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Mittwoch, 13. Februar 2019

Manfred Baumann: VIENNA

Manfred Baumann: VIENNA
Mit einem Vorwort von
Monica Weinzettl & Gerold Rudle

„Ich möchte mit meinem Bildband Vienna sichtbar machen,
was andere vielleicht nicht gesehen hätten.“
Manfred Baumann

Wer sagt es denn, schwarzweiß ist nicht tot, nicht totzukriegen. Und wenn man einen solchen Band wie das Wienbuch Vienna von Manfred Baumann in den Händen hält, ist man froh darum und hofft, das wird noch lange so weitergehen. Und wenn ein solcher Meister der Linse am Werk ist, dann ist schon das Blättern im Buch der reinste Genuss.

Der international bekannte Fotograf Manfred Baumann hat hier eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt vorgelegt. Abseits von Touristen- und Postkartenkitsch zeigt der das wahre Wien, das Wien der Wiener. In allen Facetten. Glorios und nachdenklich.

Wien – die Weltstadt,
das Herz Europas, Zentrum der Kunst seit jeher: Manfred Baumann, offizieller Leica-Fotograf und Künstler, hat mit seiner Kamera also ihre schönsten Plätze eingefangen, aber auch Seltsamkeiten in der Donaumetropole aufgespürt. Sein Blick fällt auf Bekanntes wie auf Überraschendes, doch stets fasziniert die Originalität der Perspektive, die akribische Freude am Detail, die Begabung, Atmosphäre fühlbar zu machen.

Da sieht man eingangs eine ganze Reihe von Aufnahmen aus dem Wiener Prater. Danach geht es weiter mit Architekturbildern. Dabei spart Baumann nichts aus: das einfach Wien, alte Bauten, mit Graffiti verschmierte Wände und Häuser, aber auch die Paläste und Parks der k.u.k.-Periode. Diese Mischung aus Subkultur und High Society setzt sich auch in den Personenaufnahmen durch. Einfache, „normale“ Menschen, manchmal vielleicht auch eher der Obdachlosenszene zuzurechnen, mischen sich mit Modelaufnahmen. Das ganze pralle Leben halt, das sich in einer Großstadt so abspielt, in der sich alles mischt. Wiener Melange eben, Streetfotografie von der besten Sorte eben.

Der g’standene Wiener wird staunen angesichts dieser Bilder, der reisende Flaneur wird erfahren, was ihm vorerst entgangen ist und umgehend die nächste Wienreise buchen. Und der Freund der Fotokunst wird sich nicht sattsehen können an diesen beeindruckenden Aufnahmen.

Nach seinen legendären „Mustangs“, seinen Porträts von Prominenten und Stars aus der Filmbranche, seinen Aktaufnahmen und den tiefsinnigen Porträts von Behinderten und Strafgefangenen wandte sich Manfred Baumann – seine Internationalität sieht man schon an seinen Wohnsitzen Wien und Los Angeles – nun einem der ergiebigsten und faszinierendsten Themen zu, das denkbar ist: seiner Heimatstadt Wien …

Einen genaueren Einblick in das Werk und die Fotoausstellung zum Buch bietet dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=ytWikPQBmAk

Zum Autor:
Manfred Baumann, wurde 1968 in Wien geboren. Seit seiner frühesten Kindheit steht er mit Fotografie in Verbindung, heute werden seine Werke international in renommierten Galerien und Museen ausgestellt. Neben seinen künstlerischen Akt-Inszenierungen  und auch außergewöhnlicher Street-Fotografie sind es auch seine aussagekräftigen Porträts, die für sein Talent und seine Vision sprechen. Endlos scheint die Liste der Persönlichkeiten, die vor seiner Linse posiert haben, u. a.: Angelina Jolie, Leah Remini, Bruce Willis, Kirk Douglas, William Shatner, Ralf Moeller, Paul Anka, Tony Curtis, Jack Black, Juliette Lewis, Hermann Nitsch, Rachel Hunter. Mit seinen Projekten „END OF LINE“, bei dem er Todeskandidaten auf ihrem letzten Weg begleitete, „ALIVE“, einer Fotoserie über Obdachlose, „SPECIAL“, wo er Porträts von geistig beeinträchtigten Menschen zeigte, aber auch durch seinen bemerkenswerten Einsatz bei „MUSTANGS“, zeigt sich die Vielschichtigkeit seiner Talente, gleichermaßen seine Menschlichkeit und sein unermüdlicher Einsatz die Welt zu verändern.

