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Donnerstag, 8. Juni 2023

Ausgabe 2/2023 „Alblust – Das Schwäbische Alb Magazin“

 Raus ins Grüne:

Die neue Alblust stellt sehenswerte Gärten vor

 


Aber zuerst das Wichtigste: Wie immer wird die neue Alblust sehnsüchtig erwartet, findet man doch in dem extra für die Schwäbische Alb geschaffenen Magazin jede Menge neues und interessantes über des Schwaben liebstes Mittelgebirge.

Auch dieses Mal wird ein reiches Potpourri an Themen geliefert. Vor allem aber erfährt man viel über Gärten im Land – für den Autor besonders interessant, hat er doch darüber mal ein Buch geschrieben und kennt den einen oder anderen der vorgestellten Gärten.

Gärten sind Oasen der Ruhe, Farben und Düfte – und beliebte Ausflugsziele: Zum Beispiel der im Heft vorgestellte Klostergarten Inzigkofen mit seinen historischen Pflanzen ist ebenso dabei wie der einzigartige Heckengarten in Abtsgmünd. Beide allerdings zeigen einen völlig unterschiedlichen Charakter.

Gärten also

Bei Schloss Hohenstadt in Abtsgmünd liegt einer der ältesten barocken Heckengärten Europas. Ein Teil der Hainbuchen, die dort an heißen Tagen Schatten spenden, stammt tatsächlich noch aus dem 18. Jahrhundert. Ein Besuch lohnt sich aber nicht nur wegen dieses hübschen Fleckchens Erde: Wenn Anne Gräfin Adelmann von Adelmannsfelden durch das Schloss und den Garten ihrer Familie führt, gibt es viel zu lachen.

Hohenstadt ist also eines der Ziele im Grünen in der neuen Alblust. Der einem Bauerngarten verwandte Klostergarten in Inzigkofen bei Sigmaringen ein weiteres: Er gleicht mit seinen historischen Pflanzen einem blühenden Lexikon und bietet Lebensraum für viele Tiere. Außerdem ist er eine Oase der Ruhe, Farben und Düfte für Besucher. Die Ausgabe stellt darüber hinaus weitere Gärten vor: Vom Labyrinth aus Liguster auf der Ostalb über den weitläufigen Botanischen Garten der Universität Ulm oder den mit Raritäten versehenen der Uni Tübingen bis hin zum Garten des Kunstexperten Roland Doschka bei Rottenburg, der sich bei der Gestaltung auch von berühmten Gemälden inspirieren ließ.

Und Menschen!

Ein Mensch, der von klein auf von der Natur fasziniert war, ist Dietmar Nill aus Öschingen. Längst zählt er zu den renommiertesten Tierfotografen im Land. Nach Expeditionen in die Welt liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit wieder auf der Alb.

Vom Wandern …

Der Hohenzollernweg entführt die Leser in ein verschwundenes Land: Bei der Wanderung lässt sich Aufstieg und Fall des einst souveränen Staates erkunden. Auch auf der Bierkultur-Radtour erfährt man Überraschendes aus vergangenen Zeiten: Dass etwa schon die Römer den Gerstensaft tranken und früher an vielen Orten gebraut wurde, denen man es heute nicht mehr ansieht.

… über Brauchtum in der Musik…

Das Handy der Steinzeit heißt Hirtenhorn und wurde auch auf der Alb genutzt. Manfred Stingel hat dem archaischen Instrument im Haus der Volkskunst in Balingen-Dürrwangen neues Leben eingehaucht. Yves Opizzo widmet sich in Haigerloch ebenfalls einer Kunst, die man aus der Vergangenheit kennt: Er ist Spezialist für Sonnenuhren. 

Auf viele Sonnenstunden hoffen die Macher der Heidenheimer Opernfestspiele: Der Rittersaal von Schloss Hellenstein verwandelt sich jeden Sommer in eine grandiose Open-Air-Bühne für Wagner, Verdi und andere Opern-Schwergewichte.

… bis hin zu einem Campingplatz und einem Beginenhof

Viel Zeit unterm freien Himmel verbringen auch die Menschen auf dem Campingplatz Heidehof bei Laichingen. Er bietet 900 Plätze für Jahrescamper, die oft mehrere Monate am Stück dort verbringen und die Geselligkeit schätzen. Die Gemeinschaft ist auch den Frauen wichtig, die sich in Wennenden einen Traum erfüllt haben: Sie leben zusammen auf einem Beginenhof, eine Idee, die es so schon im Mittelalter gab.

Auch Essen ist ein Thema!

Ein besonders geschmackintensives Produkt bauen Max und Szilvi Mammel in Lauterach an: Albknoblauch. Einen Teil davon verarbeiten sie selbst zu Pesto, Brotaufstrich und anderen köstlichen Dingen. Um guten Geschmack geht es auch Daniel Seywald in der Gutsgaststätte Alteburg in Reutlingen: Er ist Koch, Jäger, Falkner und seit kurzem sogar Wildsommelier.

