Donnerstag, 17. September 2020

Tom Dauer: Kurt Albert. Frei denken - frei klettern - frei sein

Tom Dauer: Kurt Albert

Frei denken - frei klettern - frei sein

 


Tom Dauer macht nicht zum ersten Mal mit einem außergewöhnlichen Buch auf sich aufmerksam. Sein Thema dieses Mal ist einer der wichtigsten Bergsteiger der Gegenwart. Leider aber schon verstorben.

 

Kurt Albert (1954–2010) war einer der größten und geistreichsten Kletterer und Bergsteiger aller Zeiten. Geboren in Nürnberg, zählte er zu den Pionieren der internationalen Freikletterbewegung, die im Frankenjura eines ihrer Zentren hatte.

Der Autor hat eine packende Biografie über einen der kreativsten Alpinisten aller Zeiten geschrieben – einschließlich der Antwort auf die Frage, warum Klettern ein Lebensgefühl ist Das Buch erscheint anlässlich des 10. Todestages von Kurt Albert am 28. September 2020. Es basiert auf dem bislang nicht zugänglichen privaten Text- und Bildarchiv von Kurt Albert sowie auf Gesprächen mit Weggefährten und Zeitzeugen

Der Erfinder des Rotpunkts

Mit der Erfindung des Rotpunkts schrieb Kurt Albert Klettergeschichte. Sein scharfer Verstand, seine Offenheit gegenüber Menschen und Ideen, seine Abenteuerlust und sein Witz machten ihn zum Mittelpunkt einer sportlich-gesellschaftlichen Subkultur, deren Einflüsse weit über das Klettern und Bergsteigen selbst hinausgingen. Mit ihr veränderten sich auch Traditionen, Werte und Denkmuster, Klettern wurde zum Breitensport, dessen ökonomische und ästhetische Bedeutung heute in vielen Teilen der Gesellschaft deutlich sichtbar ist.

Klettergeschichte der letzten Jahrzehnten

Mit zahlreichen Erstbegehungen hinterließ Kurt Albert seine Spuren in den Bergen der Welt. Noch bemerkenswerter als seine alpinistischen Leistungen ist aber die Konsequenz, mit der er seinen Lebensstil über Jahrzehnten hinweg beibehielt. Kurt Albert war nicht nur Freikletterer – er führte vor allem und zuvorderst ein freies, unabhängiges Leben.

Lob für den Autor

Tom Dauer hat es verstanden, mit seiner spannenden Beschreibung das Klettern, seine Sportler und ihr Leben auch für jene interessant zu machen, die sonst mit dieser Art von Lebensgestaltung nicht viel am Hut haben. Mit seiner Biografie füllt der mehrfach ausgezeichnete Autor und Filmemacher eine Erinnerungslücke, die Kurt Alberts plötzlicher Unfalltod im September 2010 gerissen hat. Sein Buch wird all jene ansprechen, die Klettern und Bergsteigen nicht nur als Sport, sondern als Lebensgefühl begreifen.

Interessant sind vielleicht auch die schriftlichen Notizen Alberts. So zum Beispiel über die Schlüsselzüge an einer bestimmte Kletterstelle. Interessant auch die historischen Erinnerungen an die Jugendzeit und die Entwicklung des Kletterers Albert

Eine umfangreiche Bibliografie und ein Stichwortverzeichnis beweisen, wie ernst es dem Autor mit der Aufarbeitung des Lebens des Ausnahmebergsteigers war.

Tom Dauer: Kurt Albert. Frei denken - frei klettern - frei sein. 336 Seiten, 109 farbige und 34 schwarzweiß Abbildungen, Format: 22.5 cm x 15 cm, gebunden mit Lesebändchen. Tyrolia Verlag, Innsbruck, 2020. ISBN 978-3-7022-3874-2. 29,95 EUR.

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

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Donnerstag, 10. September 2020

Hans Egger: Bunte Steine

 Hans Egger: Bunte Steine

 


Geologie interessiert viele, ohne dass sie es wissen. Aber es gibt wohl niemand, der noch nie einen schönen oder interessant geformten oder gezeichneten Stein in die Hand genommen, vielleicht sogar mit heim genommen hat. Siehste.

