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Sonntag, 28. November 2021

Reinhold Messner. Zwischen Durchkommen und Umkommen

 Reinhold Messner

Zwischen Durchkommen und Umkommen

Die Faszination des Bergsteigens

 


Dass Reinhold Messner nicht nur als Ausnahmebergsteiger aktiv ist, sondern seit vielen Jahren auch als Buchautor dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Nun legt er sein neues Buch vor, einen gewaltigen Band.

Dies nicht nur vom Umfang und Gewicht her sondern auch vom Inhalt her. Messner hat sich nichts Geringeres vorgenommen als die Geschichte des Alpinismus.

Mutig und selbstbestimmt stellen sich traditionelle Bergsteiger dem Unbekannten. Sie gehen dorthin, wo die anderen nicht sind, und gehen hohe Risiken ein. Seit im Jahr 1786 erstmals Menschen auf dem Gipfel des Montblanc standen, werden die Grenzen des „Unmöglichen“ immer weiter verschoben.

»Der traditionelle Alpinismus ist die Kunst, dort zu überleben, wo der Mensch nicht hingehört.« Reinhold Messner

Reinhold Messner setzt diesen Pioniertaten ein Denkmal. Er schildert den traditionellen Alpinismus anhand herausragender Protagonisten und lässt sie in Originaldokumenten selbst zu Wort kommen. Zahlreiche alle berühmten Namen samt ihrer „Heldentaten“, die in der Entwicklung des Alpinismus eine große Rolle spielten, hat er in Wort und Bild beschrieben. Der eine oder andere, den man kennt und den man gerne in dieser Reihe gesehen hätte, fehlt zwar – aber ein Buch darf ja auch nicht ausufern. Es muss noch „tragbar“ und bezahlbar sein. C’est la vie, Pech für die, die nicht genannt wurden, es aber auch verdient hätten. Wobei nicht so ganz klar ist, nach welchen Kriterien die Porträts ausgesucht wurden. Vielleicht nach persönlichen Vorlieben, warum auch nicht. Das schmälert den Wert des Werkes jedoch nur unwesentlich. Manches geht halt nicht.

In prägnanten Essays zeigt Messner auf, welche mentalen und körperlichen Voraussetzungen eine Haltung wie die der beschriebenen Bergsteiger erfordert: Eigenschaften wie Neugier und Leidenschaft, Eigenverantwortung in der Gefahr und die bewusste Konzentration auf das Wesentliche, was den Verzicht auf ausgefeilte technische Hilfsmittel mit einschließt.

Messners neues Buch ist ein Plädoyer für den menschlichen Entdeckergeist, für eine unmittelbare Begegnung von Mensch und Natur, für einen Alpinismus „ohne Netz und doppelten Boden“ – ein Erbe, das es weiterzugeben gilt.

Zum Autor:

Reinhold Messner, geboren 1944, ist der berühmteste Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit. Er bestieg als erster Mensch alle vierzehn Achttausender, darunter erstmals den Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff und allein. Zu Fuß durchquerte er die Antarktis, Grönland und die Wüste Gobi. Er hält Vorträge in vielen Ländern der Welt, dreht Dokumentarfilme, veröffentlicht Artikel in großen internationalen Zeitschriften und hat zahlreiche Bücher verfasst, die in viele Sprachen übersetzt wurden. 2019 erschien bei Ludwig sein Buch »Nanga Parbat – Mein Schlüsselberg«. Er kämpft für einen ökologisch nachhaltigen Umgang mit der Bergnatur, bewirtschaftet selbst Bergbauernhöfe und hat das Messner Mountain Museum aufgebaut, ein Begegnungsraum mit sechs Standorten in seiner Heimat Südtirol. Für ihn ist der Alpinismus mehr Kultur als Sport.

Reinhold Messner. Zwischen Durchkommen und Umkommen. Die Faszination des Bergsteigens. Bildband, 304 Seiten, Format 21,0 x 27,0 cm, Hardcover mit Schutzumschlag. Ludwig Verlag, 2021. ISBN: 978-3-453-28146-2. 32,00 [D] inkl. MwSt. ,€ 32,90 [A] | CHF 43,90 * (* empf. VK-Preis)

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

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Montag, 26. April 2021

Reinhold Messner: Zurück in die Berge

 Reinhold Messner:

Zurück in die Berge

 


Gibt es noch Neues in unseren Bergen zu entdecken? Reinhold Messner, der große Bergsteiger aus Südtirol, legt zwar sein 1970 entstandenes Buch wieder neu auf, hat es aber aktualisiert.

