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Sonntag, 23. Oktober 2022

Alfred Komarek: Salz & Österreich

 Alfred Komarek:

Salz & Österreich

 


Salz ist Leben, auch wenn manche Menschen meinen, sie könnten ganz oder größtenteils darauf verzichten Aber zum Beispiel die Identität Österreichs ist untrennbar verbunden mit diesem heißbegehrten Mineral.

Es war schon immer ein heiliges Pulver, und es war schon immer etwas geheimnisumwittert. Wie eigentlich alles, was aus der Erden gefördert wurde.

Alfred Komarek, der bekannte Schriftsteller, nimmt dies alles zum Anlass, tief in die Geschichte des weißen Goldes einzutauchen. Das sagenumwobene Salz öffnet ihm viele unterschiedliche Türen zum Thema Österreich: prächtige und bescheidene, ungewöhnliche, geheimnisvolle, alte und neue. 

Alfred Komarek besucht Salzburg und Hallstatt, zwei Orte, die von der UNESCO verbrieftes Weltkulturerbe sind, spürt der ersten Pferdeeisenbahn Europas nach, die ohne Salz nicht entstanden wäre, erzählt die Gründungsgeschichte von Mariazell mit einer Prise Salz und erklärt kenntnisreich, warum Salz der Grund dafür ist, dass im Ausseerland einige Leute Pehringer heißen

„Salz ist das Zauberwort, das österreichische Lebensräume für faszinierende, spannende, lustvolle Erfahrungen erschließt.“

Komarek nimmt seine Leser*innen mit auf Streifzüge durch ein Land, in dem Spuren von Salz fast überall zu finden sind, lässt Gaststars von Mozart bis Königin Maria Theresia auftreten und verwandelt das äußerlich unscheinbare Mineral in einen bunt schillernden, literarischen Diamanten. 

Und dies alles nicht wissenschaftlich trocken erzählt, sondern in der Komarek eigenen Art, sprachlich gekonnt, ja geschliffen wie ein Diamant, erzählerisch mit Tiefgang, viel wissend, geschichtliche versiert, aber alles so geschrieben, dass auch der Laie in dieser Geschichte alles versteht und Gewinn aus dem Buch zieht.

Zum Autor:

Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee. Literarischer Wegbegleiter durch Österreichs Kulturlandschaften, Essayist und Erzähler. Autor der „Polt“-Kriminalromane und der Salzkammergut-Tetralogie rund um den Publizisten Daniel Käfer. „Glauser“- und „Romy“- Preisträger, Toleranzpreis des österreichischen Buchhandels. Sieben Romane wurden von ORF und arte verfilmt. Lebt als freier Schriftsteller in Wien, Bad Aussee und Niederösterreich.

Alfred Komarek Salz & Österreich Ein Mineral macht Geschichte. 208 Seiten, Format 17,0 x 24,0, Hardcover kaschiert, mit zahlreichen Fotos und Abbildungen. Kremayr & Scheriau, Wien, 1. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-218-01357-4. 26 €.

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

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Sonntag, 22. September 2019

Barbara Rieger / Alain Barbero: Kinder der Poesie

Barbara Rieger / Alain Barbero:
Kinder der Poesie



Ein Autor, ein Dichter, ein Schriftsteller, natürlich auch eine „-in“, fällt ja nicht vom Himmel. Irgendwie macht es sich bei den Vertreter/innen der schreibenden Zunft schon in der Jugend, in der Kindheit, bemerkbar, dass sich da etwas Besonderes entwickelt.

Und so liegt es nahe, dass sich jemand einmal mit den frühen Anfängen, der Kindheit, von Autoren und Autorinnen beschäftigt. Interessant ist das Thema allemal.

18 Autoren und Autorinnen haben sich auf dieses Spiel eingelassen und zeigen sich in diesem Band von einer ungewohnten, oft überraschenden und sehr persönlichen Seite.

Zauber der Kindheit
Die Kindheit ist ein Ort, an dem alles noch offen war. Sie ist mit Nostalgie und Magie verbunden, mit Leid und Schmerz. Eine intensive und prägende Zeit, fragmentarisch, aufgeladen, trügerisch. Oft lässt sich aus den Erinnerungssplittern kaum ein Gesamtbild konstruieren. Alain Barbero gelingt es, mit seinen Fotografien vergangene Momente wiederzuerwecken, neu zu entdecken, an die Orte der Kindheit zurückzukehren.

