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Samstag, 3. Oktober 2026

 Deutscher Alpenverein

Österreichischer Alpenverein

Alpenverein Südtirol (Hrsg.):

 Alpenvereinsjahrbuch

 BERG 2027

 


Dieses Jahr ist für das altehrwürdige, immer aber höchst aktuelle Alpenvereinsjahrbuch der drei Alpenvereine aus Deutschland, Österreich und Südtirol kein Jubiläumsjahr, aber es blickt jetzt seit dem ersten Erscheinungsjahr 1865 auf stolze 151 Ausgaben zurück.

Vorab: Wie immer gibt es ein Hauptthema, die BergWelten, und das sind in der Ausgabe 2027 die Sarntaler Alpen. Im BergFokus steht dieses Mal die Leidenschaft des Sammelns. Aber nicht von Briefmarken, Alpenbildern oder getrockneten Alpenblumen, sondern von Bergen und Touren – von 8000ern und Tourenklassikern bis zu digitalen Bergtouren. 

Zu Beginn aber gibt es ein Vorgespräch zwischen dem scheidenden Redakteur Axel Klemmer und seinem Nachfolger Sven Ott.

Quer durch die Bergwelt …

Weitere Themen reichen von außergewöhnlichen BergMenschen wie Loulou Boulaz über Gletscherarchäologie und Ecopoint-Klettern bis zu den heiligen Bergen Chinas.

… aber der Fokus liegt auf den Sarntaler Alpen in Südtirol

Mitten in Südtirol gelegen gehört es nicht zu den bekanntesten und beliebtesten Gebiet hier, sodass es nicht viele der sehr vielen Südtirolreisenden kennen, denn es hat sich dem großen Tourismus über die letzten Jahrzehnte entzogen, auch eine Berühmtheit wie Louis Trenker oder Reinhard Messner hat es nicht vorzuweisen.

Es wird in der Rubrik BergWelten vorgestellt. Die Leser wandern mit den Autoren aussichtsreich auf der „Hufeisenrunde“, klettern in seinen kaum bekannten roten Porphyrwänden, begegnen den Masken des jahrhundertealten Klöckelns oder fragen sich mit dem Historiker Hans Heiss, ob die Zurückhaltung der Region nicht gar ihr eigentliches Kapital ist.

Der Mensch ist ein Sammler…

Das Sammeln hingegen steht im BergFokus, wo sich Höhenbergsteiger Ralf Dujmovits selbstironisch mit seiner Verstrickung im 8000er-Geschäft auseinandersetzt. Allroundalpinistin Babsi Vigl versucht sich am Sammeln von Eiswänden, die es nicht mehr gibt und Nadine Regel wirft einen Blick darauf, was mit einer Bergtour geschieht, sobald sie als Datensatz bei Strava und Co. existiert.

… und andere BergMenschen

Loulou „la Rouge“ Boulaz, die fast den Nazis die Erstdurchsteigung der Eiger-Nordwand streitig machen hätte können, der Tiroler Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer, der seit fast 20 Jahren dem Umweltschutz seine Stimme gibt, die Extremalpinistin Dörte Pietron und der 2024 tödlich verunglückte Alpinist Martin Feistl versammeln sich diesmal bei den BergMenschen.

Im Kapitel BergSteigen geht es zum Beispiel um die Ecopoint-Bewegung, die Via Alpina oder die kuriosen Anfänge des Schnellkletterns. Kletterlegende Bernd Arnold sinniert über die Romantik im Klettersport und Andi Dick präsentiert die die große Chronik des internationalen Alpinismus 2025.

Gletscherarchäologie als Wissenschaft mit Verfallsdatum, kleine Kinder in großen Höhen oder Naturschutz im Alpenverein sind Themen im BergWissen, während die BergKultur in die heiligen Berge Chinas pilgert, das Gletschersterben in einem familiengeschichtlichen Foto-Essay thematisiert oder in einer Glosse die Schriftstellerin Raphaela Edelbauer eine kapitalisierte Bergwelt zu Ende denken lässt.