Die Alpen sind vollständig erschlossen, kein Gipfel ist mehr unberührt. Ergibt Alpinsport unter diesen Voraussetzungen noch Sinn? Bereits vor fünfzig Jahren stellte sich Reinhold Messner erstmals diese Frage – und die Antwort darauf hat sich im Wesentlichen nicht verändert. Bergtouren, die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen und die damit einhergehende Entschleunigung machen den Blick auf das Wesentliche frei. Das Ausbrechen aus einem immer hektischer werdenden Alltag in die atemberaubend schöne Natur der Berge und ihrer Gipfel wird immer sinnvoll sein – ob Erstbesteigung oder nicht, ist dabei gänzlich nebensächlich.

»Die Zukunft ist weit weg, die Vergangenheit vorbei, das Dasein ein Fest.«

So beschreibt Reinhold Messner das Gefühl nach einem erfolgreichen Aufstieg. Dabei kommt es nicht darauf an, die höchsten Berge der Welt als Erster oder Schnellster zu erklimmen, sondern auf das In-Sich-Hineinhorchen, das Eins werden mit der Natur.

Messners Haltung den Bergen gegenüber steckte bereits 1970 in diesem Erstlingswerk, welches nun in edler Neuaufmachung im BERGWELTEN Verlag wieder herausgegeben wird. „Zurück in die Berge“ ist ein Buch über das Bergsteigen, geschrieben vom berühmtesten Alpinisten unserer Zeit: berührende Gedichte, Beobachtungen und Aufzeichnungen, die den Gipfelstürmer in jedem ansprechen.

Fazit:

Messner zu lesen bringt immer Gewinn. Man staunt immer wieder, was dieser Mann einem zu sagen hat, und wie aktuell seine vor einem halben Jahrhundert veröffentlichten Einsichten, seine Erlebnisse, Gedichte und Interaktionen mit anderen heute immer noch sind. Zudem ist auch rein haptisch ein schönes Gefühl, das vom Innenleben her große, von der äußeren Erscheinung her aber kleine Buch in den Händen zu halten. Nach alter Art in Leinen gebunden, geprägt, mit stimmungsvollen Bildern geschmückt und mit einem Lesebändchen ausgestattet.

Man liest es hoffentlich nicht in einem Zug, soll es sicher auch nicht. Häppchenweise ist besser, mit geistigen Verdauungspausen dazwischen. Dann kann man Messners Sätze wirken und sich setzen lassen.

Zum Autor:

Reinhold Messner, geboren 1944, gilt als bekanntester Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit. Als Kletterer, Grenzgänger und »Philosoph in Aktion« hat er immer wieder neue Maßstäbe gesetzt: Er bestieg als erster Mensch alle vierzehn Achttausender und durchquerte zusammen mit Arved Fuchs die Antarktis zu Fuß. Heute kämpft er für einen ökologisch nachhaltigen Umgang mit der Natur, bewirtschaftet Bergbauernhöfe und gestaltet an sechs Standorten das Messner Mountain Museum. Zudem widmet er sich nun dem Bergfilm als Autor, Regisseur und Produzent. Zuletzt erschien Messners Kinderbuch „Layla im Reich des Schneekönigs“ sowie sein Appell „Rettet die Berge“.

Reinhold Messner: Zurück in die Berge. 144 Seiten, Fotografien aus der Welt der Berge von Andre Schönherr, Leinen-Einband, gebunden mit Lesebändchen. Bergwelten Verlag, aktualisierte Neuauflage der Erstauflage von 1970. ISBN: 978-3-7112-0024-2. 20 EUR; 28,90 CHF

Dieter Buck

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Freitag, 13. März 2020

Andreas Lesti: Das ist doch der Gipfel. Geschichten von den Bergen der Welt

Andreas Lesti:
 Das ist doch der Gipfel
Geschichten von den Bergen der Welt
 




16 Persönlichkeiten, 14 Gipfel, 12 Länder, 3 Jahrhunderte Die Geschichte des Alpinismus ist schon auf viele Weisen erzählt worden, aber so noch nie. Literatur und Bergsteigen hatten schon immer ein Verhältnis, nicht erst seit Bestsellerautor Reinhold Messner.

Und abseits von zeitgenössischen Schreibern, der Südtiroler ist da nur einer, wenn vermutlich auch der Berühmteste, unter vielen, kann man in der Vergangenheit viel entdecken. Der erste bekannte Schriftsteller war sicherlich Francesco Petrarca mit seiner Besteigung des Mont Ventoux. 