Alblust 2/2023, Sommer 2023. 132 Seiten, reich bebildert. Erhältlich im Zeitschriftenhandel in Baden-Württemberg und bundesweit im Bahnhofsbuchhandel. Herausgeber: GEA Publishing und Media Services GmbH & Co. KG. 6,50 €

Dieter Buck

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Dienstag, 23. März 2021

Andreas Altmann: Gebrauchsanweisung für Heimat

 Andreas Altmann:

Gebrauchsanweisung für Heimat

 


„Ein flammendes Plädoyer für eine unermüdliche Beweglichkeit.“ Schrieb der österreichische Falter zu diesem außergewöhnlichen Buch. Es befasst sich mit der Heimat, eigentlich ein Begriff, unter dem alle sich etwas vorstellen können.

Aber, Vorsicht: Wer an ein Holidudeldö-Buch denkt, liegt falsch. Auch wer meint, ein Buch zu lesen, das sich theoretisch mit der Heimat befasst. Der Autor, ein preisgekrönter Schriftsteller von Rang, fasst das Thema ganz anders an.

„Die Welt ist die einzige Heimat, die wir haben.“ Andreas Altmann

Es handelt sich um die Heimat, die manche Menschen überall, in der ganzen Welt finden. Neu-Delhi, Brazzaville, Wien oder Hanoi: Auch Andreas Altmann hat schon die unterschiedlichsten Orte als Heimat erlebt.

Radikal ehrlich und voller Poesie nähert er sich einem Begriff, der so aufgeladen wie schwer zu fassen ist. Er schildert, wo auf seinen Reisen ihm Heimatverbundenheit, Heimatfreude und Fremdheit begegneten, welche Fragen zu Herkunft und Identität er sich stellt – und wie wichtig für ihn Freundschaften, Sprache, Musik sind, um sich heimisch zu fühlen.

Er erzählt von den intensivsten und intimsten Momenten unterwegs und in seiner Wahlheimat Paris, in die er immer wieder zurückkehrt. Und von der Leere der Wüste, der Einsamkeit und Stille, in der er die größte Vertrautheit empfindet.

Und so liest man dieses gleichermaßen spannende wie unterhaltsame Buch fast wie einen Roman, ja wie eine spannende Geschichte oder Krimi, bei dem man nicht aufhören kann weil man immer wissen will, wie es weitergeht.

Ein Bild von den reichhaltigen Spektrum, den weiten Reisen und den vielen „Heimaten“ des Autors gibt schon das Inhaltsverzeichnis:

Inhalt:

  • Galway
  • Deutschland
  • Sahara
  • Musik
  • München
  • Sprache
  • New York
  • Freunde
  • New Delhi
  • Heimat
  • Wien
  • FRAUEN – Männer – Liebe
  • Hanoi
  • Tiere
  • Brazzaville
  • Zen
  • Mexico City
  • Körper
  • Paris

Zum Autor:

Andreas Altmann studierte Psychologie und Jura und arbeitete in den verschiedensten Berufen, u. a. als Taxifahrer, Anlageberater, Nachtportier und Dressman. Nach einer Ausbildung und mehreren Engagements als Schauspieler lebte er in einem indischen Ashram und einem Zen-Kloster in Kyoto. Lange Reisen führten ihn durch Afrika, Asien und Südamerika. Er veröffentlichte Reportagen in Magazinen wie Geo, Stern und Merian und erhielt 1992 den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Mit Michael Martin veröffentlichte er 2002 bei Frederking & Thaler den hoch gelobten Bild- und Textband „Unterwegs in Afrika“.

Andreas Altmann ist für seine Bücher und Reportagen mehrfach ausgezeichnet worden: Neben dem renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis erhielt er den Weltentdecker-Preis in Zürich; für sein Buch „34 Tage, 33 Nächte“, das bei Frederking & Thaler erschienen ist, erhielt er den Johann-Gottfried-Seume-Preis. Bevor er mit dem Schreiben begann, studierte er Jura und Philosophie und war als Schauspieler am Münchner Residenztheater und am Wiener Schauspielhaus engagiert. Neben Büchern veröffentlicht er Reisereportagen u. a. in GEO, Stern, Mare und der ZEIT. Altmann lebt in Paris.

http://www.andreas-altmann.com/

Alle Veranstaltungen finden Sie auf der Autorenseite: https://www.piper.de/autoren/andreas-altmann-2433

Andreas Altmann: Gebrauchsanweisung für Heimat. 224 Seiten, Flexcover mit Klappen. Piper, 2021. EAN 978-3-492-27743-3. € 15,00 [D], € 15,50 [A].

Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

Dieter Buck

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Dienstag, 2. Juni 2020

Interview mit Dieter Buck

Silke Rommel: Interview 
“Dieter Buck – Wanderbuchautor
und Outdoorfan”



Veröffentlicht am 02.06.2020 in:

Foto: Thomas Rathay
 
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Mittwoch, 11. September 2019

Der beste Moment deines Lebens – 100 Reisen, die dein Leben verändern

Der beste Moment deines Lebens –   
100 Reisen, die dein Leben verändern



„Was ist der beste Moment deines Lebens?“ Mit diesen Worten beginnt Matt Philips, Autor verschiedener Lonely Planet Reiseführer, sein Vorwort zu diesem gewichtigen und außergewöhnlichen Band Reiseliteratur. Nun, das mag jeder anders beantworten.