Wie jedes Jahr erwarten die Leserinnen und Leser also packende Reportagen, Portraits, Essays und faszinierende Fotografien u. a. von Bernd Arnolf, Ralf Dujmovits, Raphaela Edelbauer, Hans Heiss oder Babsi Vigl.

Und, man braucht es ja nicht extra zu betonen: Wie immer ist das Alpenvereinsjahrbuch eine lohnende Lektüre, und wie immer muss ich auch dieses Jahr dazu sagen: Soviel Inhalt für so einen geringen Preis wird man wohl so schnell nicht mehr finden. Das ist zwar kein Kriterium für ein Buch, aber erwähnt werden soll es doch.

Deutscher Alpenverein/Österreichischer Alpenverein/Alpenverein Südtirol (Hrsg.): Alpenvereinsjahrbuch. BERG 2027. BergWelten: Sarntaler Alpen. Redaktion: Sven Ott, Axel Klemmer. 256 Seiten, 273 farbige und 45 schwarzweiß Abbildungen, Format 21 × 26 cm, gebunden. Tyrolia Verlag, Innsbruck-Wien 2026. ISBN 978-3-7022-4373-9. 28 €

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

Besuchen Sie mich auch unter http://www.dieterbuck.de, auf facebook und auf Instagram

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Samstag, 4. Oktober 2025

Alpenvereins-Jahrbuch BERG 2026

 Jubiläum: 150. Ausgabe

Alpenvereins-Jahrbuch BERG 2026

 


Man glaubt es kaum: 150 mal ist das ewig junge Alpenvereinsjahrbuch mit der Ausgabe für 2026 erschienen. Eine Legende!

Es ist seither ein Begriff, eine Landmarke in der alpinen Bücherwelt. Jedes Jahr mit Themen, die die Freunde der Alpen bewegen. Seien sie nun Bergsteiger, Hochtourengehen, Skifahrer, Kletterer, „nur“ einfache Wanderer oder an Kultur und Natur der Bergwelt Interessiert. Und das immer im Verhältnis zum Angebotenen zu einem sensationellen Preis.

Immer aktuell, seit 1865

Seit dem ersten Band im Jahr 1865 begleitet also dieses traditionsreiche Werk die Entwicklung des Alpinismus, dokumentiert wissenschaftliche Erkenntnisse und reflektiert gesellschaftliche Strömungen rund um die Berge. Herausgegeben wird das Jahrbuch gemeinsam vom Deutschen Alpenverein (DAV), dem Österreichischen Alpenverein (ÖAV) und dem Alpenverein Südtirol (AVS).

Die Jubiläumsausgabe steht unter dem Motto Wandel – damals wie heute. Als das erste Jahrbuch erschien, ging gerade die Kleine Eiszeit zu Ende. Heute symbolisieren schmelzende Gletscher, Extremwetter und die veränderte Nutzung der Alpen eine neue Epoche. BERG 2026 knüpft nicht nur an seine Ursprünge an, sondern beleuchtet zugleich die großen Fragen unserer Zeit: Wie verändern sich Natur, Bergsport und Kultur durch den Klimawandel – und wie können wir diesem Wandel begegnen? 

Wie jedes Jahr thematische Schwerpunkte

BergWelten - vom Symbolberg der Anfangszeit bis in die Gegenwart: Der Großvenediger zeigt, wie sich das Hochtourengehen gewandelt hat. Bergführer geben Einblicke in die Realität am Berg und blicken in die Zukunft. 

BergFokus - Wandel – vom Rückzug der Gletscher über menschengemachte Eingriffe bis hin zu den schier unglaublichen Leistungen der Hüttenträger im Virgental. Ergänzt wird dies durch ein außergewöhnliches Forschungsprojekt im Nationalpark Hohe Tauern. 

BergMenschen - zwei generationenübergreifende Porträts zeigen, wie prägend die Berge für Lebensgeschichten sein können. 

BergSteigen - wie umgehen mit überfüllten Viertausendern? Wie lässt sich der Skitourenboom naturverträglich steuern? Und was bedeutet der Siegeszug des E-Mountainbikes für den Bergsport? 