Hier geht es um einen ganz bestimmten Bereich: die Gegend zwischen Ybbs- und Trauntal un Österreich. Um einen Bereich der geologisch ohnehin interessanten Alpen also.

Der geologische Bau der Alpen ist schon ein ziemliches Durcheinander. Gesteine, die räumlich und zeitlich weit voneinander entstanden sind, liegen heute nicht nur oft direkt nebeneinander, sondern auch übereinander und manchmal sogar verkehrt herum.

Spannend wie ein Krimi!

Seit mehr als 200 Jahren arbeiten Geologen daran, die Geschichte dieser Gesteinsformationen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Immer neue Beweise werden mit kriminalistischem Spürsinn gesammelt, um den Ablauf der Geschichte unserer Alpen noch genauer zu rekonstruieren.

Die "Beweissicherung" erfolgt in der freien Natur und hat schon früh das Interesse der Schriftsteller geweckt. Bereits 1857 beschrieb Adalbert Stifter in seinem Roman "Der Nachsommer" zum ersten Mal in der Literaturgeschichte die Geländearbeit der Geologen.

Der Titel des vorliegenden Buches ist dem Erzählband "Bunte Steine" von Adalbert Stifter entlehnt und präsentiert einige der interessantesten Fundstücke der geologischen Detektivarbeit aus den ober- und niederösterreichischen Alpen. Der Leser wird über den geologischen Reichtum staunen!

Damit die Geologie nicht wie befürchtet zu trocken wird, hat der Autor sein Buch nicht nur locker und zum Lesen verlockend geschrieben, sondern auch mit prächtigen Fotos illustriert. So bekommt man nicht nur eine gute Vorstellung von der Gegend, sondern der eine oder andere vielleicht sogar Lust, sich mal selbst an Ort und Stelle umzusehen.

Zum Autor:

Hans Egger, 1960 in Elsbethen bei Salzburg geboren. Nach dem Abschluss des Studiums der Geologie und Paläontologie und mehreren Auslandsaufenthalten begann er 1990 seine berufliche Karriere an der Geologischen Bundesanstalt in Wien. Er ist dort heute Leiter der Abteilung für Paläontologie und Stratigraphie. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die geologische Erforschung der nördlichen Ostalpen und die zeitliche Einstufung von Gesteinen mit Nannofossilien. Die meisten seiner rund 180 Publikationen beschäftigen sich mit der Geologie des Nordteils der Ostalpen.

Hans Egger: Bunte Steine. Geologische Raritäten aus den ober- und niederösterreichischen Alpen. 156 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Format: 18,5 x 26 cm, Buch-Bindung: Hardcover, topografische Karten. Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2020. ISBN 978-3-7025-0991-0. Start-/Zielpunkte durchwegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. € 25,00

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Doris Kern: Aromatischer Wald

 Doris Kern: Aromatischer Wald

 


Kochen und Essen haben immer auch etwas mit Ästhetik zu tun. Umso schöner, dass das hier vorliegende Buch auch diese Ansprüche erfüllt. Klein, handlich, sogar als knuffelig könnte man es bezeichnen, das neue Buch über Selbstgemachtes aus dem Wald.

Bei einem Waldspaziergang verbinden wir uns mit der Natur. Die Bäume strahlen Ruhe, Weisheit und Stärke zugleich aus. In ihrer Nähe schöpfen wir Kraft und fühlen uns geborgen. Doch sie schenken uns auch reichhaltige aromatische Schätze, die wir sammeln und für uns nutzen dürfen.

Dieses Buch präsentiert eine Fülle an Ideen, wie wir aus den Früchten heimischer Bäume und aus Waldpflanzen Produkte für unsere Gesundheit und unsere Körperpflege herstellen, aber auch schmackhafte Speisen zubereiten können. Darüber hinaus bringen Anleitungen für natürliche Dekorationen die Kraft des Waldes in unser Zuhause. Altes Wissen wird dabei neu und kreativ interpretiert.

