Samstag, 29. Oktober 2016

Walter M. Weiss (Hrsg.): Österreich in den 1950er und 1960er Jahren

Walter M. Weiss (Hrsg.):
Österreich in den
1950er und 1960er Jahren 
Aufbruch in goldene Zeiten - Eine Bilderreise in die junge Alpenrepublik



Als Angehöriger einer Generation, die in den Jahren, aus denen die Fotografien dieses Buches stammen, ist man beim Durchblättern betroffen. Erinnerungen an die Kindheits- und Jugendtage kommen auf. Ja, so war es. Auch in Deutschland, nicht nur in Österreich. Zumindest wenn man von den speziellen Österreichthemen aus der Politik mal absieht.

Fotografien aus den reichen Beständen des Bildarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek – viele davon hier erstmals veröffentlicht – laden ein zur einzigartigen Bilderreise. Sorgsam und kenntnisreich komponiert, illustriert der opulente Bildband die verschiedenen Facetten der beiden Dekaden des Neubeginns und Wandels.

Politik, Kunst, Alltag
Die mehr als 300 großformatigen Aufnahmen bieten in ausdrucksstarken Schwarz-Weiß- und Farbabbildungen ein breites Panorama der Entwicklungen in Österreich: vom Einmarsch der Befreiungsarmeen und den ersten Demokratisierungsschritten bis zum wieder satten Leben zu Zeiten des Wirtschaftswunders, vom »Dritten Mann« und den »Vier im Jeep« bis zum Staatsvertrag 1955 und dem legendären Stones-Konzert in Wien zehn Jahre später.

Der visuelle Streifzug führt von der internationalen Hochdiplomatie in der alten Kaiserstadt Wien bis in die idyllische Schlichtheit entlegener Alpendörfer. Viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Literatur, Kunst sind zu sehen, auch das eine Gemeinsamkeit Deutschlands und Österreichs, die das Buch auch für Deutsche überaus interessant macht; die Fotos vom ländlichen Leben erinnern an frühe Urlaube in den Bergen, die man mit den Eltern verbrachte. Alles Erinnerungen, die wieder hochkommen und ein nostalgisches Gefühl versprechen. Ob man das mag oder nicht.

Perfektion seinerzeit: alle Achtung!
Außergewöhnlich scharf und perfekt belichtet die Bilder - wenn man die technischen Möglichkeiten jener Zeit bedenkt, als man nicht kostenlos probieren und wieder löschen konnte, kann man die Fotografen nur bewundern-, detailreich, gut gesehen, gut komponiert, auch wenn es sich um Augenblicksaufnahmen handelt, bei denen der Fotograf nicht die Zeit zum Arrangieren hatte, verströmen die Fotos eine unglaubliche Faszination und atmosphärische Intensität, in die man sich hinein verlieren kann. Österreich in den 1950er und 1960er Jahren, das lebt in diesem Buch wieder auf, das erlebt der Betrachter wieder mit.

Dieses Buch blättert man nicht auf einmal durch, das Verlieren in die Bilder strengt doch an. Dieses Buch legt man sich neben den Sessel und blättert immer wieder darin. Außerdem: Auch wenn Ansatz und Thema des Buches eigentlich andere sind, es ist auch ein perfektes Buch für Reisende, die nicht nur die Freuden des Alltags und der Gegenwart genießen wollen, sondern die sich näher für die Geschichte des zu bereisenden Landes interessieren, weil dann vieles leichter verständlich ist.

Zum Herausgeber:
Walter M. Weiss, Jahrgang 1961, bereist als Journalist, Buchautor, Fotograf und Leiter ausgewählter Studienreisen seit über dreißig Jahren vor allem die islamische und buddhistische Welt. Doch hat er in all der Zeit stets auch seiner Heimatstadt Wien thematisch die Treue gehalten, wovon zahlreiche Kunst- und Kulturführer zeugen. Details zu seinen nahezu hundert Buchveröffentlichungen und sonstigen Tätigkeitsfeldern findet man auf: www.wmweiss.com

Walter M. Weiss (Hrsg.): Österreich in den 1950er und 1960er Jahren. Aufbruch in goldene Zeiten - Eine Bilderreise in die junge Alpenrepublik. 320 Seiten, mit ca. 300 Fotografien aus dem Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Gebunden mit Schutzumschlag. Format: 28,5 x 31 cm. Emons Verlag. ISBN 978-3-95451-909-5. 40,85 [D] , 42,00 [AT].
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.


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Peter Gaymann: Reiseskizzen

Peter Gaymann: Reiseskizzen
Mit Peter Gaymann unterwegs



Wer Peter Gaymann und seine Hühner kennt, weiß wahre Zeichenkunst, Witz und Esprit, genaue Beobachtungsgabe und Liebe zu Land und Leuten zu schätzen. Man kann diese Liebe zu ihm in seinem jetzt veröffentlichten Skizzenbuch pflegen oder wieder auffrischen.