BergWissen - im Fokus steht die Gams: Könnte sie sich durch den Klimawandel gar zu einer neuen Art entwickeln? 

BergKultur – literarische Höhepunkte zum Abschluss: Texte des Schriftstellers und Büchner-Preisträgers Clemens Setz sowie – erstmals – ein Beitrag, der von einer Künstlichen Intelligenz verfasst wurde. 

Ein Werk zwischen Tradition und Zukunft 

Mit jährlich rund 20 000 verkauften Exemplaren ist das Alpenvereins-Jahrbuch BERG ein fester Bestandteil der alpinen Publikationslandschaft. Kaum ein anderes Werk verbindet auf so einzigartige Weise Wissenschaft, Reportage, Kultur und persönliche Erlebnisse. Das Jahrbuch ist Spiegel der alpinen Entwicklung – von den Anfängen des Bergsteigens bis zu den Herausforderungen der Gegenwart. 

Das Jubiläum unterstreicht die besondere Bedeutung der Publikation: 150 Ausgaben in 160 Jahren sind nicht nur ein Meilenstein der alpinen Literatur, sondern auch Ausdruck einer lebendigen Bergkultur, die sich immer wieder neu erfindet. 

Alpenvereins-Jahrbuch BERG 2026. 256 Seiten, 285 farbige und 43 s/w-Abbildungen, Format: 21 x 26 cm, Bindung: gebunden. Herausgeber: Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV), Alpenverein Südtirol (AVS). Verlag: Tyrolia, Innsbruck-Wien, 2025. ISBN: 978-3-7022-4320-3. 25 €, Taschenbuch 24 €

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Sonntag, 20. Oktober 2024

Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2025“

 Deutscher Alpenverein (DAV)/Österreichischer Alpenverein (ÖAV)/Alpenverein Südtirol (AVS) (Hrsg.):

Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2025“

 

Wie jedes Jahr ist das Alpenvereinsjahrbuch in seiner nunmehr 149. Auflage gespickt voll mit Themen der verschiedensten Art. Diese Ausgabe bespricht als Hauptthema, als Mittelpunkt der BergWelten genannten Sparte des Buches, den Dachstein. Einer der wohl berühmtesten Berge Österreichs, ein Mythos, ein Anziehungspunkt, auch wenn das, was um den Gipfel herum mittlerweile geboten ist, nicht jedem Bergfreund schmeckt.

Obwohl er die 3000-Meter-Grenze um ganze fünf Meter verfehlt, mindert das seinen Mythos in keiner Weise: Der Dachstein ist zwar nicht höher, aber größer als die meisten anderen Berge Österreichs. Er ist Tourismusmagnet, Wanderparadies und Kletterdorado, dazu unerschöpfliches Forschungsobjekt und eine nie versiegende Quelle künstlerischer Inspiration. Der Dachstein ist Berg, Gebirge sowie österreichisches Natur- und Kulturdenkmal, Sportdorado und Zukunftsweiser im Bergsport. Apropos Bergsport: Mit der imposanten Südflanke, dem breitgliedrigen Gipfelensemble auf der Nordseite und dem schwer zugänglichen Karstplateau samt urwaldartiger Vegetation stellt das Bergmassiv seit jeher ein Sehnsuchtsziel für Bergsteiger*innen dar. Weswegen bereits 1843 der berühmte Normalweg auf den Hohen Dachstein mit Eisensicherungen versehen wurde. Übrigens, der erste Klettersteig in den Alpen.

„Kletterst du noch oder steigst du schon“? von Autorin Franziska Haack. Seit einigen Jahren erleben Klettersteige einen regelrechten Run, was viel mit den spektakulären Linien zu tun hat, durch die Eisenwege in jüngster Zeit führen. „Am Dachstein entstanden so viele Klettersteige wie nirgends sonst in Österreich“, erklärt Axel Klemmer im Vorwort der 149. Ausgabe des Alpenvereinsjahrbuches und natürlich zählt mit dem Donnerkogel auch einer der spektakulärsten dazu. Seine Ausgesetztheit und seine „Insta-Qualitäten“ machen ihn zum Publikumsmagneten, Social-Media-Berühmtheit samt neuer Zielgruppe. Es sind die Bilder, die hier die Aufmerksamkeit schüren.