  • über 80 Rezepte für Körper und Seele
  • Auftakt zur Reihe: Wunderbare Blütenwelt, Freche Früchtchen, Faszinierende Wurzeln

Von der Zirben-Bodybutter über das Fichtenwipfel-Gelee und heilsame Räuchermischungen bis hin zum Holunderbeerenpunsch – über 80 Rezepte laden zum Nachmachen und zum Erleben des aromatischen Waldes ein. Dabei geht es aber nicht nur um das Essen, auch was man aus den Früchten des Waldes basteln und gestalten kann ist Thema des Buches.

Jeder Vorschlag ist auf einer Doppelseite mit Wort und hervorragendem Bild beschrieben.

Ein Sammelkalender über das Jahr zeigt, was man wann „ernten“ kann. Das Buch ist gegliedert nach den Bäumen – von der Birke über Eiche und Fichte bis hin zur Zirbe reichen die verschiedenen beschriebenen Bäume. Abschließend geht es um Früchte aus dem Bereich des Waldbodens und was man daraus machen kann: Sirup, Butter, Likör, Tee und vieles mehr.

Ein kleines Glossar erklärt vieles und ein umfangreiches Stichwortverzeichnis hilft beim Suchen nach gewünschten Rezepten.

Zur Autorin:

Doris Kern, geboren 1983 in Linz, studierte an der FH Hagenberg Informatik und arbeitet heute als Projektmanagerin in der IT-Branche. Den Ausgleich zur Technik findet sie in der Natur: Kräuter, alte Hausmittel und Naturkosmetik stehen im Fokus ihrer Leidenschaft. In zahlreichen Ausbildungen, darunter TEH® Praktiker, TEH® Naturapotheke oder im Lehrgang zum Kosmetikhersteller vertiefte sie ihr Wissen und gibt es in Kursen weiter. In ihrem Blog Mit Liebe gemacht veröffentlicht sie Rezepte und Anleitungen rund um das Thema Natur. www.mitliebegemacht.at

 

Doris Kern: Aromatischer Wald. 256 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Format: 15,7 x 12 cm, Buch-Bindung: Hardcover mit Stanze. Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2020. ISBN 978-3-7025-0989-7. € 22,00

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Donnerstag, 3. September 2020

Salzburger Bauernkalender.: Lesenswert wie immer

Beatrix Binder:

Salzburger Bauernkalender

Lust auf Selbstgemachtes

 


Wie schon vielen, vielen Jahren wird er von vielen sehnsüchtig erwartet: der Salzburger Bauernkalender. Redigiert von Beatrix Binder hat er auch in seiner Ausgabe für 2021 vieles zu bieten, was die Interessen einer großen, heterogenen Leserschaft abdeckt.

Mit ungewohnter Deutlichkeit erinnern uns die Ereignisse im Jahr 2020 an die wichtige Rolle, die der heimischen Landwirtschaft für unsere Versorgung mit frischen Produkten zukommt. Über eine neue Wertschätzung freuen sich die bäuerlichen Familienbetriebe unserer Region – einige von ihnen werden hier vorgestellt.

Selbermachen, der Trend!

Die neu entdeckte Lust am Selbermachen kommt im Beitrag über den Hausgarten ebenso zum Ausdruck wie in bewährten Rezepten für Küche und Wohlbefinden.

Zu den Themen Freundschaft und Natur in vielen Facetten

Eine bewegende Geschichte über Freundschaft in Kriegszeiten und darüber hinaus mag Ansporn sein, Beziehungen über nationale Grenzen hinweg zupflegen. Gletscherschwund und Wasserknappheit, aber auch die schwindende Artenvielfalt sind Themen, die uns mehr denn je betreffen und Herausforderungen für die Zukunft darstellen.

Die rosarote Lokomotive Rosalie entführt junge und junggebliebene Leser*innen auf eine Zeitreise über die Tauern.

 

Wie immer: nützlich und wissenswert. Vom Baumharz bis zum Wolf

Ein umfangreicher Serviceteil rundet den im ganzen Land beliebten Begleiter durchs Jahr 2021 ab.

