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Donnerstag, 26. Januar 2023

Christina Braun (Autorin), Sebastian Coenen (Illustrator): Traktor, Kühe & Bauernhof: Das große Wimmelbuch vom Landleben

Christina Braun (Autorin), Sebastian Coenen (Illustrator): 

Traktor, Kühe & Bauernhof:

Das große Wimmelbuch vom Landleben

Dieses Buch für Kinder ab zwei Jahren lädt zum Staunen und Schauen ein. Auf dem Bauernhof heißt es, und ein Bauernhof ist das, was ein Stzadtkind eigentlich gar nicht kennt. Außer Hunden und Katzen gibt es auch wenig Berührungspunkte mit Tieren. Gerade deshalb fahren einfühlsame Eltern im Urlaub auch auf einen Bauernhof.

Und hier erlebt man auf vier großen Wimmelseiten ein ganzes Jahr auf dem Bauernhof. Auch der Jahresverlauf in der Natur, von der der Bauer ja abhängig ist, geht in der Stadt ziemlich verloren. Im Sommer ist es eben heiß und im Winter ist es kälter, ab und zu fällt mal was Weißes, das die Erwachsenen Schnee nennen, und ansonsten erlebt das Kind ein Vierteljahr wahrscheinlich vor allem Matsch und Schlechtwetter.

Traktoren, Tiere und vieles mehr - ein Bauernhof-Wimmelbuch zum Schauen und Staunen
Wimmeln hin, wimmeln her: Die Bilder sind klugerweise großzügig gemalt, sodass gerade die Kleineren durch das Gewimmel nicht den Überblick verlieren, sondern sich alles in Ruhe ansehen können ohne von benachbarten Bildern groß abgelenkt zu werden. 

Leute reiten, eine Vogelscheuche wird von Vögeln belagert, ein Storch bringt kein Kind sondern holt sich einen Frosch, die Ferkel trinken bei der Mama, ebenso wie das Schäfchen und das Kälbchen. Und auch das Huhn hat kleine Küken. 

Auf einer anderen Doppelseite sieht man die bäuerliche Arbeit, wie man sie vielleicht beim Urlaub auf dem Bauernhof oder einem Ausflug aufs Land erleben kann. Danach wird ein Hoffest gefeiert, während andere noch ernten und abschließend kehrt winterliche Ruhe ein nebst Schneeballschlacht und Schlittschuhlaufen und Weihnachtsmarktstimmung nebst Glühweinstand kommt auf.

Auf den weiteren Seiten des Buches staunt man über die freigestellten und groß abgebildeten Fahrzeuge, Tiere, Obst- und Gemüsesorten, bei denen wirklich jedes Detail zu sehen ist.

Ein großes Buch also für alle Bauernhof-Fans, bei denen die Erwachsenen sich eingeschlossen fühlen dürfen!

Duden - von Anfang an richtig!

Pappbilderbücher von FISCHER Duden Kinderbuch begleiten Kinder Schritt für Schritt bei ihrer sprachlichen Entwicklung. Alle Bilderbücher sind in Inhalt und Form sorgfältig auf die jeweilige Altersstufe abgestimmt und unterstützen Eltern und Erzieher bei der optimalen Förderung ihrer Kinder.

Zu Autorin und Illustrator:

Christina Braun, Jahrgang 1975, studierte Grundschullehrerin mit Hauptfach Biologie. Nach Stationen bei mehreren Verlagen hat sie nun ihr eigenes Redaktionsbüro "Die Redaktionsgarage“. Seit 2009 schreibt und konzipiert sie dort Kinder- und Sachbücher für verschiedene Altersgruppen.

Sebastian Coenen studierte in Münster an der FH für Design und arbeitet seit 2007 als freiberuflicher Illustrator in Mönchengladbach für verschiedene Verlage und Agenturen. 
Fotos: privat

Christina Braun (Autorin), Sebastian Coenen (Illustrator): Traktor, Kühe & Bauernhof: Das große Wimmelbuch vom Landleben. 16 Seiten, ab 2 Jahren, Pappbilderbuch. FISCHER Duden Kinderbuch. ISBN: 978-3-7373-3638-3. 13 €

Dieter Buck

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Samstag, 11. Juni 2022

Guido Höne/Noemi Bengsch: Marike und Julius: Entdecke mit uns den Bauernhof

 Guido Höne/Noemi Bengsch:

Marike und Julius:

Entdecke mit uns den Bauernhof

 


Die Geschwister Marike und Julius kommen aus der Stadt und besuchen Tante Barbara und Onkel Hubertus auf dem Bauernhof. Ein fast übliches Szenario, das nur manchmal „Urlaub auf dem Bauernhof“ heißt und bei Kindern heiß begehrt und beliebt ist.

