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Sonntag, 20. Oktober 2024

Matthias F. Mangold: Schwaben. Meine kulinarische Heimat

Matthias F. Mangold:

Schwaben

Meine kulinarische Heimat

Menschen, Geschichten, Rezepte

 


Spätzle, Sauerkraut, Brezeln, Trollinger – gibt es noch etwas zu sagen zum Verhältnis Schwaben und Kulinarik? Oh ja, es gibt.

Und obwohl gebürtiger Franke hat der Autor ein Buch über das emsige Volk im Südwesten Deutschlands vorgelegt, das einige Vorurteile widerlegt. Zum Beispiel, dass mit „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ keine hochstehende Kulinarik vereinbar sei. Das ist ja bekanntlicherweise schon dadurch widerlegt, dass in Schwaben – zusammen mit Baden – sich die größte Anzahl an Sterneküchen befindet.

Schwaben – eine Landschaft mit Tiefgang, die echte Natur- und Kulturschätze birgt und Menschen mit herausragendem Erfindergeist hervorbringt. Was man auch bei Alblinsen, Streuobstbränden oder schwäbisch-hällischen Landschweinen schmecken kann. Schreibt der Verlag.

Und dank ihm bietet sich uns die Gelegenheit, zusammen mit dem Bestsellerautor Matthias F. Mangold die Region zwischen Baden, Franken und Bayern in Sachen weltlicher Genüsse genauer unter die Lupe zu nehmen. Da man sich nicht nur in einer der beliebtesten Urlaubsregionen bewegt, sondern es hier auch in Sachen Genuss etwas zu entdecken und erzählen gibt, wird man als Leser bald merken.

Der Autor erzählt aber nicht trocken von seiner kulinarischen Reise, sondern traf auch zahlreiche Menschen, die in Bezug auf Essen und Trinken aktiv sind: Landwirte, Produzenten und Gastronomen nebst den weiblichen *innen-Pendants, die das neue Schwaben prägen.

Wahr ist natürlich, dass einige Regionen des Landes durch die einstige Armut nicht gerade eine Hochküche hervorbrachten, sondern die Leute froh waren, wenn sie nicht mit knurrendem Magen ins Bett gehen mussten. Der dadurch entstandene Zwang zur Sparsamkeit und Restverwertung brachte aber dafür eine ganz besondere Art von Küche mit sich, und es sind nicht die schlechtesten Rezepte, die darauf zurückgehen und heute noch beliebt sind.

Und wer wird besucht? – Bäcker, Linsenbauer, Wengerter, Brenner, Wanderschäferin, Maultaschenmacher, Schweinezüchter und Messerschmied und natürlich beispielhafte Gastronomie. Dazu gibt es unzählige Rezepte, schwäbische. Vom Hefezopf über die natürlich nicht fehlen dürfende Linsen mit Saitenwürstle, Maultaschen und Nieren, weiter Träubleskuchen, Flädlesuppe, Kässpätzle, soichnassen Kartoffelsalat, Zwiebelkuchen und vieles mehr.

Das hervorragend gemachte, fotografierte und sogar mit einem Lesebändchen versehene Buch ist eine Mischung aus Reise-Erinnerungen, Kochrezepten und Porträts über innovative Menschen, die sich in Sachen Kulinarik einen Namen gemacht haben. Trotzdem erscheinen kulinarische Klassikern wie Maultaschen, Kartoffelsalat und Träubleskuchen im Buch, aber auch die Geschichte über das „wiederbelebte“ Schwäbisch-Hällische Landschwein. Mangold besucht unter anderem Produzenten und Gastronomen, eine Wanderschäferin, eine alte Backstube, einen Streuobst-Schnapsbrenner und vieles mehr.

Zum Autor:

Zu Schwaben hat der in Franken geborene, heute in der Pfalz wohnende Matthias F. Mangold eine besondere Beziehung – 20 Jahre im Großraum Stuttgart prägten ihn als jungen Erwachsenen nachhaltig. Er arbeitete schon als Weinkellner und Massagetherapeut in Kalifornien, studierte Philosophie, schrieb Rockkritiken, leitete die Presseabteilung einer Plattenfirma und ist nun in Sachen Kulinarik und allem, was der Gourmet liebt, als Journalist tätig. Er betreibt eine Koch- und Weinschule, ist prämierter Autor zahlreicher kulinarischer Bücher sowie Chefredakteur des wichtigsten deutschen Weinguides VINUM.