  • Kalendarium mit Mondphasen & Tageslängen, Lostagen & Bauernregeln

Dazu findet man in dieser Ausgabe die weiteren, sehr lesenswerten Themen:

  • Doris Kern: Das Glück vom Pech oder Baumharze und ihre Verwendung
  • Martina Schneider: Imkern für Anfänger
  • Wolfgang Mayrhofer: Franz der Franzose, Kriegsgefangener in Leogang
  • Fritz Messner: Die mehrfache Wandlung der historischen Glashütte in St. Michael im Lungau
  • Walter Mooslechner: Die Blasius-Schlenkerfahrt in Großarl
  • Josef H. Reichholf: Der Wolf kommt
  • Landwirtschaftliche Fachschule Kleßheim
  • Wer nichts weiß, muss alles essen: die Initiative Land schafft Leben

Fazit zum Salzburger Bauernkalender: Man muss ihn einfach haben!

Beatrix Binder: Salzburger Bauernkalender. 192 Seiten, durchgehend farbig bebildert. Format: 16,5 x 23,5 cm; Buch-Bindung: Softcover. Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2020. ISBN 978-3-7025-0988-0. € 11,90

 

Dieter Buck

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„Alblust – Das Schwäbische Alb Magazin“ Ausgabe 3/2020

Der Traum vom Dorfleben:

Die Alblust-Herbstausgabe ist da

 


Zwischen Idylle und Landflucht: Die neue Ausgabe von Alblust steckt voller Geschichten übers Dorfleben. Dorfleben. Nach Jahrzehnten der Land- und damit Dorfflucht setzte vor einiger Zeit eine Gegenbewegung ein. Auf dem Land, auf dem Dorf zu wohnen wurde wieder attraktiv und begehrt.

 

Was ist dran? Wie geht es auf dem Dorf zu? Viele sind sicher blauäugig aus der Stadt weggezogen, einige sicher auch wieder zurückgekehrt. Also, was macht das Dorfleben aus, was gibt es dort besonderes? Alblust ist der Sache nachgegangen und schreibt in vielen Facetten davon.

Vom Landen zur Kneipe. Kultur ist überall

Alblust hat sich viel angesehen: Es ist erstaunlich, was Menschen gemeinsam bewegen können. Wenn der nächste Supermarkt weit ist, eröffnen sie einfach einen Dorfladen, wie in Großdeinbach bei Schwäbisch Gmünd. Sie tun sich zusammen, damit die Dorfkneipe offen und ein Kultur-Treffpunkt bleibt, wie im Adler in Meidelstetten. Auch die erste Seniorengenossenschaft Deutschlands wurde nicht in einer Großstadt, sondern von vorausschauenden Bürgern in Riedlingen gegründet.

Wandel in den Dörfern

Allerdings hat das Leben auf dem Land auch seine Schattenseiten. Der für sehne scharfen Analysen bekannte Tübinger Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger hat einen kritischen Blick auf den Wandel in den Dörfern geworfen. Vom und Alltag früherer Zeiten erfährt man in den Freilichtmuseen. Alblust das das in Beuren besucht.

Der Bogen wir aber noch weiter gespannt: Hausschlachtungen, sicher nicht für jedermann ein beliebtes Thema, waren früher ganz normal. Heute sind sie durch viele Vorschriften fast unmöglich geworden. In Grüningen wird die Tradition aber wiederbelebt, und Interessierte können vom Schweinestall bis zum Kesselfleischessen dabei sein.

Auch Hufschmiede gibt es nicht mehr viele. Auf dem Cover der Alblust ist aber einer davon zu sehen: Harald Straub aus Albstadt: Mit seiner mobilen Werkstatt zieht der Hufschmied von Dorf zu Dorf.

Theater, schlimme Jahre und Jugend

Weitere Themen sind die Theaterei in Herrlingen und ein historischer Spaziergang durch Königsbronn. Gerade dort ist das kein Thema, das man mit stillem Vergnügen liest. Dass sich auch junge Menschen für Geschichte interessieren, beweist Nicolas Knoblauch aus Deggingen: Als 16-Jähriger hat er einen Roman über Kaiser Barbarossa veröffentlicht. Und junge Menschen sind es, die sich für ihr Dorf und das Vereinslebeneinsetzen, wie das Beispiel von Julian Schwarz zeigt: Als er zum Ortsvorsteher in Pflaumloch gewählt wurde, war er 22 Jahre alt.