So ein leichter Strich, ein leichter Wisch beim Kolorieren, das ist nicht nur gottgegebenes Talent - das braucht’s natürlich auch dazu -, aber das ist auch Übung, Übung, Übung. Wie sagte schon Max Liebermann selig: „Kunst ist zu neunzig Prozent Transpiration und zu zehn Prozent Inspiration“. Bei den Zahlenangaben mag ich mich zwar etwas täuschen, aber die Richtung der Aussage ist die richtige. Als selbst ehemals in der Bildenden Kunst Tätiger weiß ich, wovon ich spreche …

Und so mag man sich gar nicht vorstellen, wie lange Gaymann transpirieren musste, und diese Leichtigkeit und Perfektion zu erreichen. Gaymann ist ein erfolgreicher Künstler, aber der Erfolg ist redlich verdient!

Gaymann auf der ganzen Welt
In seinen wunderbaren Reiseskizzen fängt Peter Gaymann den Charme fremder Länder ein und setzt die Eigenarten des jeweiligen Landes und seiner Bewohner malerisch in Szene. Ob Frankreich, Spanien oder England, Schweden oder Kuba – Gaymann nimmt uns mit auf seine Reisen und lässt uns teilhaben an seiner Sicht auf Städte und Landschaften, aber auch an den Begegnungen und kleinen Besonderheiten wie zum Beispiel der verblühten Topfpflanze auf dem Hotelbalkon, der Alessi-Kanne auf der geblümten Plastiktischdecke oder dem traurigen Blick der gegrillten Dorade. 

Auch die ausruhende Viktoria lässt mitfühlen bei den Anstrengungen einer Reise, bei den Oldtimern von Kuba erinnert man sich wieder, was man vom Zustand des Landes immer wieder liest, und die Griechen im Café erinnern an warme Tage in diesem herrlichen Land. Immer wieder treffend auch die Personenskizzen, wie Gaymann sie bescheiden nennt. Man könnte auch sagen: Der Charakter der Abgebildeten ist auf den Punkt gebracht, man kann sich die Person lebhaft vorstellen.

Stimmung bringen auch die einführenden Texte zu den Bilder. Man spürt die Erinnerung, man spürt die Liebe zu den Ländern und man kann sich perfekt in die Kunstwerke hinein fühlen.

Zum Zeichner:
Peter Gaymann ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten Cartoonisten Deutschlands. Seit 1979 arbeitet und gestaltet er als selbstständiger „humoristischer Zeichner“. Viele seiner Bücher wurden Bestseller. Seit über 20 Jahren sind seine Arbeiten in Museen und Galerien im In- und Ausland zu sehen.

Peter Gaymann: Reiseskizzen. Mit Peter Gaymann unterwegs. Format: 31 x 25,8 cm (LxB), 144 Seiten, 130 Abbildungen. Fester Einband mit Schutzumschlag. Belser Verlag, 2016. ISBN: 978-3-7630-2758-3. Preis: € 39,99   CHF 49,90   €/A 41,20.

Das Buch gibt es auch in einer limitierten und exlusiven Künstleredition:
Peter Gaymann: Reiseskizzen Künstleredition. Mit Peter Gaymann unterwegs. Format: 38,2 x 29,2 cm (LxB), 144 Seiten, 130 Abbildungen. Fester Einband mit Schutzumschlag. Belser Verlag, 2016. ISBN: 978-3-7630-2759-0. Preis: € 99,00   CHF 123,90   €/A 101,80.
Die exklusive Künstleredition: Halbleinenband in Schmuckkassette Im Rahmen eingefügter, vom Künstler signierter Kunstdruck Limitiert auf 999 Exemplare
Sie erhalten die Gaymann-Bücher im Buchhandel oder hier


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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Karin Sagner: Frauen auf eigenen Füßen. Spazieren, Flanieren, Wandern

Karin Sagner:
 Frauen auf eigenen Füßen
Spazieren, Flanieren, Wandern



Als Wanderfreak und Wanderführerautor ist man sensibel für Veröffentlichungen in diesem Bereich. Auch wenn es sich im eher theoretische Bücher handelt. Deshalb war die Spannung groß, was wohl ein Buch über spazierende, flanierende und wandernde Frauen bietet.

Kurz gesagt, viel. Man wird staunen

Spaziergang - unschicklich!
Bereits ein Spaziergang allein galt für Frauen als unschicklich, auf den Boulevards der Stadt zu flanieren wäre undenkbar gewesen und eine Wanderung ohne Begleitung war jenseits jedes gesunden Vorstellungsvermögens. Frauen sollten zu Hause sein und bleiben, und nur dem Adel war unter strengem Reglement das Promenieren meist in der Abgeschiedenheit höfischer Parkanlagen vorbehalten.
Das änderte sich um 1900: In Frauen war der Wunsch erwacht, allein über Wiesen zu gehen und über Hügel zu spazieren, am Meer entlangzulaufen, in den Bergen zu wandern und in den Städten zu flanieren. Die Geschichte der spazieren gehenden Frau ist nicht nur verbunden mit ihrer Befreiung aus starren Konventionen, sondern geht einher mit der Entdeckung eines neuen Natur- und Körpergefühls. Auf eigenen Füßen in eine neue Unabhängigkeit!