 

Dieses Buch, das sich der Verbindung der Bergwelt mit der Literatur widmet, beginnt jedoch etwas später, im 18. Jahrhundert. In 15 Geschichten begibt sich der Journalist Andreas Lesti auf Spurensuche in die Berge der Welt, rekonstruiert ungewöhnliche und vergessene Pionierleistungen, steigt selbst auf, trifft Experten und stellt die Bergsteigerei stets in den kulturellen Kontext der Zeit.

Er zieht eine Linie von den alpinistischen Anfängen im 18. Jahrhundert bis zu den Extremkletterern der Gegenwart: Warum ist Goethe beinahe ein Lawinenopfer geworden? Wie hat eine junge Engländerin den Pauschaltourismus in die Alpen gebracht? Und warum sind die Berge auch heute noch so unberechenbar und gefährlich?

 

Leidenschaft Berg: Die Geschichte des Alpinismus in 15 spannenden Bergsteiger-Geschichten
Die hohen Berge galten lange Zeit als Ort des Schreckens: Schnee und Eis, bodenlose Abgründe, zerstörerische Steinschläge und todbringende Lawinen waren aber noch das kleinere Übel. Hier trieben auch Riesen, Drachen und Tatzelwürmer ihr Unwesen. Es bedurfte einiger mutiger Bergsteiger, die es wagten hinaufzusteigen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.

Andreas Lesti erzählt die Geschichten dieser mutigen Männer und Frauen und rekonstruiert ungewöhnliche und vergessene Pionierleistungen des Alpinsports. Er berichtet, wie die Alpen vom Schreckensort zum Sehnsuchtsort wurde, von der Wandlung des Bildes der Alpen seit dem 18. Jahrhundert. Er erzählt von Triumphe und Tragödien, am Großglockner, am Mount Everest und am Matterhorn, wo die seinerzeitigen Bergsteiger an ihre Grenzen gelangten. Zudem stellt der das Bergsteigen in den Kontext der Zeit: von Belsazar Hacquet über Aleister Crowley bis zu dem jüngst verunglückten David Lama.

Kein Berg ist zu hoch: Portraits von prominenten und vergessenen Gipfelstürmern
Warum ist Goethe beinahe ein Lawinenopfer geworden? Wie hat eine junge Engländerin den Pauschaltourismus in die Alpen gebracht? Und warum sind die Berge auch heute noch so unberechenbar und gefährlich? Anhand von 15 Portraits und Geschichten zeichnet Andreas Lesti die Eroberung der Bergwelt durch den Menschen nach. Er erzählt von berühmten Bergsteigern wie Johann Wolfgang von Goethe und Alexander von Humboldt, aber auch von in Vergessenheit geratenen wie den Brüdern Schlagintweit und Fritz Wiessner. Einige, wie Wanda Rutkiewicz und David Lama, stiegen steile Wände hinauf, andere, wie Theodor von Lerch und Peter Wörgötter, fuhren auf Skiern hinunter.

So liegt in »Das ist doch der Gipfel« ein Bild von den Alpen der Gegenwart vor, das es ohne die Helden der Vergangenheit nicht geben würde. By the way: Es ist eigentlich unerheblich für ein Buch, aber man bemerkt es doch mit Vergnügen – es ist ein fein gemachtes Buch. Mit einem haptisch den Leser verwöhnenden Leineneinband, mit Lesebändchen. Leider aber vermitteln die Berge nicht nur Freude, und so schließt das Buch mit einer Art Nachruf auf den 2019 in einer Lawine zusammen mit seinen Freunden HansJörg Auer und Jess Rosskelley verunglückten David Lama.

Zum Autor:
Andreas Lesti, 44, ist Journalist (u. a. Frankfurter Allgemeine Zeitung), Germanist und Alpinist aus Bayern und lebt seit einigen Jahren im bergfernen Berlin. Durch regelmäßige Reisen in die Gebirge der Welt kann er darüber hinwegsehen, dass es die Hügel der deutschen Hauptstadt auf gerade mal 115 Höhenmeter bringen. Für seine Reportagen wurde er mit verschiedenen Journalistenpreisen ausgezeichnet.

Andreas Lesti: Das ist doch der Gipfel: Geschichten von den Bergen der Welt. 144 Seiten, Format 12.0 x 20.0 cm. BERGWELTEN, 2020.
Gebundenes Buch, Leinen mit Lesebändchen. ISBN-13 9783711200174. Österreich: 18.00 EUR, Deutschland: 18.00 EUR, Schweiz: 25.90 CHF empfohlener VK-Preis.
E-Book. ISBN-13 9783711250131. Österreich: 13.99 EUR, Deutschland: 13.99 EUR, Schweiz: 21.00 CHF empfohlener VK-Preis.