Wandern, Einkehren und legaler Hanf

Als aussichtsreiche Wanderung für sonnige Herbsttage wird die Schlossherrenrunde zwischen Munderkingen, Obermarchtal und Schloss Mochental vorgestellt. Ein beliebtes Ziel bei Wanderern ist auch die Traufganghütte Brunnental bei Albstadt, wo Tobias Hailfinger ein alpenländisches Refugium inklusive Grill-und Fonduehütte aufgebaut hat. Wer im Killertal zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, entdeckt vielleicht unterwegs ein großes Hanffeld. Manche gehen gleich zur Polizei, dabei ist alles ganz legal gepflanzt von Familie Pfister: Sie hat ihre Landwirtschaft auf Bio umgestellt und sich von Anfang an auf außergewöhnliche Feldfrüchte konzentriert, wie Kümmel, Drachenkopf und Hanf, aus dem ein Öl gepresst wird.

Und abschließend ein Besuch in der Outletcity

Ein weltweit bekanntes Ziel ist Metzingen mit seiner Outletcity, die noch weiter wachsen wird: Wolfgang Bauer, Vorstandsvorsitzender der Holy AG, spricht im Interview über die Hintergründe und die Perspektiven angesichts der Coronakrise.

 

Alblust – Das Schwäbische Alb Magazin, Ausgabe 3/2020. Erhältlich im Zeitschriftenhandel in Baden-Württemberg undbundesweit im Bahnhofsbuchhandel. 144 Seiten. Herausgeber: GEA Publishing und Media Services GmbH & Co. Kg. Preis 5,60 Euro

Verkaufsstellen oder Abobestellung findet man hier: www.alblust.de

 

Dieter Buck

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Dienstag, 18. August 2020

Klaus Bovers: Lieblingsplätze Chiemgau

 Klaus Bovers:

Lieblingsplätze Chiemgau

 

Das der Chiemgau ein herrliches Stück Bayern ist wusste ja schon der „Kini“, der auch auf Herrenchiemsee seine Bautätigkeit ausübte. Auch der Autor dieses Buches fand dort seine Wahlheimat. Die Liebe zu ihr und ihrer Schönheit mündete schließlich in dieses Buch.

 

Es ist also durchaus mit Herzblut und Heimatliebe geschrieben. Übrigens: Es heißt »der« Chiemgau, nicht etwa »das«. Und gesprochen mit »K«, bitte. Doch das ist nur eine der vielen Facetten, die Klaus Bovers an seinen Lieblingsplätzen beleuchtet: Natürlich sind das Alte Schloss auf der Herreninsel und das Kloster Seeon dabei. Aber haben Sie schon vom Drehorgelbauer in Grassau gehört, von Marias Kino in Bad Endorf oder vom Exterhaus in Übersee? Ja, in Übersee, das liegt nämlich im Chiemgau. Dafür brauchen Sie kein Flugticket. Und hoch hinaus kann im Chiemgau

 

Von Inseln, Bergen, Menschen und Meer

Egal ob auf dem Wasser oder an Land – der Chiemgau ist ein landschaftliches und kulturelles Großereignis und steckt voller bemerkenswerter Einzelheiten. Jährlich lockt er rund vier Millionen Übernachtungsgäste in den südlichen Landstrich Bayerns, der sich von Wasserburg am Inn, Prien am Chiemsee, Traunstein über Bad Reichenhall bis an die österreichische Grenze erstreckt.

 

Bovers beginnt mit Herrenchiemsee, ganz wichtig. Dann folgt Übersee, wo man nicht hinfliegen muss, denn es ist ein Ort am See. Erst danach beschreibt er Frauenchiemsee, dafür aber gleich in drei Kapiteln, so wichtig ist es ihm. Und so beschreibt der Autor Ort für Ort um den See.

