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Mittwoch, 10. Mai 2023

Mascha Wörner: Fensterfunde. Den Insekten auf der Spur

 Mascha Wörner:

Fensterfunde

Den Insekten auf der Spur

 


Rieke ist allein zuhause – Erkältung auskurieren, sie hat eine Sommergrippe. Das gefällt ihr gar nicht das fühlt sich an wie Hausarrest. Aber dann stößt sie auf die große, tote Schnake unterm Fenster …

Und nach dem ersten Schreck packt Rieke das Jagdfieber: Ein Außerirdischer, ein blutrünstiger Vampir, eine Primaballerina, ein Langstreckenflieger und Goldstaub-Leichtgewichte … Seltsam, was sie da alles findet, ganz schön schräge Gestalten, diese Insekten! Manchmal könnte man direkt Angst vor ihnen bekommen, wenn man sie unter einem Mikroskop betrachtet.

Aber wirkliche ForscherInnen wollen natürlich noch mehr wissen. Dafür enthält dieses Buch grüne Sachseiten, auf denen viele spannende Insektengeheimnisse verraten werden …

Und Rieke sucht, sucht Insekten. Zusammen mit anderen Kindern. Und wie in wahrscheinlich jeder Wohnung und in jeder Umgebung – am sichersten natürlich im ländlichen Bereich – wird sie fündig. Vom Marienkäfer bis zur Pferdebremse. Die einen harmlos, von anderen wiederum möchte man nicht gestochen werden. Die Insekten werden zum Teil in Fotos, zum Teil in Zeichnungen gezeigt. So groß, wie sie selbst das beste Mikroskop den Kindern nicht zeigen kann.

Ein Buch, das Kindern die Natur nahebringen kann. Und zwar nicht in Form von niedlichen Streichelkaninchen und auch nicht in Form von riesigen, beeindruckenden und oft nur auf Bauernhöfen oder in Zoos zu findenden Tieren, sondern in Form von kleinen Tierchen, die es überall zu finden gibt, wenn man sie nur sucht. Ein Buch also, das jedes Kind eigentlich besitzen sollte.

Mascha Wörner: Fensterfunde. Den Insekten auf der Spur. 48 Seiten mit 96 Abbildungen und Illustrationen, fester Einband. verlag regionalkultur, ISBN 978-3-95505-392-5. EUR 14,90

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

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Sonntag, 8. März 2020

Frank Nischk: Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere

Frank Nischk:
Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere
Von fürsorglichen Schaben, tauchenden Libellen und boxenden Krebsen – Eine Liebe auf den zweiten Blick



Tiere, wer mag sie nicht? Es müssen aber nicht immer die süßen, kleinen Hundewelpen sein: Es gibt auch schlangen, Spinnen, Schnaken, Zecken und was da sonst noch alles kreucht und fleucht. Tiere, die nicht gerade schön und kuschelig sind, die uns sogar ärgern oder Schmerzen zubereiten.

Frank Nischk, passionierter Zoologe und Insektenliebhaber, zeigt in seinem Sachbuch »Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere« auf, wie faszinierend auch scheinbar abstoßende Lebewesen sein können.

Was hat eine Grille mit einem Streichinstrument gemeinsam? Gibt es tatsächlich Käfer, die ihre Leuchtorgane dimmen können? Und wie kann es sein, dass man Heuschrecken einer bestimmten Spezies mal mit roten, mal mit grünen Beinen findet? Nur eine Laune der Natur, oder hat die Evolution hier eine neue Art hervorgebracht?

Kakerlaken, Ameisen, Wespen und Quallen – oft sind es die unscheinbaren, die stechenden, die vermeintlich ekligen Tierchen, die uns mit ihren faszinierenden Geschichten besonders überraschen.

Frank Nischk gelingt es nicht nur, uns die staunenswerte Welt der Insekten näherzubringen, sondern manchmal sogar ein wenig Empathie für diese kleinen Tierchen zu wecken, denen manch einer eher mit Abscheu begegnet. Verblüffende Einblicke in die unbekannten Lebenswelten unterschätzter Tierarten!

