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Samstag, 9. März 2019

Anja Krämer/Inge Bäuerle: Stuttgart und das Bauhaus

Anja Krämer/Inge Bäuerle:
Stuttgart und das Bauhaus



2019 ist das Jubiläumsjahr - 100 Jahre Bauhaus. Als Stuttgarter kann man zwar auf vieles stolz in seiner Stadt sein, besonders stolz aber sicher auf das, was sich hier vom Bauhaus her ausgebreitet hat, die Weißenhofsiedlung nämlich.

Der Belser Verlag hat nun ein Buch zur Stuttgarter Kunst und Kultur der legendären 1920er-Jahre herausgebracht – Stuttgart und das Bauhaus.

Das Bauhaus wird 100 Jahre alt
1919 in Weimar gegründet, steht die Kunstschule für Modernität schlechthin. Anja Krämer und Inge Bäuerle zeigen, wie intensiv die Verknüpfungen mit Stuttgart waren und wo und wie der revolutionäre Bauhaus-Geist in der Stadt aktiv wurde. Hier entstand mit der Weißenhofsiedlung eine Ikone des neuen Bauens und der Stuttgarter Bauhaus-Meister Oskar Schlemmer und sein Malerfreund Willi Baumeister haben der Bewegung entscheidende Impulse gegeben. Die Autorinnen bieten einen umfassenden Überblick zum Thema, ergänzt durch spannende Hintergrundgeschichten und Fotos.

Auf 136 reich bebilderten Seiten arbeiten die Autorinnen Themen ab wie „Aufstand an der Stuttgarter Kunstakademie, Marokko auf dem Killesberg, Die werktätige Frau, neue Fotografie und Theater und noch vieles mehr. Zahlreiche zeitgenössische Fotos lassen einen in die Welt der 1920er-Jahre zurückversinken. Mit aller Aufbruchsstimmung, aber auch mit der Bösartigkeit, zum Beispiel zur Weissenhofsiedlung, die nur noch Schlimmeres vorausnahm.

Nicht vergessen, und das soll auch hier angemerkt sein, darf auch die Nachkriegsgeschichte des Bauhauses nicht, die allerdings in Ulm stattfand. Mit der hfg, der legendären Hochschule für Gestaltung; Max Bill selig wird nicht vergessen.

Das Buch ist eine Bereicherung für jeden Bücherschrank von Kunst- und Zeitgeschichtsinteressierten, die sich auch nur im Entferntesten mit der Epoche und ihrer Kunst, ihrem Lebensgefühl befassen. In jeden Bücherschrank von Stuttgartern, die sich für die Vergangenheit ihrer Stadt befassen, sowieso.

Anja Krämer/Inge Bäuerle: Stuttgart und das Bauhaus. 136 Seiten, reich mit zeitgenössischen Fotos und Grafiken bebildert. Belser Verlag. ISBN: 978-3-7630-2822-1. € 25,00.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

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Montag, 17. Dezember 2018

BAUHAUS UND MODERNE KUNST IM SÜDEN

Baden-Württemberg feiert
100 Jahre Bauhaus
 

Foto: Gregor Lengler

Wenn sich 2019 die Gründung der legendären Kunstschule Bauhaus zum 100. Mal jährt, erinnern auch in Baden-Württemberg Museen, Ausstellungen und Baudenkmale an die Epoche der Moderne und ihre Protagonisten.

Viele Bauhaus-Künstler haben in Deutschlands Süden gewirkt und dort Spuren hinterlassen. „Wir nehmen daher das Bauhaus-Jubiläum zum Anlass, die Zeugnisse der Moderne 2019 in den Mittelpunkt der touristischen Vermarktung Baden-Württembergs zu stellen“, sagte Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW). „Das Jubiläum verspricht weltweit hohe Aufmerksamkeit für die Themen Bauhaus und moderne Kunst und bietet die Chance, Baden-Württembergs Profil als Kulturreiseziel weiter zu schärfen“, so Braun.