Zum Autor:

Klaus Bovers, geboren 1940 in Marburg an der Lahn, ist gelernter Buchhändler. Er hat nichts ausgelassen, was die Buch- und Verlagsbranche an Chancen und Selbständigkeiten zu bieten hat. Jahrzehnte reiste er als freier Verlagsvertreter durch ganz Bayern, er darf sich also an Vergleiche der Regionen heranwagen. Als Bayern-Einwanderer lebte er seit 1972 zunächst in der Verlagsstadt München, vor rund 40 Jahren zog ihn jedoch der Chiemgau in seinen Bann, der für ihn als landschaftliches und kulturelles Großereignis ganz vorne mit dabei ist. Er hat sich seit 2010 im alten Markt Grassau niedergelassen, wo der »integrierte Zugereiste« als Autor und Literaturagent arbeitet. Seine persönlichen Lieblingsplätze findet er nicht nur in Kirchen, Klöstern und Museen, sondern auch auf einsamen Kiesbänken am Wildfluss, bei Kajakfahrten oder beim Drehorgelbauer. Und immer wieder zieht es ihn auf die Berge und zu den vielen Almen.

Klaus Bovers: Lieblingsplätze Chiemgau. Lieblingsplätze im GMEINER-Verlag. 192 Seiten, 14 x 21 cm, Klappenbroschur, 88 farbige Abbildungen. GMEINER-Verlag, 2020. ISBN 978-3-8392-2614-8. Auch als E-Book erhältlich. Buch 17,– € / E-Book 12,99 €.

Dieter Buck

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Freitag, 14. August 2020

Rosi Mangger Walder: Das Kräuterwissen meiner Großmutter

Rosi Mangger Walder:

 Das Kräuterwissen meiner Großmutter

 

 

Natur und Naturheilmittel sind wieder in, da führt kein Weg daran vorbei. Es ist viel Esoterik in diesem Hipe, aber auch viel altes Wissen, das schon in der Vergangenheit den Menschen geholfen hat und das auch heute noch kritischen Blicken standhalten kann.

 

Und so wundert es einen nicht, dass auch junge Menschen sich damit beschäftigen, sich seriös um die Hintergründe von Naturheilmitteln und ihren Wirkungen zu bemühen. Zu ihnen gehört aus dem südtiroler Passeiertal.

 

Tradition, modern umgesetzt

Die „Kräuter-Rosi“ beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit der Kraft der Kräuter und Wildpflanzen. Sie kann auf ein generationenlanges Familienwissen zur Natur zurückgreifen. Besonders wertvoll sind die Rezepturen von Großmutter Agnes. Diese bringt Rosi in die heutige Zeit und ergänzt sie nach dem aktuellen Wissensstand. Ihr Buch ist ein neues Standardwerk für den Kräutergarten: Es deckt von Hausmitteln, Kochrezepten, Sammeltipps bis hin zu Naturfärbungen alle Bereiche ab.

 

Bäuerin, Meisterfloristin und Kräuterpädagogin: Rosi Mangger Walder kennt die alpine Pflanzenwelt wie nur wenige andere. Von ihrer Großmutter Agnes hat sie gelernt, wie man aus den heimischen Wildpflanzen heilende Salben, wirksame Tinkturen und schmackhafte Gerichte herstellt. Dieses Familienwissen hat sich übermehrere Jahrhunderte bewährt und wurde von Rosi in ihrem neuen Kräuterbuch „Das Kräuterwissen meiner Großmutter“ erstmals verschriftlicht.

 

Auf 320 Seiten präsentiert sie Rezepturen, Sammelkalender und essentielle Fakten aus Volksmedizin und Volksglauben, die nach dem aktuellen Wissensstand ergänzt wurden. Das in Rosis Familie über Generationen vermittelte Kräuterwissen hat seine Eigenheiten; manche Wirkungen von Pflanzen sind noch nicht wissenschaftlich belegt. Rosi hat aber die Erfahrung gemacht, dass man gerade mit natürlichen Mitteln viel bewirken kann. In ihrem über 2.000 m² großen Kräutergarten in St. Leonhard in Passeier züchtet sie über 500 alpine, tropische und seltene Kräuter.

