpfe, die Menschen oder Körperteile von ihnen ausschnittweise, wobei bei der einen oder anderen Zeichnung die Altersbegrenzung „ab 18“ sicher angebracht ist. Aber auch Häuser, Hunde, seltsame Pflanzen und Kleinigkeiten, Petitessen, die nur der Kenner und Künstler als abbildenswert entdeckt.
Aber Kunst ist halt Kunst, und Braun ist ja nicht der einzige oder erste, der auch wagemutige Ausschnitte malt und zeigt, die sicher nicht überall auf Zustimmung und Freude stoßen. Wie es bei guter Kunst auch sein sollte.
Braun zeichnet mit dem schwarzen Stift, krakelig, und im Krakeligen doch perfekt. Dazu koloriert er die Zeichnungen zart, sodass das Bild nicht durch die Farbe dominiert wird, sondern durch die Zeichnung, und die Farbe die Schöpfung des Stiftes nur perfekt ergänzt.
Uns so liegt da ein Buch vor einem, das sich immer wieder zu entdecken lohnt. Jedesmal wird man was Neues entdecken, das man bisher noch nicht bemerkt hat, und jedesmal wird am sich an der Leichtigkeit freuen, mit der Braun seine Sujets erfasst.
Die besondere Qualität der Zeichnungen, ja der ganzen Gestaltung des Buches fand auch Widerhall in einer Auszeichnung, denn 2017 wurde „Ein Tag in Cap d´Agde“ verdienterweise mit dem German Design Award (Gold in der Kategorie Posters, Cards and Photography) ausgezeichnet! Einer von vielen Preisen, die auf den Zeichner herabrieselten, siehe unten in der Biographie.
Zum Künstler:
Aljoscha Blau, 1972 in St. Petersburg geboren, studierte Illustration und freie Grafik in Hamburg, sowie Zeichnen und Malerei in St. Petersburg. Er stellte in Paris, New York, Hamburg und Bologna aus und hat über 50 Bücher illustriert. Er bekam wichtige internationale Auszeichnungen, u. a. den BolognaRagazzi Award, den Troisdorfer Bilderbuchpreis, den Österreichischen und zweimal den Deutschen Jugendliteraturpreis.
Die künstlerische Arbeit verbindet er mit Lehraufträgen für Zeichnen und Illustration an den Kunsthochschulen in Deutschland und Dänemark. Seit 2009 wurde Aljoscha Blau wiederholt für den weltweit wichtigsten Illustrationspreis, den Astrid Lindgren Memorial Award (ALMA) nominiert.
Aljoscha Blau: Ein Tag in Cap d’Agde. 136 Seiten, Format: 15,3 x 21,6 cm, Hardcover mit Halbleinen, Gummiband, Lesebändchen, Farbschnitt und Prägung, ab 18 Jahren, Verlag Kunstanstifter, 2016. ISBN: 978-3-942795-38-8 und 978-3-942795-36-4 (Sonderedition).
Preis 26,50 € (D)/ 27,30 € (A) und 60 € (D) (Sonderedition)
Das Buch ist auch als Sonderedition, mit einer limitierten und vom Künstler signierten Siebdruckarbeit, erhältlich. Einen von 50 Siebdrucken kann man mit Buch für 60 € beim Verlag direkt erwerben.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.
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