In dem Reisebildband, der in Zusammenarbeit mit National Geographic erschienen ist, wurde sein einzigartiger Umgang mit der Kamera noch mehr greifbar und vor allem sichtbar.
Manfred Baumann arbeitet von Wien und Los Angeles aus.

English Version

„With my new book Vienna I would like to make visible
what others might not have seen.”
Manfred Baumann

Vienna – a cosmopolitan city, the heart of Europe, and an artistic nexus since time immemorial. With his camera, Manfred Baumann – artist and official photographer for Leica – has uncovered the city’s most beautiful locales, along with a number of Vienna’s lesser known anomalies and eccentricities. Baumann has an eye for both the familiar and the unexpected, yet never ceases to be intrigued by the originality ensuing from perspective, the joy in meticulous detail, and the capacity to make atmosphere palpable.

These photos will fill even the most dyed-in-the-wool Viennese with wonder, the roving traveler will see things that he didn’t even know he had missed – and immediately be inspired to book his next trip to Vienna. And photography enthusiasts everywhere won’t be able to get enough of Baumann’s impressive shots.

On the heels of his legendary Mustangs photo series, his portraits of celebrities and stars from the film industry, his nude photographs, his moving portraits of disabled persons, and his profound images of convicts, internationally renowned photographer Manfred Baumann – based in Vienna and Los Angeles – has now turned his attention to one of the most prolific and captivating themes imaginable: his home city of Vienna.

Manfred Baumann: VIENNA. Mit einem Vorwort von Monica Weinzettl & Gerold Rudle. 184 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag/Großformat. Edition Rösner, 2018. ISBN: 978-3-903059-75-7. 29,90 € (A), 29,10 € (D). 
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

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… Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.
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Montag, 1. August 2016

Linde Prelog / Peter Reichert: Wiener Mischung

Linde Prelog / Peter Reichert: 
Wiener Mischung




Von manch Motive inspiriert
ein Wortgebild daraus gebiert
und aus ein Foto rausen spricht
ein theatralisch Weaner Gschicht

„Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider …“. Und bunt ist alles heutzutage. Vielleicht auch zu bunt. Selbst seriöse Tageszeitungen, die ja lange Bastionen der schwarz-weiß-Fotografie waren, schmuggeln mittlerweile das eine oder andere Farbbild unter ihre Seiten. Da tut es wohl, mal wieder etwas in der Hand zu haben, das auf die Farbtöne zwischen schwarz und weiß reduziert wird.


 
Ein Buch nämlich, in dem sich nicht die Farben schreiend hervortun, sondern es auf Zwischentöne, Formen, thematische Aussagen ankommt. Ein Buch mit sensiblen Fotos. Mit Fotos aus der Alltagswelt. Die man aber dann doch mit ganz anderen Augen betrachtet. Grafisch schön gestaltet, auch der Goldene Schnitt kommt zur Wirkung. Man sieht, der Fotograf versteht sein Handwerk.


 
Streetfotografie, nicht für Lifestylemagazine
Wie in diesem Buch über Wien. Streetfotografie wird so etwas heute genannt. Im urbanen Leben. Man sieht nicht nur touristische Thematik wie Fiakerpferde, Kutschen, Kirchen Schlösser, sondern auch Menschen, die nicht unbedingt Lifestylemagazinen entsprungen sind: Bettler, Obdachlose, Hundeliebhaber, ein Liebespaar und vieles mehr.