 

Auf Kräuterwanderungen und Workshops gibt sie einen Teil ihres Wissens mündlich weiter. In Rosis Heimatgemeinde wurden viele Bräuche beibehalten. Es gibt noch so manches „Kräuterwaibele“ und manchen „Bauerndoktor“, die ihre Heilpraktiken aber nie schriftlich festgehalten haben. Auch Rosis Großmutter Agnes Baur weihte ihre Enkelin in ihr Kräuterwissen ein. Rosi selbst war dieses dennoch zu wenig spezifisch. So absolvierte sie zusätzlich Kräuterausbildungen, um das Erbe einer Großmutter verstehen und ergänzen zu können. Einige der alten Rezepte hat sie1:1 übernommen, viele hingegen akribisch abgewogen, nachgekocht und der Zeit angepasst.

 

Über 60 Heilpflanzen, 250 Rezepturen, Brauchtum

Das Ergebnis von Rosis Nachforschungen wird in ihrem Kräuterbuch auf beeindruckende Weise sichtbar: Es versammelt rund 250 Rezepturen zu über 60 Heilpflanzen. Drei ausführliche Register geben Aufschluss, welche Rezepte bei welchen Leiden eingesetzt werden können. Ein detaillierter Sammelkalender zeigt, wann die Kräuter am besten gefunden werden können. Auch eine Beschreibung des Brauchtums durch das Jahr darf nicht fehlen, passt ja auch irgendwie zum Thema. In einem hat sich die Autorin aber verrannt: Wenn sie schreibt, dass es zur Zeit der Jäger und Sammler keine Zivilisationskrankheiten gab, dann lag das sicher nicht an der gesünderen Lebensweise unserer Vorfahren. Sondern eher daran, dass wohl kaum einer wesentlich älter als 30 Jahre wurde – nicht alles war früher besser …

 

Interessant ist auch eine Beschreibung der wichtigsten Inhaltsstoffe der Pflanzen. Gut, dass man das mal so konzentriert lesen kann. Darauf folgen die Alpenpflanzen, ein Sammelkalender und Rezepte.

 

Tipps zu Naturfärbungen mit Wolle, Aufzählungen geschützter Wildpflanzen und Auskünfte über die Inhaltsstoffe der Heilpflanzen runden das reichhaltige Angebot ab. Nützlich sind auch die Register, in denen die Rezepturen nach Pflanzen, nach Anwendungen und nach Beschwerden gelistet sind.

 

Rosi beruft sich stets auf die Kraft der Natur und Berge, die ihre Heimat sind. „Das Kräuterwissen meiner Großmutter“ zeigt, dass alte, bäuerliche Bräuche und volksmedizinische Praktiken auch noch im 21. Jahrhundert gut für die eigene Gesundheit eingesetzt werden können. Dieses Buch ist gleichermaßen Einführung wie Übersetzung jenes alten Wissens ins Heute

 

Inhalt:

  • Über 250 Rezepturen
  • Viele Infos rund ums Sammeln, Aufbewahren und Verarbeiten von Kräutern und Wildpflanzen
  • Sammelkalender und ausführliches Register
  • Grundrezepte für Salben, Seifen, Räucherungen u. v. m.

 

Zur Autorin:

Die 1976 geborene Meisterfloristin und Kräuterpädagogin Rosi Mangger Walder liebt alles, was grünt und blüht. Sie bietet Kräuterwanderungen und Workshops zu Kräuteranbau, Wildkräutern in der Küche, Dekoration mit Naturmaterialien u. v. m. an. In ihrem über 2.000 m² großen Garten und Schaugarten wachsen über 500 alpine, tropische und seltene Kräuter. Unter dem Namen „Kraedu“ vertreibt sie ihre eigene Produktlinie.

Foto (c) Staschitz

 

Rosi Mangger Walder: Das Kräuterwissen meiner Großmutter. 320 Seiten, Farbfotos, Hardcover, Format: 17 × 24 cm, Edition Raetia, 2020. ISBN: 978-88-7283-727-6. 25 €.

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Dieter Buck

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