Zu den Fotografen:

Die Brüder Axel und Ralf Killian leben in Oberrotweil bei Freiburg. Seit 1992 arbeiten sie als freie Fotografen in den Bereichen Dokumentation, Werbung und Editorial. Axel Killian publiziert Gartenbildbände, Kalender und Ausstellungskataloge für Freiburger Museen. Ralf Killian fotografiert Musikerporträts und CD-Produktionen u.a. für das Label AVI-Music/SWR2.

Matthias F. Mangold: Schwaben. Meine kulinarische Heimat. Menschen, Geschichten, Rezepte. Kochbuch. Fotos: Axel und Ralf Killian. 192 Seiten mit farbigen Abbildungen, Format 16,5 × 23,5 cm, gebunden mit Lesebändchen. 8 grad verlag, Freiburg, 2023. ISBN: 978-3-910228-18-4. 35 €

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

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Sonntag, 25. Juni 2023

Schöner Südwesten Ausgabe 4 2023 ist da

Jetzt neu:

Schöner Südwesten, Ausgabe 4 2023

Das Magazin für Baden und Württemberg

 


Wieder mit jeder Menge interessanter Artikel und Interviews. Dazu wieder ein Wandertipp von Dieter Buck. Dieses Mal führt er zu den legendären Klettergipfeln des Battert bei Baden-Baden – die leider seit kurzem teilweise gesperrt sind. Aber wandern dort und die herrliche Aussicht genießen kann man trotzdem.


 

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Dieter Buck

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Mittwoch, 6. April 2022

Kimberley Hoffman: Schwaben wimmelt

 Kimberley Hoffman:

Schwaben wimmelt

 


Dass es im bekannt fleißigen Schwaben überall wimmelt überrascht sicher nicht viele. Aber das Gewimmel in einem wunderschönen Buch auch noch gezeichnet zu sehen, ist noch einmal was ganz anderes.

Die Wimmelreise durchs schöne Schwabenländle beginnt gleich auf dem Cover mit dem altbekannten und für eine Reise bestens geeigneten Lied von der „schwäb’sche Eisenbahn“. Und einer ersten Übersicht über das Ländle vom Norden und vom Süden, überflogen von zwei Zeppelinen, die die urschwäbischen Worte „Sodele“ und „Ha no“ in die weite Welt tragen. Dies dürfen sie dann auch auf den Folgeseiten tun.

Nicht fehlen dürfen dabei hier auch die Sieben Schwaben, aber auch die berühmten Höhlen mit ihren sensationellen Fundstücken aus grauer Vorzeit, mit den ältesten Kunstwerken der Menschheit und ihren glücklichen Findern. Und dazwischen viel schwäbisches, bis hin zur berühmten Weißen Frau vom Hohenzollern.

Innen beginnt das Buch dann in der Neckarregion um Heilbronn mit Burg Weibertreu – neben die die Künstlerin ganz kühn das Deutschordensschloss Bad Mergentheim im Lieblichen Taubertal gesetzt hat, und dem Freizeitpark Tripsdrill. Schaut man sich dort die Achterbahn an, kann es einem bereits bei der gezeichneten Version fast schon schlecht werden. …

Über den Schwäbisch-Fränkischen Wald – wo sich eine Mammutfamilie an den Hörschbachwasserfällen vergnügt – führt das Buch dann bis ins hohenlohische Crailsheim und nach Süden nach Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg. Maultaschenfreunde können sich an den Gedanken des Mönches vom Kloster Maulbronn, der auch an Fastentagen was ganz anderes im Kopf hatte, erfreuen. Wer genau hinschaut findet sogar die Venus vom Hohle Fels als dralle Bikinifigur im Planschbecken, wo sie mit dem ebenso berühmten Urzeitpferdchen Ball spielt.

Weiter geht’s vergnüglich nach Tübingen und zum Kloster Bebenhausen. Insider und Kenner der Verlagsgeschichte werden hier bei der Abbildung und der Adresse des ehemaligen Verlagsgebäudes des Silberburg-Verlages vergnügen. Der Leser und Schauer erreicht dann die Achalmstadt Reutlingen, Rottweil mit seiner schwäbisch-alemannischen Fasnet und die schwäbisch-badische Doppelstadt Villingen-Schwenningen.