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Samstag, 19. Oktober 2019

Michael Ruhland / Christoph Jorda: BERGMENSCHEN

Michael Ruhland, Christoph Jorda: BERGMENSCHEN
 30 Ikonen der Bergwelt über Wagnis, Liebe und Demut





Über andere Menschen zu lesen gefällt allen. Wenn es Berühmtheiten sind, sowieso. Und als bergaffiner Mensch sind einem Namen wie Reinhold Messner, Gerlinde Kaltenbrunner, der jüngst verstorbene David Lama, Hansjörg Auer, Beat Kammerlander, ja auch die von anderen Genres berühmten Willy Michl oder Heiner Geißler ein Begriff. Namen über Namen.

Die Spanne reicht also vom Wissenschaftler Werner Bätzing über einen Alpinschriftsteller wie Eugen Hüsler oder den Musiker und Lebenskünstler Willy Michl oder die Schwestern vom Trio Ganes bis hin zu Extremalpinisten wie Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits oder den Huber-Buam. Alles passionierte Bergmenschen, die sich in den und um die Bergen bewegen auf eine Art, bei denen der „Normalmensch“ nur in Ehrfurcht erstarren kann.

In diesem Buch sind sie alle vereinigt. Die Autoren bieten spannend inszenierte Porträts, berührende Privatfotos, dazu packende Bergbilder. Diese interessante Mischung von Extrembergsteigern und prominenten Bergbegeisterten bietet einfühlsame Interviews über große Gefühle von Ehrfurcht, Liebe und Abschied.

Das Buch folgt nicht dem Alphabet, auch keiner Chronologie, sondern ist gegliedert in die Kapitel Aufbruch, Wagnis, Demut, Liebe, Enttäuschung und Ankommen. So kann man immer sich das Thema aussuchen, das einen gerade am meisten anspricht. Zudem ist es keine trockene Lektüre, schon alleine vom Thema her nicht, sondern mit vielen authentischen Fotos reich illustriert. Man nimmt so Anteil am Leben und Erleben der Bergmenschen. Um mit dem Vorwortautor Stephan Siegrist zu reden: Er freute sich beim Hören des Titels, dass es sich um Bergmenschen und nicht um Berghelden handelt. Diese Zeiten sind Gottseidank vorbei. Auch wenn man ab und zu das Wort vom „einen Berg erobern“ oder „bezwingen“ lesen kann.

Michael Ruhland, Christoph Jorda: BERGmenschen. 30 Ikonen der Bergwelt über Wagnis, Liebe und Demut. 224 Seiten, ca. 220 Abbildungen, Format 22,5 x 27,1 cm, Hardcover, mit Lesebändchen. Frederking & Thaler, 2019. ISBN-13: 978-3-95416-310-6. € 34,99 [D], € 36,00 [A], sFr 47,90.

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Montag, 26. August 2019

Reinhold Messner: Rettet die Berge

Reinhold Messner: Rettet die Berge


Für den großen Reinhold Messner, wohl einer der bekanntesten Menschen, Alpinisten sowieso, der Zeitgeschichte, ist dies ein relativ kleines Buch. Aber eines, das es in sich hat. In dem vielleicht der wahre, der tiefe Reinhold Messner zu Wort kommt.

Um es nicht zu vergessen: Es erscheint passend zu seinem 75. Geburtstag. Deshalb gleich hier vorne: Herzlichen Glückwunsch!

Messner hat mit dem Buch ein nachdenkliches Kapitel seiner selbst angestoßen. Kurze Kapitel, kurze Essays, zu den verschiedensten Themen der Berge und des Alpinismus, ja zu den Problemen der Menschen und Menschheit selbst fast. Sie eignen sich vorzüglich, immer wieder mal kurz reinzuschauen und das eine oder andere Kapitel zu lesen. Denn – seien wir mal ehrlich: Die wenigsten Menschen haben noch die Zeit oder den Nerv, längere Werke zu lesen, in denen es durchgehend ernst und philosophisch zugeht. Da ist das Konzept dieses Büchleins ideal, die Leser und Bergfreunde an die verschiedenen Aspekte heranzuführen, sie nicht zu überfordern, sondern ihnen ernste und wichtige Kapitel quasi häppchenweise anzubieten.