BergFokus

Fotografieren was man erlebt oder auch nur sieht – wohl die Hauptbeschäftigung aller Besucher der Alpen. Die Rubrik BergFokus richtet sich auf die Bilder, die wir aus den Bergen mitnehmen: Fotografieren im Gebirge kann Dokumentation oder ambitioniertes Hobby sein, touristische Dienstleistung, Kunst – oder auch die Leistung vorgeblich intelligenter Algorithmen.

Die Schönheit liegt in den Augen der Betrachtenden. „Unsere Autoren*innen beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven die Fotografie in den Bergen“, erzählt Georg Hohenester. „Gerade im Zeitalter von Smartphone und Social Media ergeben sich hier spannende Geschichten und Bilder aber auch Spannungsfelder.“

Bilder machen Lust auf Berge, auf Natur, auf Abenteuer. Sie sind es, die eine Geschichte erzählen, ohne Worte bemühen zu müssen. Sie sind es, die Betrachter*innen zum Verweilen einladen und zum Machen antreiben. Einer der sein Handwerk darin meisterlich beherrscht ist der Fotograf Robert Bösch. In dieser erklärt er was ihn antreibt: „Es ist die lebenslange Suche nach dem perfekten Bild“, so Bösch in seinem Artikel „Ich muss bessere Bilder machen. Wie ein fotografisches Lebenswerk entsteht.“

BergSteigen

Ein Thema dieses Bereichs sind die Gletscher, vielleicht eines unserer größten Problemkinder in den Alpen. Sie schmelzen, und auch der Fels ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Was diese Entwicklungen für künftige Generationen bedeuten kann, wird hier behandelt. Ein weiteres Thema ist, wie der Leistungssport (Klettern, Skibergsteigen und Berglauf) längst auch das Breitenbergsteigen beeinflusst.

BergMenschen

Zwei starken Frauen widmen sich diese Seiten: der charismatischen Höhenbergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner und der Dresdener Kletterpionierin Ilse Frischmann. Ein besonderes Gewicht bekommt der Wunsch nach Freiheit in der Biografie eben dieser jüdischen Bergsteigerin. Diese besondere Persönlichkeit rückt Autor Joachim Schindler in den Fokus. In seiner Biografie mit dem prägnanten Titel: „Ich möchte mal so leben wie die anderen.“, zeichnet er ein Bild über die Kühnheit und den Mut dieser Frau. Ist sie doch in den 1930er- und 1940er-Jahren mit dem gelben Stern an der Jacke klettern gegangen. Dies zeugt von einer unfassbaren Leidenschaft auf Berge und Freiheit …

Zu Frischmann sagt Georg Hohenester, Chefredakteur Panorama und Jahrbuchbeirat: „In der Rubrik BergMenschen möchten wir auf die berührende Biografie der jüdischen Bergsteigerin Ilse Fleischmann aufmerksam machen. Ein Thema der Historie, das so viel Brisanz und Aktualität mit sich führt. Genauso wie der Ausschluss der vorwiegend jüdischen Alpenvereinssektion Donauland, ein Termin, der sich am 14. Dezember 2024 zum 100. Mal jährt.“

BergWissen

Hier geht es unter anderem um das politisch brisante Thema der Energiewende – und um die Frage, ob die Alpen nun vom „Wasserschloss“ zum Wasserkraftwerk Europas umgebaut werden. „In der Rubrik BergWissen betrachtet deshalb unser Autor Kaspar Schuler kritisch die Kontroverse zwischen Energiewende und Naturschutz“, berichtet Georg Hohenester. „Reinschmöckern lohnt sich. Es gibt viele interessante Geschichten zu entdecken, die zum Nachdenken, Inspirieren und Reflektieren einladen.“

BergKultur

Hier darf geschmunzelt werden, denn abschließend wirft der Buchteil BergKultur ironische Blicke auf alpine Kunst und auf das zeitgenössische Körperideal im Bergsport: Ist das Gebirge den Dünnen vorbehalten?