Das 20. Jahrhundert im Spiegel der Literatur
Geboren zwischen 1924 bis 1994, in Belgrad, Wien, Altaussee und vielen anderen Orten, erzählen die Autoren und Autorinnen aus ihrer Kindheit: Friederike Mayröcker etwa von der Hand ihrer Großmutter, Josef Haslinger vom Spielsaal im Kloster, Daniel Wisser von der Unmöglichkeit zu vergeben. Umrahmt werden die Texte von Barbara Riegers einfühlsamen Porträts zu den Autoren und Autorinnen und deren Geburtsjahren. So entsteht eine eindrucksvolle Reise durch das 20. Jahrhundert.

Wenn ich „er“ sage, halte ich es fast nicht aus und denke: „Dieses Kind warst du“, „Dieses Kind sollst du gewesen sein“, und möchte noch heute meine schützende Hand über den Sechs-, Sieben- oder Achtjährigen halten.  
Norbert Gstrein

Interessant wird das Buch nicht nur durch die Gedanken von Barbara Rieger. Es enthält auch Originaltexte, zum Beispiel von Theodora Bauer, Dimitré Dinev, Milena Michiko Flašar, Barbara Frischmuth, Sabine Gruber, Norbert Gstr, Josef Haslinger, Bodo Hell, Elias Hirschl, Alfred Komarek, Barbi Marković, Friederike Mayröcker, Robert Menasse, Petra Piuk, Kathrin Röggla, Julian Schutting, Anna Weidenholzer und Daniel Wisser. Ein Flug durch viele Jahrzehnte österreichischer Literatur und Poesie also. Dazu kommen Reminiszenzen an die seinerzeitigen Jahre, das Leben, die Politik. Auch eine Art Nostalgie also.

Ein besonderes Buch
Wie es sich für ein solches Buch gehört, ist es auch ansprechend, phantasievoll, anregend gestaltet. Das beginnt beim Format, geht über Papier und Layout bis hin zu den melancholischen schwarz-weiß-Bildern. Allerdings ist dieses Buch nicht völlig bar jeglicher Farbe: einzelne Seiten sind farbig gehalten, was eine anregende Abwechslung für den Leser darstellt.

Zu Autorin und Fotograf
Barbara Rieger, geboren 1982 in Graz. Studium in Wien. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Lebt und arbeitet als Autorin und Schreibpädagogin in Wien. Leiterin des Lehrgangs Schreibpädagogik. Betreibt seit 2013 gemeinsam mit Alain Barbero den trilingualen Literatur- und Fotoblog „Café Entropy“, aus dem das Buch „Melange der Poesie“ hervorging. Ihr erster Roman „Bis ans Ende, Marie“ ist im Herbst 2018 bei Kremayr & Scheriau erschienen.

Alain Barbero, geboren 1960 in Annecy, Frankreich. Lebt als freier Fotokünstler in Paris. Portraitierte zahlreiche PolitikerInnen und KünstlerInnen analog in Schwarzweiß. Heute arbeitet er in digital. Verschiedene Publikationen und Ausstellungen in Paris, Wien und Rom. Betreibt seit 2013 gemeinsam mit Barbara Rieger den trilingualen Literatur- und Fotoblog „Café Entropy“, aus dem das Buch „Melange der Poesie“ hervorging.
beide Fotos: Alain Barbero

Barbara Rieger / Alain Barbero: Kinder der Poesie. 240 Seiten, Format 24,5 x 16,5 cm, zahlreiche schwarzweiß-Fotos. Kremayr & Scheriau, 1 Auflage, 2019. ISBN: 978-3-218-01179-2. 29 €
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Montag, 30. März 2015

Anton Kiefer: Österreich-Atlas

Anton Kiefer: Österreich-Atlas

Literarisch-fotografische Erkundungen
aus der Mitte Europas

Herausgegeben von Anna und Jochen Jung



Dies ist kein Reiseführer im eigentlichen Sinn, aber ein Führer auf den Spuren von Josef Kyselak, der Anfang des 19. Jahrhunderts Österreich, Bayern, Südtirol und Slowenien durchstreifte. 

Bekannt ist er nicht nur wegen der Veröffentlichung seiner Erlebnisse, sondern auch weil er seinen Namen überall auf den Wänden hinterließ.

Auf seinen Spuren war der Fotograf Anton Kiefer unterwegs, und namhafte österreichische Schriftsteller haben zu jedem seiner 74 Fotos ein Essay geschrieben.
Hier finden Sie eine ausführliche Besprechung dieses außergewöhnlichen Buches.





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