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Sonntag, 5. August 2018

Matthias Kehle, Chris Inken Soppa: Das gibt es nur am Bodensee

Matthias Kehle, Chris Inken Soppa:
Das gibt es nur am Bodensee



Der Karlsruher Matthias Kehle, PEN-Mitglied und die Konstanzerin Chris Inken Soppa, Autorin und Übersetzerin, haben sich den Bodensee vorgenommen. Ist mal ein ganz anderer Ansatz in der Masse der Reise- und Wanderführer: Mal von der literarischen Seite aus dieses große Binnenmeer zu beschreiben.

Trotzdem nähern sich die beiden diesem deutschen Traumziel in eher touristischer Weise: Sie suchen, was es Besonderes am Bodensee gibt. Das sind allerdings in diesem Buch doch etwas andere Ziele wie gemeinhin.

Was haben der Zeppelin, die Insel Mainau, die Reichenau und die Pfahlbauten gemeinsam?
Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Sie alle gibt es nur am Bodensee. Die beiden Autoren Matthias Kehle und Chris Inken Soppa präsentieren ein Bodensee-Buch der Superlative: In kurzen, informativen Kapiteln erfährt der Leser Einmaliges, Besonderes, Wissenswertes und Kurioses über den größten deutschen See. Das alles ist nichts, was „man“ bei einem Bodenseeurlaub „abhaken“ muss. Aber es ist etwas, was immer interessiert, und was sich auch zu lesen lohnt, wenn man es daheim am heimischen Kamin macht.

Matthias Kehle, geboren 1967 in Karlsruhe, lebt dort als freier Schriftsteller und Journalist. Autor zahlreicher viel gelobter Gedicht- und Erzählbände sowie erfolgreicher Reise- und Sachbücher („Die Wanderbibel“, „Ohne Geld durch Schwaben“). Für seine in mehrere Sprachen übersetzte Lyrik erhielt er u.a. das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg und den Thaddäus-Troll-Preis. Er ist Mitglied im PEN Deutschland.

Matthias Kehle, Chris Inken Soppa: Das gibt es nur am Bodensee. 144 Seiten, ca. 80 Abbildungen, Format 16,5 x 23,5 cm, Klappenbroschur mit Fadenheftung. Silberburg Verlag, Tübingen, 2018. ISBN 978-3-8425-2075-2. € [D] 17,99, € [A] 18,50, sFr 25,50.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.


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Montag, 22. Juni 2015

Helmut Engisch: Was Großvater schon kannte

Helmut Engisch: 
Was Großvater schon kannte


Wer die Bücher oder Zeitungsartikel von Helmut Engisch kennt, weiß was ihn erwartet: Gut recherchierte und interessant und spannend präsentierte Literatur. In diesem Fall „Württembergica“ im weitesten Sinne.

„Schwäbische Ausflugsziele mit Tradition“ heißt der Untertitel dieses überaus reich illustrierten Führers. Das heißt, man findet in diesem Buch keine Geheimtipps, dafür aber bekannte Ziele in Württemberg wie:


  • Stuttgarter Wilhelma
  • Schloss Solitude
  • Grabkapelle auf dem Rotenberg
  • Schloss Ludwigsburg und Blühendes Barock
  • Kloster Bebenhausen
  • Lichtenstein, Nebelhöhle, Bärenhöhle
  • Schönbergturm
  • Blaubeuren und der Blautopf
  • Burg Hohenzollern
  • Kloster Beuron
  • Tripstrill
  • Friedrichshafen
  • Insel Mainau
  • Mummelsee
  • Kloster Hirsau

Also nun wirklich die Highlights des Landes. Wer aber nun glaubt, hier wird deshalb Altbekanntes, schon zig mal Gelesenes und Veröffentlichtes wiedergekaut, der irrt. Jede dieser Sehenswürdigkeiten wird auf mehreren Seiten ausführlich beleuchtet und beschrieben, so dass sicher auch der Kenner der Materie Neues entdecken kann, was er noch nicht wusste.

Reisen - früher mühevoll
Mühevoll war das Reisen im frühen 19. Jahrhundert, und wer nicht aus geschäftlichen Gründen gezwungen war, sich den Strapazen des Unterwegsseins zu unterziehen, blieb daheim. Bis die bildungsbürgerliche Begeisterung für die Natur und die Kultur der Heimat die Abenteuerlust befeuerte. Auch in Schwaben machten sich die Menschen nun auf, Burgen und Schlösser des Landes zu bestaunen, Höhen der Alb und des Schwarzwaldes zu erkunden und sich von romantischen Landschaften bezaubern zu lassen. So wurde das Wandern zum beliebten Freizeitvergnügen.

Zu den Schätzen Württembergs
Die Schätze des Landes, die unsere Großeltern und Urgroßeltern entdeckten, sind auch heute noch Ziel der Wanderer und Ausflügler. Zahlreiche historische Postkarten und Abbildungen werden im Band aktuellen Fotografien gegenübergestellt und erlauben so eine unterhaltsame wie interessante Zeitreise.

Ein Ausflugsführer also, wie man ihn sich wünscht. Man wünscht ihm deshalb auch einen großen Erfolg, auf dass Autor und Verlag sich entschließen, noch mehr solch interessante Bücher zu publizieren…

Wer allerdings bei den angekündigten Wandertipps des Schwäbischen Albvereins auf ebensolche konkreten Beschreibungen spekuliert, der täuscht sich. Diese beschränken sich nur auf den Hinweis auf Internetveröffentlichungen. Besser als gar nichts ist dies zwar allemal, aber die eine oder andere Kurzbeschreibung, und wäre sie nur in Stichworten geschrieben, würde dem Leser sicher mehr nützen. 

Aber das ist eine Petitesse, der Wanderfreund weiß ja ohnehin, wo er Wanderliteratur findet. Und zum Mitnehmen eignet sich das Buch seiner Größe wegen ohnehin nicht, dafür umso mehr zum Vor- und Nachbereiten eines Ausflugs zu den Sehenswürdigkeiten Württembergs.

Engisch, Helmut: Was Großvater schon kannte. Schwäbische Ausflugsziele mit Tradition.144 Seiten, zahlreiche historische Abbildungen und aktuelle Fotos. Gebunden.  Belser Verlag, Stuttgart, 2015. ISBN: 978-3-7630-2688-3. € 19,95, CHF 24,90, € 20,60 (A).


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