Ein Ausflug auf die winterliche Schwäbische Alb mit ihren Burgen und Höhlen darf so wenig fehlen wie eine Rundfahrt durch Oberschwaben mit Sigmaringen, Ulm, Ravensburg, Weingarten und Tettnang. Dass die Bärenhöhle entgegen dem Bild im Winter leider geschlossen ist werden interessierte Leser sicher vor einer Fahrt dorthin während der kalten Jahreszeit hoffentlich recherchieren. Die Reise endet am Bodensee, dem »Schwäbischen Meer«, in Friedrichshafen mit dem Zeppelin Museum.

Dieses liebevoll gezeichnete Wimmelbuch zeigt die ganze Vielfalt des Lebens in Schwaben: viel gilt es zu Städten, Orten, Festen und Bräuchen zu entdecken und zu bestaunen, und auf jeder Seite tummeln sich wiederkehrende, lustige Figuren.

Das Buch macht Lust darauf, die Städte und Landschaften Schwabens mit der ganzen Familie ausgiebig zu erkunden - ein spannendes und wimmeliges Vergnügen also für Groß und Klein, für die ganze Familie, denn auch Opa und Oma suchen gerne und freuen sich, wenn Sie etwas entdecken, das sie gut kennen, und wo sie sich vielleicht sogar wiedererkennen. Und Vorfreude ist bekanntlich eine der schönsten Freuden. Gut und lobenswert ist auch die Idee, die gezeichneten Sensationen auch zu benennen. So bleibt einem manches Rätselraten erspart – nicht alle sind schließlich in Heimatkunde oder Stadt, Land, Fluss fit.

Zur Grafikerin:

Seit 2004 gestaltet die Diplom-Illustratorin (USA) Kimberley Hoffman unter dem Namen »hoffmanillustrates! « phantasievolle Bilder für Kinder und Familien. Sie beherrscht verschiedene Stile, von leicht und verspielt bis hin zu realistisch und sehr detailliert – und sie gestaltet gern Wimmelbücher, weil sie darin viele kleine Details und Geschichten verstecken kann. Sie lebt und arbeitet in Wolfenbüttel.
Foto: Silberburg-Verlag, Fotoatelier Elenass

Kimberley Hoffman: Schwaben wimmelt. 16 Seiten, ca. 9 Abbildungen, Format 24,0 x 32,0 cm, Pappbilderbuch. Silberburg Verlag, Tübingen, 2022. ISBN: 978-3-8425-2355-5. € [D] 16,99, € [A] 17,50, sFr. 23,90

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Dieter Buck

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Freitag, 14. Dezember 2018

Ute Böttinger, Notburg Geibel, Andrea Jenewein, Frank Rothfuss, Jochen Schmid: Das Beste aus Schwaben

Ute Böttinger, Notburg Geibel,
Andrea Jenewein, Frank Rothfuss,
Jochen Schmid:
Das Beste aus Schwaben


Auf dem ersten Blick überrascht dieses Buch bereits beim Blick auf den Einband: Man schaut durch ein Loch auf die Schwaben. Ist das eine erste Einstimmung auf das hier oft gebräuchliche „helinga“, auf das Verstecken oder unter Wert verkaufen der Schwaben? 
 
Nein, wahrscheinlich nur ein netter Gag des Gestalters. Schlägt man dann das fast schwergewichtig zu nennende Buch auf und gelangt zum Inhaltsverzeichnis sieht man den logischen Aufbau nach den Großlandschaften Schwabens, nein Württembergs: Oberschwaben, Schwäbische Alb West, Stuttgart, Hohenlohe. 
 
Ganz erschließt sich das nicht, denn dass man unten anfängt und oben aufhört ist wohl eher ungewöhnlich. Auch dass man nur den westlichen Teil der Alb behandelt, den östlichen nicht, verwundert. Und Hohenlohe? Hoffentlich bekommt kein Hohenloher das Buch in die Hand, der wäre sicherlich mehr als verärgert, dass man ihn auf einmal zu den Schwaben rechnet. Württemberger ist er zwar dank Napoleons Gnaden, wie die Oberschwaben, allemal. Aber Schwabe? Da schüttelt er sich vermutlich. Was fehlt ist jedoch der ganze Rest des nördlichen Teil des Landes, der von Schwaben bewohnt ist, sowie der Schwarzwald – der ist ja nun auch nicht ganz badisch, sondern auch schwäbisch. 
 