Vielleicht ein neues Wien-Bild: Wie kommen die Bilder zustande?
Ein Schweizer Wahlwiener durchstreift die lebenswerteste Metropole der Welt mit einer Leica. Kein Tourist mehr und noch kein Eingesessener. Vorbei an den Sehenswürdigkeiten ist der Blick neugierig auf das Typische, das Alltägliche, das Vielschichtige gerichtet. Es sind Momentaufnahmen, narrative Impressionen, optische Fundstücke. Alles eben in Schwarzweiß. Und oft ist es das Skurrile oder scheinbar Banale, worin Berührendes und Poetisches zutage tritt.




Texte kongenial passend
Aus einer verwandten Sicht der Dinge entstanden die dichterisch fabulierten Textbeigaben von Linde Prelog. Ob als Monolog, als Dialog, als Wortspiel oder in „Schüttelsprache“ gereimt, begleiten sie die Bilder sowohl auflockernd als auch vertiefend.

Es darf mit Recht bezweifelt werden, dass viele Touristen dieses buch über das vielleicht „wirkliche“ Wien als Andenken mit nach Hause nehmen. Aber egal. Wer Wien kennt, wer Wien liebt, wer in Wien lebt oder gelebt hat, der wird den ssensiblen Blick auf das „andere Wien“ zu schätzen wissen.

Zu Autorin und Fotograf:
Linde Prelog, gebürtige Steirerin, lebt seit 1980 als Schauspielerin, Sängerin und Autorin in Wien. Zahlreiche Engagements für Theater, Kabarett und Musical. TV- und Kinofilme u.a. Alpensaga, Lebenslinien, Lourdes, Revanche . Soloprogramme mit eigenen Texten und Liedern. Theaterstück Bruchstücke. Paarweise UA 1996 in Wien. Textsammlung gelinde gesagt 2006.
Peter Reichert, geboren 1947, aufgewachsen in Zürich. Ausbildung an der Kunstgewerbeschule. Tätigkeit in verschiedenen Werbeagenturen, danach Musikstudium. Während 30 Jahren Lehrer für Orgelspiel an der Musikhochschule Winterthur/Zürich. Danach wieder selbstständiger Grafiker und Fotograf. Seit 2013 als freier Fotograf in Wien tätig.



Linde Prelog / Peter Reichert: Wiener Mischung: 160 Seiten, durchgehend s/w bebildert. Hardcover, Format: 29,7 x 24 cm. Verlag Anton Pustet, Salzburg. ISBN 978-3-7025-0838-8. Preis € 34,00.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.


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Mittwoch, 30. Oktober 2013

Buchbesprechung: Uli Sorg - Auf steilen Wegen. Ein Ausnahmebuch!



Uli Sorg: Auf steilen Wegen


In der Beschränkung zeigt sich der Meister. Und in der Beschränkung auf schwarz und weiß der Meister in der Fotografie. So oder ähnlich mag man denken, wenn man das nunmehr dritte Buch des Tettnangers Uli Sorg in die Hand nimmt.

Uli Sorg befasst sich in seiner dritten Buchveröffentlichung in einer Reihe von Essays mit Themen zum Alpinismus, zur Natur und zur Fotografie. Poetisch mag man das Buch beim ersten Anschauen und Durchblättern nennen. Wenn man sich dann beim zweiten Mal mit den Texten beschäftigt erkennt man, was alles dahinter steckt.

Außer den Texten Sorgs findet man auch solche bekannter Schriftsteller, Hermann Hesse oder Johann Wolfgang von Goethe seien da nur als Beispiele genannt. Kongenial in Zusammenhang mit den Fotos Sorgs gesetzt. Poesie in Vollendung. Hier merkt man, wie das Buch mit Liebe gemacht wurde, dass hier Herzblut dahinter steckt.