Orte der Moderne
Auf einer Spurensuche zu Bauhaus und moderner Kunst im Süden kann man sich dem Thema auf unterschiedlichen Wegen nähern. Einer davon ist eine Tour zu den wichtigsten Stationen der Moderne in Baden-Württemberg. Dazu gehört etwa die Stuttgarter Weissenhofsiedlung, eines der bekanntesten Wohnexperimente der Klassischen Moderne. Mit Häusern von Ludwig Mies van der Rohe oder Hans Scharoun steht sie beispielhaft für das Neue Bauen. Zwei Wohnhäuser des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier gehören inzwischen gar zum Weltkulturerbe der UNESCO. In einem der beiden können heutige Besucher nachvollziehen, wie man sich 1927 die Zukunft des Wohnens vorstellte. Nicht weniger bedeutend ist die Siedlung Dammerstock, die 1929 nach Entwürfen des Bauhaus-Gründers Walter Gropius in Karlsruhe errichtet wurde. Beide stehen am Beginn einer einzigartigen Zeitreise durch die Baukunst der Moderne in Baden-Württemberg. Nicht fehlen sollte bei dieser Spurensuche auch das „Haus auf der Alb“ bei Bad Urach: Vor grüner Kulisse erstrahlen dort seit 1930 die weißen Fronten des ehemaligen Erholungsheims, das heute von der Landeszentrale für politische Bildung genutzt wird. In Ulm lohnen die von Max Bill entworfenen Bauten der Hochschule für Gestaltung (HfG) einen Besuch. Die 1953 gegründete Hochschule machte es sich nach dem Zweiten Weltkrieg zur Aufgabe, die Bauhaus-Ideen fortzuführen. Viele der aus ihr hervorgegangenen Design-Klassiker lassen sich heute im HfG-Archiv bewundern. Neben diesen Stationen gibt es viele weitere Orte der Moderne, die direkt oder indirekt auf die Gestaltungsprinzipien des Bauhauses zurückgehen. Wer sich mit diesem Erbe beschäftigt, wird überall in Baden-Württemberg auf Bauten dieser faszinierende Epoche stoßen.

Museen von Weltrang
Neben den baulichen Zeugnissen der Moderne lohnt auch ein Gang durch die Museen, in denen Kunstwerke von der kulturellen Blütezeit und vom Lebensgefühl dieser Zeit berichten. In der Stuttgarter Staatsgalerie lassen die Figurinen von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett erahnen, wie radikal sie auf seine Zeitgenossen gewirkt haben müssen. Gleich nebenan im Kunstmuseum zeigt Otto Dix‘ berühmtes Großstadttriptychon Licht und Schatten der „Roaring Twenties“, vom glamourösen Nachtleben bis zu den Kriegskrüppeln auf der Straße. Viele Museen, die Kunst der Moderne zeigen, wurden selber zu ikonischen Bauwerken. Dazu gehören etwa Frank Gehrys Vitra-Museum in Weil am Rhein, Richard Meiers Museum Frieder Burda in Baden-Baden oder die 2017 neu eröffnete Erweiterung der Mannheimer Kunsthalle. Und so manches Museum greift das Bauhaus-Jubiläum auf und erzählt in Sonderausstellungen von Geschichte und Gegenwart dieser einzigartigen Kunstschule.

Schlemmen im Denkmal
Nach so viel Kunstgenuss ist es Zeit für eine Pause. In manchem Kulturdenkmal der Moderne lässt sich heute stilvoll schlemmen oder bei einer Tasse Kaffee über die ästhetischen Errungenschaften jener Epoche nachdenken. Purismus und Reduktion wirken auf den ersten Blick zwar kaum vereinbar mit ausschweifenden Genusserlebnissen. Doch wo moderne Architektur auf raffinierte Kulinarik trifft, entsteht oft Raum für besonders geschmackvolle Momente für Gaumen und Geist. Wer die Moderne mit allen Sinnen erleben möchte, findet zum Beispiel in der Karlsruher Siedlung Dammerstock ein Restaurant, das bereits 1929 errichtet wurde und heute nach den Prinzipien von Slow-Food geführt wird. Am Bodensee speisen Besucher des Zeppelin Museums in einem Restaurant, das Anfang der 1930er Jahre im damaligen Bahnhofsgebäude in Friedrichshafen entstand. Und auch in den Wartepavillons, die der Bauhaus-Schüler Hermann Blomeier 1951 für die Fährhäfen in Meersburg und Konstanz errichtete, lässt sich heute in schwerelos wirkender Nachkriegsmoderne schlemmen und genießen – in bester Premiumlage direkt am See.

INFO
Weiterführende Informationen zu den Themen Bauhaus und moderne Kunst sowie zu den aktuellen Bauhaus-Ausstellungen in Baden-Württemberg gibt es unter: www.tourismus-bw.de/kultur.
Auch im neuen Urlaubsmagazin „Süden“ gibt es Geschichten über Bauhaus-Künstler, Avantgarde und Architektur in Baden-Württemberg. Es kann kostenlos bestellt werden unter prospektservice@tourismus-bw.de.

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