Hat es auf dem Bauernhof doch Tiere und man kann immer was entdecken. So auch hier, bei Marike und Julius auf dem Maierhof. Hier ist immer was los und die beiden Kinder entdecken mit Hündin Amy das Landleben.

Landleben praktisch und kinderleicht erklärt

Wie funktioniert ein Pflug? Was ist denn eigentlich grubbern? Warum sind Eier manchmal weiß und manchmal braun? Und haben Kühe wirklich richtige Betten? Wie heißen die Pflanzen auf dem Feld? Fragen über Fragen. Ob im Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter: Marike und Julius helfen bei den Arbeiten und bekommen von Tante Barbara und Onkel Hubertus ganz genau erklärt, wie die Arbeit auf dem Bauernhof funktioniert.

Beliebter Bauernhof

Und zusammen mit den beiden Geschwistern Marike und Julius entdecken die kleinen Leser/innen im Grundschulalter den Bauernhof und den Wald. Ein Sachbuch, aber kein trockenes, denn es erklärt Kindern ab sieben Jahren genau um was es geht.  

Wie säen die Bauern das Getreide und womit ernten sie eigentlich die Kartoffeln? Wofür wächst Mais auf den Feldern und wie baut man eine Burg aus Strohballen? Für die beiden Protagonisten gibt es unheimlich viel zu entdecken. Wann immer sie Zeit haben, besuchen die Geschwister ihre Tante Barbara und ihren Onkel Hubertus, die beide Landwirte sind.

Erzählt vom Profi

Abseits der üblichen Kinderbuch-Klischees erklärt der Autor Guido Höner, selbst gelernter Landwirt, wie das Leben auf einem Familienbetrieb und die Landwirtschaft im Laufe der Jahreszeiten wirklich aussehen. In 21 abgeschlossenen Geschichten stellen die Kinder Barbara und Hubertus jede Menge Fragen. Die beiden Bauern nehmen die Geschwister mit auf den Acker, auf die Weide und in den Stall. Immer dabei: die schwarze Labradorhündin Amy.

Die hervorragenden und gut verständlichen Zeichnungen sind von Noemi Bengsch. Das Buch richtet sich vor allem an Kinder im Grundschulalter. Die ja immer neugierig und wissbegierig sind. Und Bauernhöfe mit Tieren, Traktoren, Maschinen und vielem mehr interessieren ja Kinder immer.

Zu jeder Geschichte gibt es weiterführende Infokästen. Hier erfahren die jungen Leser vieles auch über komplexe Themen wie Bodenbearbeitung, Düngung und Tierhaltung. Oder warum der Regenwurm so wichtig für die Fruchtbarkeit des Bodens ist. Das ist dann schon eine Stufe höher und theoretischer, sozusagen die Königsklasse.

Ihr Wissen können die Kinder in einem Quiz am Ende des Buches testen. Und ganz zum Schluss lernen die Leser die Helden des Buches persönlich kennen: Marike und Julius sind Geschwister und leben auf einem Biohof im Sauerland. Barbara und Hubertus bewirtschaften einen Familienbetrieb im Münsterland. So persönlich beschrieben haben die Kinder doch gleich ein ganz anderes Verhältnis zum Buch, vor allem aber zum Landleben.

Das Buch ist ein hervorragendes Werk, um Kindern nicht nur das Landleben zu erklären und sie darüber aufzuklären, wo eigentlich die Milch und das Getreide fürs Brot herkommen – und dass Arbeit dahinter steckt, sondern auch Verständnis für die Landwirte zu schaffen. Gerade Kinder, die in der Stadt leben, haben ja oft gar keine Kenntnis und kein Verständnis für das Landleben. Woher auch?