Uns so wird in dem Buch die Geschichte der „Frauenbewegung“, dieses Mal aber wirklich, auf eigenen Füßen erzählt. Wie es ganz bescheiden begann, mit Frauen, die ihrer Zeit voraus waren, die mutig und frech waren und sich getrauten das zu tun, was Frauen eigentlich nicht tun sollten: Sich in der Natur zu bewegen.

Die Autorin zeigt zeitgenössische Bilder und bietet Erklärungen dazu an. Interessant sich auch die unzähligen zeitgenössischen Zitate - war sicherlich eine Heidenarbeit, die alle auszugraben - zu dieser Art von Frauenbewegung.

Vom Spaziergang bis zum bergsteigen
Und so liest man sich ein in die Geschichte von Frauen, die sich nicht den üblichen Zwängen unterwerfen wollten, bis hin zu den ersten Bergsteigerinnen. Man erfreut sich an den Bildern, man schmunzelt über das eine oder andere Zitat - und ist am Ende des Buches um einiges schlauer geworden …

Zur Autorin:
Karin Sagner hat Kunstgeschichte und Germanistik in München sowie in Paris studiert und über Claude Monet promoviert. Zunächst war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München tätig; heute arbeitet sie als freie Autorin und Kuratorin. Über ihr Spezialgebiet, die französische und deutsche Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, hat sie mehrere Bücher publiziert, 2011 erschien ihr Buch »Schöne Frauen« im Elisabeth Sandmann Verlag. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellung »Pierre-Auguste Renoir. Wie Seide gemalt« in den Kunstsammlungen Chemnitz. 2014 ist sie Herausgeberin der erstmals auf Deutsch erscheinenden Biografie von Hélène de Beauvoir.

Karin Sagner: Frauen auf eigenen Füßen. Spazieren, Flanieren, Wandern. 144 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen in Farbe. Gebunden mit Schutzumschlag. Elisabeth Sandmann Verlag, 2016. ISBN 978-3-945543-21-4. 24,95 €
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Freitag, 21. Oktober 2016

Franz X. Bogner: Die Romantische Straße von oben

Franz X. Bogner: 
 Die Romantische Straße von oben
Eine Traumreise von Würzburg nach Füssen



Die Romantische Straße zwischen Würzburg und Füssen gehört wohl zu den bekanntesten Ferienstraßen Deutschlands, wenn es nicht gar die beliebteste ist. Der Besucher fährt von einer Idylle zur anderen - was will man mehr.

Man findet auf der 413 Kilometer langen Route eine beeindruckende Vielfalt von Landschaftseindrücken, nicht nur die Orte, sondern auch das Grün um sie herum ist unvergleichlich, so dass eine Fahrt auf der Romantischen Straße heile Welt pur zu sein scheint.

Franz X. Bogner präsentiert auf diesem einmaligen Flug diese beliebte Ferienstraße aus der Vogelperspektive. Zwischen Main und Ostallgäu, beim Überflug von Schloss Neuschwanstein, der Würzburger Residenz und des Taubertals - Stichwort „Liebliches Taubertal“ - ermöglicht er unzählige Entdeckungen und zeigt spektakuläre Aufnahmen von Städten und Landschaften.

Fotos Schlag auf Schlag
Das beginnt gleich mit einer grandiosen Panoramaaufnahme mit der spektakulären Mainschleife bei Urphar - bei welcher der Autor dieser Zeilen witzigerweise, unbeabsichtigt und zufällig an dem Tag war, als abends dieser Text entstand - und führt weiter über die Landschaften Würzburg mit Mainfranken, Taubertal, Fränkisches Keuperland, Nördlinger Ries, zwischen Donauwörth und Augsburg, Lechrain und Allgäu, von Würzburg bis Füssen durch die schönsten Ecken Frankens und Schwabens. 

Die Straße verläuft vor allem durch Bayern, kurze Stücke auch durch Württemberg. Allem vorangestellt ist eine Einführung in die Romantische Straße. Danach geht es aber Schlag auf Schlag: Fotos, Bildbeschreibung, Beschreibung der Landschaft.

Den Abschluss bildet ein Ortsregister - sehr sinnvoll und nützlich - sowie eine Übersichtskarte über den Wegverlauf.

Die Reiselust ist geweckt, die Romantische Straße hat einen neuen alten Fan gefunden, der nur noch auf passendes Reisewetter wartet …

Zum Autor:
Franz Xaver Bogner ist Professor für Didaktik der Biologie an der Universität Bayreuth. Der begeisterte Luftbildfotograf veröffentlichte in der Vergangenheit bereits zahlreiche erfolgreiche Bildbände mit Luftaufnahmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Franz X. Bogner Die Romantische Straße von oben. Eine Traumreise von Würzburg nach Füssen. 168 Seiten, ca. 200 Abbildungen, Format 22,7 x 27,4 cm, Hardcover. Sutton. ISBN-13: 978-3-95400-731-8. 29,99 €.
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