Das Buch ist aber nicht wie ein Sachbuch, trocken, langweilig und gespickt mit Fakten geschrieben. Nischk versteht es, in persönlicher Erzählung aus seinem Leben seine Leser zu fangen, ja vielleicht sogar zu begeistern für manch sonst ungeliebtes Lebewesens. Man muss ja nicht gleich mit ihm schmusen wollen. Man staunt, was der Autor so alles erlebt hat mit dem Getier. Schmerzen inbegriffen. Forscherleben halt …

Und so beginnt Frank Nischk mit den ungeliebten Schaben, ja gleich mit einem ganzen Schabenjahr, wie die Überschrift der folgenden rund 60 Seiten heißt. Das nächste Hauptkapitel führt ihn und seine Leser in den Dschungel. Insgesamt ist dieses überaus lesenswerte Buch ein Plädoyer für die Tierwelt und insbesondere für die ungeliebten kleinen fiesen Tiere.

Zum Autor:
Frank Nischk, geboren 1967, studierte Biologie in Köln. Grundlage seiner Doktorarbeit sind mehrere Expeditionen in die Regenwälder Ecuadors. Dort erforschte der Zoologe das überwältigende Konzert der Tierstimmen in den artenreichen tropischen Urwäldern. Seit 2000 arbeitet er als Kultur- und Wissenschaftsjournalist, Regisseur und Autor von TV-Dokumentationen (arte, WDR, ARD) – darunter teils preisgekrönte Natur- und Tierfilme über die Unterwasserwelt am Rhein, die Nebelwälder Ecuadors und den Colorado River.
Foto: © Michael Kern

Frank Nischk: Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere. 254 Seiten, Format: 12,5 x 20,0 cm, Strichzeichnungen im Text, Hardcover mit Schutzumschlag. Ludwig Verlag, 2020. ISBN 978-3-453-28114-1. 20,00 € (D), 20,60 € (A), CHF 28,90 (empf. VK-Preis).
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Donnerstag, 31. Oktober 2019

Holger Grumt Suárez, Rolando Grumt Suárez: 111 Insekten, die täglich unsere Welt retten

Holger Grumt Suárez / 
Rolando Grumt Suárez:
111 Insekten, die täglich unsere
Welt retten



Kennen Sie die Dicke-Po-Ameise? Oder die Geflecktflügelige Ameisenjungfer, die Goldaugenbremse oder die Panda-Ameise? Falls nein, ist das auch keine Schande. Zugegebenermaßen waren mir diese mehr oder weniger possierlichen Tierchen bis dato auch unbekannt.

Bis ich dieses Buch in den Händen hielt. Nun bin ich bestens informiert und vor allem weiß ich, wo ich nachschlagen muss, wenn mal eine Frage zu den atemberaubenden, formvollendeten und überwältigenden Insekten aufkommt.

Insekten, schon immer dagewesen
Seit 400 Millionen Jahren gibt es sie. Kleine beeindruckende Kunstwerke, die unseren Planeten am Leben halten. Was wären wir ohne die Insekten? In weniger als sechs Monaten tot und die Erde voller Leichen. Schließlich gäbe es keine Lebewesen, die unsere Toten zersetzen könnten. Insekten erfüllen existenzielle Aufgaben, und sie sind die wahren Herrscher unseres blauen Planeten.

Umso dramatischer ist das Insektensterben – Stichwort „Rettet die Bienen“ (auch wenn das umstritten ist), das derzeit durch die Medien geistert und endlich im Bewusstsein der Menschen ankommt.

Jede dieser 111 Insekten hat zwei Seiten erhalten. Mindestens eine für den Text, der Rest für ein Foto. Da bleibt kaum noch eine Frage offen. Zumindest nicht für den insektenkundlichen Laien.

Zu den Autoren:
Holger Grumt Suárez studierte Hispanistik, Geschichte, Philosophie, germanistische Sprachwissenschaft, Komparatistik sowie Computerlinguistik und Texttechnologie in Gießen. Er ist Doktorand und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik der Justus-Liebig-Universität. Gemeinsam mit seinem Bruder Rolando Grumt Suárez schreibt er Geschichten. Aktuell bringen Sie die Insekten auf den Plan – die wahren Herrscher unseres blauen Planeten. Ein Buch mit 111 faszinierenden Insekten, die alles andere als lästige Ungeziefer sind, sondern kleine hochentwickelte Wunder und Kunstwerke der Natur, die uns täglich den Allerwertesten retten.