Guido Höne/Noemi Bengsch: Marike und Julius: Entdecke mit uns den Bauernhof. Landwirtschaft und echtes Landleben im Lauf der Jahreszeiten ganz genau erklärt. 96 Seiten, zahlreiche Bilder, Format 26 x 21 cm, Hardcover. € 16,00 [D] | € 16,50 [A] | CHF 22,90. LV.Buch im Landwirtschaftsverlag, Münster. ISBN 978-3-7843-5636-5

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier 

Dieter Buck

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Samstag, 22. Februar 2020

Werner Bätzing: Das Landleben

Werner Bätzing: Das Landleben
Geschichte und Zukunft einer
gefährdeten Lebensform



Bekannt ist der emeritierte Professor Werner Bätzing vor allem als Alpenspezialist. Dass das Interessenspektrum und Wissensgebiet des bekannten Geographen und Alpenforschers aber noch viel weiter geht beweist der fleißige Ruheständler mit seinem neuesten Werk – einer Ausarbeitung über das Landleben. Hat mit den Alpen ja nicht so weit entfernt ja auch was zu tun …

Land-Lust und mehr – das Landleben ist seit Jahren wieder in. Nicht allerdings um selbst zwischen Traktorenlärm und Geruch von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu leben. Sondern als Verklärung, als Wuschtraum, gesehen aus städtischer Sicht. Als Flucht in die Idylle. Bei Bätzing heißt das: „Das neue Sonntagsbild der Städter: Das Land als „schöne Landschaft“ – so eine Kapitelüberschrift.

In einer Zeit zunehmender Verstädterung brauchen wir aber eine neue Sicht auf das Landleben. Es ist keineswegs Ausdruck überholter Verhältnisse, es ist vielmehr Grundlage für die Dynamik und Spezialisierung in den Städten und Zentren. Werner Bätzing hält das Land mit seinen Traditionen und Kulturlandschaften für unverzichtbar. Daher mündet sein so fundiertes wie nachdenkliches Buch in Leitideen für die Zukunft des Landlebens. 

Gibt es heute noch ein Leben auf dem Land, das nicht städtische geprägt ist? Und brauchen wir in der modernen Welt überhaupt ein Landleben? Oder ist es nur noch ein romantisches Relikt aus der vergangenen Zeit? Wer das Landleben verstehen will, so Bätzing, muss Landwirtschaft, bäuerliche Kulturlandschaften, Dorfleben, Traditionen sowie die engen Verflechtungen zwischen Ihnen kennen.

Da das Land aber stets in einem engen Austausch mit der Stadt steht, muss er auch verstehen, welche Auswirkungen die Industrielle Revolution, die Entdeckung des Landes als "schöne Landschaft", der wirtschaftliche und demographische Wandel, die Entstehung der Konsumgesellschaft und das Erstarken des Neoliberalismus auf das Landleben besitzen - andernfalls besteht die Gefahr, das Land zu stark als Idylle wahrzunehmen.

Landleben als Auslaufmodell?
So betrachtet der Autor das Leben auf dem Land und seine Veränderungen. Im Leben in der Familie, aber auch den Wandel in der Dorfwelt. Zu keiner sonstigen Zeit gab es innerhalb weniger Zeiten so durchgreifende Strukturelle Änderungen wie in den letzten Jahrzehnten. Man schaue sich nur mal Fotos aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg an. Mit Tieren als Zug“maschinen“, Bauern und Knechten (so es sich noch gab) auf dem Weg zur Handarbeit. Höchstens zu allerschlechtesten Zeiten wie zum Beispiel der Entvölkerung im Dreißigjährigen Krieg gab es solche Umbrüche. Damals aber nur im „Bereich Mensch“, nicht in der bäuerlichen Arbeit.

Eines von Bätzings Themen sind die Veränderungen in der Arbeitswelt, passend dazu die Entwertung des Landes durch die Stadt. Wer persönliche Beziehungen, womöglich gar verwandtschaftlicher Art, zwischen Land und Stadt hat, mag sich mal die Beziehungswelt, das Selbstverständnis von Land- und städtischer Bevölkerung ansehen. Da tun sich heute noch manchmal Gräben auf. „Ich oben, du unten“, mag man da manchmal denken, fühlt sich der eine oder andere.

Landleben hier – Stadtleben da
Bätzings scheut Kontroversen nicht. So steht seine breit angelegte und historisch fundierte Darstellung quer zu den üblichen Sichtweisen und lässt das Landleben in einem völlig neuem Licht erscheinen. Nicht schlecht, man sollte sich seine Ansichten in Ruhe zu Gemüte führen und auf sich wirken lassen. Und dann entscheiden, wie steht man selbst zu der Sache. Danke auch für den Denkanstoß.