Fazit

Alpine Themen für Menschen, die die Berge lieben – Das Alpenvereinsjahrbuch BERG 2025 besticht wieder einmal durch seine vielfältige sowie fein kuratierte Themenauswahl. Das über 250 Seiten fassende Buch gewährt tiefgehende Einblicke in alpine Themen, die mehr denn je die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft einfangen. Und, zwar eher Nebensache, aber trotzdem erfreulich: Das ganze dicke Werk gibt es um 25 Euro zu kaufen. Einschließlich der Alpenvereinskarte Dachstein als willkommenen Gimmick.

Das aktuelle Jahrbuch des Deutschen Alpenvereins, des Österreichischen Alpenvereins und des Alpenvereins Südtirol bietet 2025 spannende und gleichermaßen tiefgründige Einblicke in ein breitgefächertes Potpourri an Bergthemen sowohl im historischen Kontext als auch im Spannungsfeld der großen gesellschaftlichen Themen.

Herausgeber: Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV) und Alpenverein Südtirol (AVS). 256 Seiten, mit 284 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, 21 x 26 cm, gebunden. Alpenvereine/Tyrolia, Wien-Innsbruck, 2024. ISBN 978-3-7022-4138-4. 25 €

Bei Bestellungen im DAV-Shop erhalten DAV-Mitglieder passend zum Schwerpunkt des Jahrbuches die neu herausgegebene AV-Karte 14 "Dachstein" (Maßstab 1:25.000, UTM) als Bündel.

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

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Sonntag, 11. Oktober 2020

Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol: BERG 2021 – Alpenvereinsjahrbuch

Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol: 

BERG 2021

Alpenvereinsjahrbuch

BergWelten: Karnischer Kamm; BergFokus: Wandern

 


Immer wieder sehnlichst erwartet, und immer wieder eine freudige Überraschung ob der Themenauswahl: Das Alpenvereinsjahrbuch. Jetzt liegt die Ausgabe 2021 vor. Und die erste Frage ist: Was enthält sie dieses Jahr für den Bergfreund?

Das Alpenvereinsjahrbuch BERG bildet seit Jahren die wohl auflagenstärkste Publikation im Bergbuchbereich – und das bei einem unschlagbaren Preis für das gebotene, und mit  bester optischer und inhaltlicher Qualität.

Die Wanderer - endlich

Die Ausgabe BERG 2021 stellt den Karnischen Kamm in den Mittelpunkt der Rubrik BergWelten und widmet sich im BergFokus dem Thema Wandern – und damit einer bevorzugten Freizeitbeschäftigungen von Österreichern und Deutschen. Endlich werden viele Alpenvereinsmitglieder und andere Bergfreund sagen – die größte Gruppe unter ihnen kam in der Vergangenheit ob der spektakulären, aber nur für eine Minderheit machbaren, und vielleicht auch nur für eine Minderheit interessanten, Höchstleistung fordernden Betätigung am Berg oft zu kurz.

Namhafte Autorinnen und Autoren beschäftigen sich mit diesen Themen in gewohnt vielfältiger Weise. So bekennt beispielsweise der wohl unumgängliche und allseits präsente Moderator und Bestseller-Autor Manuel Andrack, warum er lieber in den deutschen Mittelgebirgen als im Gebirge wandert; der bekannte Soziologe Hartmut Rosa erklärt im Gespräch die grundlegende Resonanzerfahrung, die das Spazieren in der Natur ermöglicht; weitere Beiträge widmen sich den gesundheitlichen Aspekten des Wanderns und gehen der Frage nach, was Wandernerlebnisse eigentlich für Familien mit Kindern bedeuten.