Zu dem vorzüglichen Konzept der einzelnen kurzen Kapitel passt auch der Schreibstil. So wie Messner auch spricht, hört man mal ein Interview von ihm, so ist das Buch auch geschrieben. Interessant, spannend, und vor allem allgemein verständlich. Da steigt keiner vor lauter Nichtverstehen aus. Davor kommt noch der Kapitelschluss – und am nächsten Tag liest man dann das nächste Kapitel.

Naturschutz statt Massentourismus …
Als die Romantiker die Schönheit der Berge entdeckten, konnte niemand ahnen, dass dies der Beginn des alpinen Massentourismus sein würde. Ob Alpen, Himalaya oder Hohe Tatra: Heute sind ganze Bergregionen ein einziger Spielplatz mit inszenierten Freizeitparks, Klettersteigen, Skigebieten und kahlen Hängen. Mountainbiker, Bergsteiger und Skifahrer erwarten ein perfektes Vergnügen, Alpinisten eine allgegenwärtige Bergrettung.

Die Erhabenheit der Natur wird zusehends banalisiert. Unser Verhalten bedroht eine einzigartige Wildnis und eine ökologisch wertvolle Kulturlandschaft.

- ein kämpferischer Appell von Reinhold Messner
Reinhold Messner, der wie kein anderer die Berge der Welt kennt, analysiert in seinem Buch die Bedrohungslage und gibt konkrete Handlungsempfehlungen:

- Pointiert, meinungsstark und unbequem: ein Plädoyer für einen neuen Naturschutz
- Nachhaltige Entwicklung statt Massentourismus: Was jeder von uns zum Erhalt der Bergwelt tun kann
- Bonus-Kapitel: Berge besteigen, obwohl es absurd ist – Reinhold Messner im Interview

Man sieht, der harte Kämpfer, der auch die schlimmsten Strapazen übersteht und durchhält, der sich durchbeißt, der Messner, den man kennt, den gibt es immer noch.

Wie Mensch und Natur gemeinsam eine Landschaft gestalten
Wir Menschen brauchen die Berge. Aber brauchen die Berge uns? Reinhold Messner, Bergsteiger, Abenteurer und Philosoph in Aktion, sagt: Ja! Das, was wir als Gebirge erleben, besteht für ihn aus zwei miteinander verzahnten Elementen: Einer Kulturlandschaft aus Almen, Wäldern und Bergdörfern und einer Naturlandschaft, die sich weit über die Waldgrenze hinaus in die Hochgebirgsregionen erstreckt.

Reinhold Messner kämpft für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur, bewirtschaftet Bergbauernhöfe und gestaltet an sechs Standorten das Messner Mountain Museum. In seinem Buch »Rettet die Berge« zeigt er, wie das Zusammenspiel von Stadt und Land, Berg und Tal, Mensch und Natur funktioniert und was wir tun müssen, um die grandiose Landschaft und den einzigartigen Lebensraum der Gebirge für nachfolgende Generationen zu erhalten. Wir haben kein Ersatzgebirge – rettet die Berge!

Fazit:
Ein schönes Buch, ein wichtiges Buch. Ein Buch, das bei allen Bergfreunden im Regal stehen sollte, egal wie man nun zum Menschen und Bergsteiger Messner stehen mag. Und das auch bei allen anderen Menschen sich gut machen würde. Bei Naturschützern und umweltbewussten Mitbürgern sowieso, aber auch bei allen anderen.

Zum Autor:
Reinhold Messner, geboren 1944, ist der berühmteste Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit. Als Kletterer, Grenzgänger und ›Philosoph in Aktion‹ hat er immer wieder neue Maßstäbe gesetzt: Er bestieg als erster Mensch alle vierzehn Achttausender und durchquerte zusammen mit Arved Fuchs die Antarktis zu Fuß. Heute kämpft er für einen ökologisch nachhaltigen Umgang mit der Natur, bewirtschaftet Bergbauernhöfe und gestaltet an sechs Standorten das Messner Mountain Museum. Zudem widmet er sich nun dem Bergfilm als Autor, Regisseur und Produzent.

Reinhold Messner: Rettet die Berge. 128 Seiten, Format 10.5 x 19.2 cm, gebunden. Benevento. ISBN-13 9783710900716. Österreich: 10.00 EUR, Deutschland: 10.00 EUR, Schweiz: 14.50 CHF, empfohlener VK-Preis.
E-Book: ISBN-13 9783710950810. Österreich: 5.99 EUR, Deutschland: 5.99 EUR, Schweiz: 9.00 CHF, empfohlener VK-Preis.

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