Werner Bätzing hat sich schon immer für das Land interessiert. Er hat sich allerdings aus Zeitgründen auf sein wohl Hauptthema, die Alpen konzentriert, konzentrieren müssen. Jetzt, emeritiert, hat er eher Zeit und Muße, auch solch liegengebliebene Projekte anzupacken. Seien wir dankbar darüber. Wer sonst als er könnte ein solch umfassendes Thema kurz und gut verständlich in zwei Buchdeckel packen, die auch für den geografischen Laien und – seien wir ehrlich – den gelegentlich Landidylle genießenden Städter verständlich sind.

Bätzing schließt sein Werk optimistisch mit seiner „Bilanz: Das Landleben ist unverzichtbar.“ Das mögen sich der eine oder andere Städter, aber auch manch verunsicherte Dorfbewohner hinter die Ohren schreiben. Zukunft für das Landlebens und Ausblick sind die Schlussworte des Autors.

Als Leser und somit Profiteur von Bätzings Fleiß darf man gespannt sein, mit was er die Welt das nächste Mal überraschen wird.

Inhalt
1. Einführung: Landleben – was bedeutet das?
1.1 Aufgabe und Zielsetzung
1.2 Der doppelte Blick auf das Landleben
1.3 Definitionen von Land und ländlichem Raum
1.4 Zur Konzeption und Gliederung

2. Die Entstehung des Landlebens und die Veränderung der Natur
2.1 Der Beginn des Landlebens
2.2 Neue Raumstrukturen durch Landwirtschaft
2.3 Ökologie der Kulturlandschaft
2.4 Kulturelle Rahmenbedingungen des Landlebens

3. Die Entwertung des Landes durch die Entstehung von Städten und Hochkulturen
3.1 Fundamentale Veränderungen auf dem Land – warum?
3.2 Die Entstehung von Städten und Stadtstaaten
3.3 Die Entstehung von Großstädten, Hochkulturen und großen Reichen
3.4 Zur Entwertung des Landes durch die Stadt

4. Die Gleichwertigkeit von Land und Stadt im mittelalterlichen Europa
4.1 Die europäische Sonderentwicklung ab dem Jahr 1000
4.2 Die Intensivierung der Landwirtschaft: Dreifelderwirtschaft
4.3 Alt-/Jungsiedelräume und Vergetreidung/Vergrünlandung
4.4 Das Aufblühen von Handwerk und Gewerbe auf dem Land
4.5 Die Schwächung des Landlebens im 18. Jahrhundert

5. Die Auswirkungen der Industriellen Revolution auf das Landleben
5.1 Die Industrielle Revolution und das «Ende der Fläche»
5.2 Der wirtschaftliche Wandel: Reagrarisierung des Landes
5.3 Der demographische Wandel: Verstädterung und Bevölkerungsrückgang
5.4 Der kulturelle Wandel: Modernisierung und Neuerfindung der Tradition
5.5 Das neue Sonntagsbild der Städter: Das Land als «schöne Landschaft»

6. Die forcierte Modernisierung des Landlebens zwischen 1960 und 1980.
6.1 Die allerletzte Phase der Industriegesellschaft und ihre neuen Rahmenbedingungen
6.2 Der wirtschaftliche Wandel: Spezialisierung und Intensivierung
6.3 Der demographische Wandel: Suburbane und periphere Räume
6.4 Politische Interventionen: Dorfsanierung, Schul- und Gebietsreform und das System der Zentralen Orte
6.5 Der kulturelle Wandel: Landleben als Auslaufmodell

7. Die Postmoderne – eine neue Aufwertung oder das endgültige Verschwinden des Landlebens?
7.1 Der Bruch zu Beginn der 1980 er Jahre und seine Ursachen
7.2 Der wirtschaftliche Wandel: Entstehen neue Arbeitsplätze auf dem Land?
7.3 Neue politische Zielsetzungen für den ländlichen Raum
7.4 Bevölkerungsentwicklung: Abwärtsspirale oder erneuter Aufschwung?
7.5 Siedlungsentwicklung: Die Entstehung der «Zwischenstadt»
7.6 Der ökologische Wandel: Agrarwüsten, Wildnisgebiete und der neue Umweltschutz
7.7 Der kulturelle Wandel: Von der selbstverständlichen zur selbstgewählten Tradition
7.8 Gibt es heute noch ein Landleben?

8. Welche Zukunft für das Landleben?
8.1 Bilanz: Das Landleben ist unverzichtbar
8.2 Mögliche zukünftige Entwicklungen des Landes
8.3 Leitideen für die Aufwertung des Landlebens
8.4 Ausblick

Zum Autor:
Werner Bätzing, Prof. em. für Kulturgeographie, ist als Alpenforscher in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit bekannt geworden. Für seine Arbeiten zum Alpenraum erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Seit 1995 beschäftigt er sich auch vertieft mit dem ländlichen Raum in Bayern und engagiert sich für seine Aufwertung.