Über den Karnischen Kamm …

Wandern ist auch die beste Möglichkeit, den Karnischen Kamm zu erkunden. Über diese Bergkette an der österreichisch-italienischen Grenze verläuft der bekannte Karnische Höhenweg, zu seinen Füßen liegen gleich drei mit dem Label „Bergsteigerdorf“ ausgezeichnete Talschaften und Gemeinden, die durch ihre landschaftliche wie kulturelle Ursprünglichkeit bestechen: das Lesachtal, das Tiroler Gailtal und die Ortschaft Mauthen. Zudem bieten die Karnischen Alpen den südlichsten Gletscher Österreichs und ein weltweites Alleinstellungsmerkmal: Hier tritt nämlich eine rund 250 Millionen Jahre währende Erdgeschichte an die Oberfläche und trifft auf eine rund 200-jährige Forschungstradition, die unter anderem die Einrichtung eines Geoparks und zahlreicher wissenschaftlich kuratierter Geotrails ermöglicht hat. Dort wird die Erdgeschichte auf faszinierende Art und Weise erleb- und begreifbar.

… und die Menschen am Berg …

Die Rubrik BergMenschen bringt unter anderem ein Porträt der bayerischen Bergsteigerlegende Hermann Huber, der heuer seinen 90. Geburtstag feiert, und von Andrea Eisenhut. Die erste deutsche Meisterin im Sportklettern (1991) klettert auch mit 60 Jahren noch im 10. Grad und hat in den letzten Jahren zahlreiche schwierige Alpinrouten erschlossen. Gerhard Heidorn hat ihr über Ehrgeiz, Motivation und das Älterwerden gesprochen.

… zur Kultur am Berg,

dieses Kapitel ist der Literatur gewidmet: Mit Christoph Ransmayr steht einer der großen Erzähler der Gegenwart im Blickpunkt der Rubrik BergKultur. Warum haben unverfügte Räume wie Gebirge, Meere und Wüsten in seinem Werk eine so zentrale Bedeutung? Auch die Leistung eines Joseph Kyselak 1825 wird gewürdigt. Schön, dass so ein Sonderling Eingang in dieses Werk findet.

 

… der Theorie und dem eigentlichen Bergsteigen

In BergWissen geht es unter anderem um das im Zuge des Klimawandels wachsende Risiko von Steinschlag auf alpinen Wegen und wie man es beurteilen und mit ihm umgehen kann. Spannend und brisant ist auch die Frage, welche Rechte eigentlich die Natur hat und wer diese vertritt.

Die Rubrik BergSteigen berichtet unter dem Motto „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ über große klassische Westalpentouren im Zeitalter der globalen Erwärmung und zeichnet auf, welche Möglichkeiten internationale Top-Alpinisten und Wettkampfathleten ergriffen, bevor das Coronavirus die Welt in Besitz nahm, und was diese Krisensituation im Frühling 2020 für sie persönlich und für den Bergsport bedeutet. Eine Nachdenkpause allemal – die Andi Dick dafür nutzt, sein Selbstverständnis als Bergsteiger neu zu verorten. Und eine Lanze für humanistische Werte im Bergsport zu brechen. Es läge an uns, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Und alles wie immer und gewohnt: Perfekt geschrieben, gut recherchiert, mit besten Autoren, die die Materie kennen und kongenial illustriert. Viele Gthemen und Kapitel sind hier noch gar nicht genannt. Man soll sich ja schließlich auch mal überraschen lassen.

Jedenfalls, das Jahrbuch 2021 enthält wieder Lesestoff für viele bergungeeignete Tage und noch darüber hinaus. Es ist wieder ein Jahrbuch, das in die Sammlung gehört! Es sei empfohlen.

 

Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol: BERG 2021 – Alpenvereinsjahrbuch. BergWelten: Karnischer Kamm; BergFokus: Wandern. Redaktion: Anette Köhler (Tyrolia Verlag) und Axel Klemmer. 256 Seiten, 285 farbige Abbildungen und 25 sw Abbildungen. Format: 26 cm x 21 cm. Tyrolia Verlag, Innsbruck. ISBN 978-3-7022-3876-6. 20,90 €.

Sie erhalten das Buch wahrscheinlich bei Ihrer Alpenvereinssektion, sicher aber im Buchhandel oder hier.

 

Dieter Buck

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… Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.

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