So, jetzt aber genug gebruddelt. Beschäftigen wir uns lieber mit dem, was im Buch drin ist. Und das ist genug, was man loben könnte. Immer auf einer Doppelseite, links Foto, rechts Text, ist in dem Buch beschrieben, was sehenswert, bemerkenswert, wissenswert – und vor allem besuchenswert ist. Und das ist eine ganze Menge. 
 
Der Verlag beschreibt den Inhalt wie folgt: „Die Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb sind Weltkulturerbe, die ganze Welt spielt Ravensburger, der weltweit höchste Kirchturm steht in Ulm, die Schwabenmetropole Stuttgart beliefert die Welt mit Autos und die Langenburger Wibele sind nicht nur das kleinste Gebäck der Welt, sondern gehören auch zum beliebtesten Naschwerk von Adelsfamilien weltweit.“ 
 
Weitere Stichworte sind die Blutritte, das Bierkrugmuseum in Bad Schussenried, Kloster und Ochsenhausen Kloster und die Öchsle genannte Dampfbahn in Oberschwaben, auf der westlichen Alb der Blautopf, das Theater Lindenhof, die Burg Hohenzollern und, darf natürlich nicht fehlen, die Outletcity Metzingen, in Stuttgart die Karlshöhe, die Weißenhofsiedlung, das Mercedes-Benz-Museum und der Cannstatter Strand und in Hohenlohe Öhringen, Schwäbisch Hall, für Jeansfreunde das Mustang-Museum in Künzelsau, die Ruine Forchtenberg und das Kloster Schöntal mit Götz von Berlichingens Grab. 
 
Soweit so kurz und so gut. Insgesamt sind es 114 Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, die in dem Buch beschrieben sind. Material also für viele gelungene Ausflüge, Lesestoff sicherlich auch für viele Stunden – die kalte Jahreszeit, in der man nicht so gerne rausgeht, steht ja bevor.
 
Zu den Autorinnen und Autoren:

Die Freie Journalistin und Autorin Ute Böttiger ist in Herrenberg geboren und aufgewachsen, seit 2004 lebt sie in Hohenlohe. Sie schreibt über Reisen, Wein und Kulinarik, im Gmeiner-Verlag erschien 2013 »Hohenlohe pur genießen« und 2016 ihr Debüt-Krimi »Friedrichsruhe«.
Notburg Geibel ist Journalistin und Autorin zahlreicher Bücher. Das thematische Spektrum ihrer Publikationen erstreckt sich von Wirtschaft über Wissenschaft bis zur Kunst. Die pensionierte Redaktionsleiterin einer lokalen Tageszeitung auf der Schwäbischen Alb ist eine begeisterte Fotografin. In Wort und Bild hat sie »Heimatkunde« ganz neu definiert.
Andrea Jenewein ist 1975 in Frankenthal geboren. Sie war in Stuttgart als freie Journalistin, Lektorin und Autorin tätig, bevor sie Redakteurin bei den Stuttgarter Nachrichten wurde Dort arbeitet sie in der Lokalredaktion, schreibt Kolumnen, Porträts, Interviews und hat mit der Serie „Meine Straße“ ihre Heimatstadt porträtiert.
Frank Rothfuß arbeitet ebenfalls als Redakteur in der Lokalredaktion der »Stuttgarter Nachrichten« und der »Stuttgarter Zeitung«.
Jochen Schmid, Jahrgang 1964, arbeitet seit vielen Jahren als Redakteur beim Fernsehen. Vor allem als Produzent beliebter Unterhaltungssendungen mit Musik und interessanten Themen und Menschen. Nicht nur beruflich hat er eine starke Affinität zum Raum Oberschwaben / Allgäu / Bodensee entwickelt. Die tiefe Verbundenheit des Autors mit dieser oberschwäbischen Landschaft und seinen Bewohnern ist auch aus jeder Zeile seines ebenfalls im Gmeiner-Verlag erschienenen Bildbandes über Oberschwaben zu spüren.
 
Ute Böttinger, Notburg Geibel, Andrea Jenewein, Frank Rothfuss, Jochen Schmid: Das Beste aus Schwaben. 256 Seiten, zahlreiche Fotos, Format 17 x 24 cm, gebunden. Gmeiner Verlag. ISBN 978-3-8392-2292-8. 20 €. Als ePub oder PDF downloaden 14,99 €.
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