Anschaulich beleuchtet er die wechselseitigen Beziehungen zwischen Bergen, Menschen und der Alpenflora. Ein Kapitel widmet sich einer 632 jährigen Lärche im Avers-Hochtal. Mit zahlreichen Bildern, Grafiken und einer 1 m breiten Ausklappseite wird die wechselvolle Lebensgeschichte des Baumriesen nachgezeichnet. So ein Einschub in einem Buch ist nicht nur selten, er ist auch eine gute Idee, denn er erweckt Aufmerksamkeit. Eine andere Ausklappseite zeigt das Panorama vom Piz Tuba. Daran sieht man auch, wie aufwendig dieses Buch produziert wurde. Ohne die Liebe zur Sache, die Liebe zum Buch wäre sowas gar nicht möglich.

Mit faszinierenden Schwarz-Weiß-Fotografien schärft er den Blick auf das Besondere und manchmal Verborgene. Das Spiel mit der Unschärfe, die Wahl der Perspektive und das Isolieren des Sujets vom Hintergrund führen zu kraftvollen, stimmungsvollen Bildern. So beginnt das Buch auch, mit einem Essay zur Strenge der Schwarz-weiß-Fotografie im Gegensatz zum Farbrausch der üblichen Farborgien, zu denen er Lao-tse zitiert: „Farbenpracht blendet das Auge“.

Mal stehen bleiben und innehalten, sich mit dem Motiv beschäftigen. Licht und Schattenzonen ausloten. Manche Seite im Buch wirkt wie ein Ruhepol, ein Ort der Stille in unserer lauten und übersättigten Welt.

Auch die Entscheidung, auf Farbkontraste zu verzichten und das Buch im künstlerischen Duplex-Druckverfahren zu erstellen, zeigt die individuelle Sicht des Verfassers auf seine Umwelt. Interessant ist das interessante Querformat, wertvoll und hochwertig die haptische Anmutung durch das feine Papier und eine überaus praktische und leserfreundliche Sache die Ausstattung mit einem Lesebändchen – so wünscht man sich ein Buch, mit dem man sich für eine Weile hinter den Kamin zurückziehen kann und seine Ruhe möchte…

Zum Autor:
Uli Sorg, 1956 in Tettnang geboren, fotografiert seit den Jugendjahren mit verschiedensten Fotoapparaten, ab 1999 auch mit den ersten digitalen Geräten. Er arbeitete 18 Jahre als Lithograf und Druckvorlagenhersteller in der Druckvorstufe. 1995 Industriemeister Druck. Seit 1999 selbständiger Screen-Designer und Technischer Lehrer. Dem leidenschaftlichen Allroundbergsteiger gelangen in den Ost- und Westalpen viele klassische Routen im Fels, auf Firn und Eis.

Wegen der oft einsamen und wenig begangenen Touren und Gipfel ist ihm das Tessin besonders ans Herz gewachsen. Seit vielen Jahren gilt sein Interesse den unscheinbaren Kleinoden der Alpen, der Stein- und Mineralienwelt. Er lebt mit seiner Familie in Tannau bei Tettnang.

Dieter Buck

Uli Sorg. Auf steilen Wegen. Essays zu Alpinismus, Natur und Fotografie. Hrsg. Uli Sorg. Format: 210x130 mm, Umfang: 228 Seiten, gebunden, Hardcover, Fadenheftung, Leseband Einbandprägung, Schutzumschlag 8- u. 12-seitige aufklappb. Panoramakarten 100 x 13 cm. Drucktechnik: Duplexdruck Schwarz / PANTONE 415c Klimaneutral gedruckt, IT-213 762173, LONGO Bozen. Mehr als 170 Duplex-Fotos. 30 Expl. der Erstauflage mit handsigniertem Fine Art Print. uweb Verlag, Tettnang, 1. Aufl. 2013. ISBN 978-3-9811505-2-0. 24,90 €.

Erhältlich im Buchhandel oder unter: www.hochempor.de



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