Rolando Grumt Suárez schreibt. Mal einen Roman, mal einen Krimi, mal einen Thriller, auch schon mal ein Drehbuch, ein Theaterstück oder eine Bilderbuchgeschichte, und oft auch poetisch, nach Schablone, journalistisch oder kreativ-künstlerisch. Er hat über seine Heimatinsel den Bestseller »111 Orte auf Gran Canaria, die man gesehen haben muss« geschrieben. Nun hat er sich einem hochaktuellen Thema gewidmet: den Insekten. Denn es wird höchste Zeit, dass wir endlich verstehen: Ohne Insekten geht unser Planet zugrunde – und wir mit ihm. Gemeinsam mit seinem ebenfalls insektenverrückten Bruder Holger Grumt Suárez präsentieren sie ihr erstes gemeinsames Buch aus der 111er-Reihe.

Holger Grumt Suárez, Rolando Grumt Suárez: 111 Insekten, die täglich unsere Welt retten. 240 Seiten, zahlreiche Farbfotos, Format 13,5 x 20,5 cm, Broschur. Emons: ISBN 978-3-7408-0628-6. Euro 16,95 [D] , 17,50 [AT].

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Samstag, 20. April 2019

Jan Haft: Die Wiese

Jan Haft: Die Wiese



Krabbelt doch da bereits auf dem Cover ein naseweiser Marienkäfer über einen Grashalm und stimmt genau richtig auf dieses Buch ein. „Die Wiese“, heißt es, und um nichts anderes, das aber intensiv, geht es.

Kitzelnde Gräser, leuchtende Blumen, summende Insekten: So fühlt sich eine Sommerwiese an. Jan Haft nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise in ein wahres Naturparadies, in dem Hunderte bunter Pflanzen und bizarrer Tiere leben, deren Naturgeschichte oft noch gar nicht richtig erforscht ist. Nirgendwo sonst leben mehr Insektenarten, nirgendwo sonst herrscht eine solche Farbenpracht. Und gleichzeitig ist kein heimischer Lebensraum so sehr bedroht: Etwa ein Drittel unseres Landes war einst von blühenden Wiesen bedeckt. Heute sind es noch klägliche zwei Prozent. Das mit zahlreichen Fotos bebilderte Buch weckt Begeisterung für diesen artenreichen, lebendigen Lebensraum und ist zugleich ein Aufruf zur Rettung der letzten Blumenwiesen.

Beginnend mit einem Maimorgen auf der Wiese und endend mit einem Epilog zum Herbst wird auf über 250 alles beschrieben, was man über eine Wiese wissen sollte, ja eigentlich wissen müsste. Acht Kapitel führen ein in das Thema, ergänzt durch wunderschöne Fotos. Schön ist, dass das Buch nicht im trockenen Sachbuchstil geschrieben wurde, sondern höchst lebendig und unterhaltsam, so dass man von der Lektüre richtiggehend gefesselt ist und gar nicht mehr aufhören mag zu lesen. Eine gelungene Mischung zwischen Autobiografie und Sachbuch, denn das Wissen kommt nicht zu kurz.

Schön auch die große Schrift, die das Lesen auch über einen längeren Zeitpunkt angenehm macht und nicht ermüdet. Schön ist zudem, dass man das Buch auch Kindern zu lesen geben kann, denn auch sie werden es verstehen und es interessant finden.

Das Buch wird nach höchsten ökologischen Standards (Cradle to Cradle) hergestellt und nicht in Folie eingeschweißt.

Zum Autor:
Der Biologe Jan Haft, geboren 1967, ist ein vielfach ausgezeichneter Natur- und Tierfilmer. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern auf einem Bauernhof im Isental bei München. Eine seiner Lieblingswiesen liegt gleich neben dem Hof. Sein neuer Film „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ erscheint im April 2019.
Foto: privat

Jan Haft: Die Wiese. 256 Seiten, Pappband mit Schutzumschlag, mit farbigen Abbildungen, Format: 13,5 x 21,5 cm, Hardcover. Penguin Verlag. ISBN 978-3-328-60066-4. 20,00 € (D), 20,60 € (A), CHF 28,90.
E-Book: € 15,99 [D] inkl. MwSt. CHF 19,00 * (* empf. VK-Preis)

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