Veranstaltung:
22. Mai 2020, 19:30 Uhr
Altusried, Theaterkästle, Schulstraße 5
"Allgäuer Literaturfest" mit Werner Bätzing: Vortrag:  Das Landleben

Werner Bätzing: Das Landleben. Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform. 302 Seiten mit 27 überwiegend farbigen Abbildungen, 3 Karten und 3 Tabellen, Bindung: Hardcover. Verlag C. H. Beck, 2020. ISBN 978-3-406-74825-7.
Hardcover 26,00 €, e-Book 19,99 €.
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Dienstag, 9. Februar 2016

Alexander Knecht / Günter Stolzenberger: Lust aufs Land

Alexander Knecht/Günter Stolzenberger: 
Lust aufs Land 
Die schönsten Seiten des Landlebens




Landleben ist in. Man sieht es an der Zahl der in den letzten Jahren erschienenen Magazine darüber. Hochglanz, stimmungsvoll layoutet. Garten, Freizeit, kochen, backen, basteln, dekorieren. Eine bestimmte Zielgruppe wird angesprochen. Und diese dürfte recht groß sein. Sie interessiert sich für das Landleben allgemein, aber auch in einer bestimmten Region, wie man anhand der erschienenen Magazine erkennt.

Und in diesen Hipe hinein wurde ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht. Das Cover passt ins Genre, was jetzt nicht negativ gemeint ist - warum soll man den Leuten, die genug von grauen Betonburgen, städtischem Leben, Lärm, Hektik, letztendlich auch eine gewisse „Entmenschlichung“, haben, nicht das bieten was sie wollen?

Schließlich erreicht wohl die meisten Leute zumindest ab und zu die Lust aufs Landleben. Aufs „einfache“ Landleben möchte ich jetzt nicht sagen, denn wer es kennt, der weiß, dass es alles Mögliche ist, nur nicht einfach. Kriegt man mit etwas Organisation aber hin - wer im Moloch Großstadt zurechtkommt, der kommt auch auf dem Land zurecht. Wäre doch gelacht.

Wer aber gedacht hat, in diesem Buch wird das Magazinthema ebenfalls, nur vielleicht etwas theoretischer, behandelt, der irrt. Es ist eine literarische Anthologie. In vergnüglichen, mitunter humorvoll-skurrilen Geschichten lassen 25 (!) namhafte internationale und deutschsprachige Autoren uns an ihrer Sehnsucht nach dem Land als Ort der Zuflucht teilhaben. Als Namen sollen nur ein paar erwähnt werden: Guy de Maupassant, Siegfried Lenz, Herbert Rosendorfer, Friedrich Sieburg, Roda Roda (der nicht gerade begeistert vom Landleben ist …) und Hermann Hesse. Na, wenn das nicht eine exklusive Auswahl ist! Aber sie setzt hohe Ansprüche. Aber die Autoren, gestandene Literaten wie Journalisten, bieten eine reizvolle Auswahl.

Sie erzählen von den Freuden des einfachen Lebens, von purer Natur und frischer Luft, die freilich durch das liebe Vieh mitunter etwas streng riechen kann, von Kindheitserinnerungen, idyllischen Gärten, dem Reiz des Morbiden manchmal. Auch die Liebe auf dem Land und der krähende Hahn am frühen Morgen dürfen natürlich nicht fehlen. Und das Schönste: man kann diesem Landleben, nämlich in Form dieses Buches, auch in der Stadt frönen. Ob jetzt als Vorbereitung oder Erinnerung an einen Landurlaub, egal. Schön war‘s oder schön wird’s sein.

Ein Nachwort darf natürlich nicht fehlen: Es geht die Sache von der grundsätzlichen Seite an. Insofern darf es natürlich nicht fehlen. Wer es jedoch als Vorwort liest, macht aber auch nichts verkehrt …

Alexander Knecht / Günter Stolzenberger (Hrsg.): Lust aufs Land Die schönsten Seiten des Landlebens. Ein Lesebuch. Originalausgabe. 192 Seiten. DTV Deutscher Taschenbuchverlag, München. ISBN: 978-3-423-14407-0. Euro: 9.90 [D] 10.20 [A].
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