Ob das nun die Hochzeit, die Geburt eines Kindes, eine bestandene Prüfung, das Überstehen eines Unglücks – oder eben ein Sonnenuntergang am Strand auf einer Fernreise ist: Möglichkeiten gibt es da viele.

Lonely planet hat in diesem Sammelband verschiedener seiner Autoren „beste Momente“ auf Reisen auf über 270 Seiten zusammengestellt. Und das ist interessant. Nicht nur wegen der Reisen, sondern weil man die unterschiedlichsten Antworten auf die Fragen bekommt. Unterstrichen werden die Erlebnisse durch Fotografien der Sonderklasse – man sieht, man hat es mit Profis in Wort und Schrift zu tun.

Reisen – zur Vorbereitung
Beim Planen einer Reise stellen sich verschiedene Fragen: „Wann reist man am besten wohin?“, „Wo findet man die einmaligsten Erlebnisse?“ oder „Was sind die Trend-Reiseziele des Jahres?“. Hier in diesem Bildband gibt Lonely Planet eine etwas andere Variation, um diese Fragen zu beantworten: Der beste Moment deines Lebens ist eine Sammlung von 100 Reisen bekannter Lonely Planet-Autoren und Travellern, die ihre inspirierendsten und berührendsten Erlebnisse teilen. 

Beste Momente
Zunächst beschreibt Matt Philips, Autor verschiedener Lonely Planet Reiseführer, im Vorwort seinen eigenen besten Reisemoment. Die anschließende Weltkarte gibt einen Überblick über sämtliche beste Momente, die im nachfolgenden Teil ausführlich beschrieben werden. Unterschieden werden diese nach Kultur, Umwelt, Abenteuer, Tierwelt, Geschichte und Reisen. 

Wer an die Rocky Mountains in Colorado denkt, bekommt möglicherweise Assoziationen wie Gebirge, National Park und Klettern in den Sinn. Nicht jedoch ein Erlebnis wie Cliffcamping. Der Autor dieses Kapitels, Jonathan Thompson, beschreibt jedoch ausführlich, wie ihn dieses persönliche Abenteuer nachhaltig beeinflusste. 

Einen Vulkan möchten die meisten wahrscheinlich nicht einmal aus der Ferne betrachten. Der Fotojournalist James Gabriel Martin jedoch wagt einen Flug mit dem Hubschrauber über den größten  aktiven Vulkan Japans und erlebt dabei einen Anblick, der ihm wohl immer in Erinnerung bleiben wird. 

Den Höhepunkt ihrer Reise erfährt die preisgekrönte freie Reiseautorin Emma Thompson bei der Erkundung der Königspyramiden von Meroe im Sudan. Mit ihrem persönlichem Erlebnis zeigt sie, dass der beste Moment nicht immer von langem geplant sein muss und es manchmal genügt, in die Geschichten anderer Menschen einzutauchen.

Zu jedem Kapitel und jeder Geschichte findet sich eine kurze Beschreibung des besten Moments und des Weges dorthin. Diese praktischen Informationen eignen sich auch zur Inspiration und um auf neue, unbekannte Länder zu stoßen. Die hervorragenden Fotos zeigen nicht nur, dass die Autoren ihr Handwerk verstehen, sondern illustrieren und unterstreichen das Erlebte auch bestens.

Der Bildband ermöglicht, in die Erlebnisse der einzelnen Autoren einzutauchen und sich vielleicht in der ein oder anderen Person wiederzufinden. Dies schärft den Blick auf das Neue und macht Lust, den eigenen ganz persönlichen besten Moment zu erleben.

Der beste Moment deines Lebens –  100 Reisen, die dein Leben veränder. 272 Seiten, Format 17,2 x 21,6 cm, Hardcover. lonely planet. ISBN: 978-3-8297-2688-7. Preis: € 22,90 (D)  / 24,90 (A)  / 32,50 (CH). 

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Samstag, 8. Juni 2019

Alain de Botton: Die Kunst zu reisen




Alain de Botton:
Die Kunst zu reisen
Von der Kunst des richtigen Reisens

„Kleinigkeiten können uns oft mehr entzücken als große Dinge. Dies zu wissen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erkenntnis, wie viel Gutes wir gedankenlos hinnehmen. Erleben Sie bei einer Urlaubsreise kleine Freuden mit vollem Genuss.“
 


Ist Reisen eine Kunst? Wohl kaum, denkt man sich. Jedermann kann heute zum Ballermann fliegen oder nach Ischgl, um im Schnee Ballermann zu spielen. Man kommt problemlos ans Nordkap oder nach Thailand – Reisen Kunst? Phhhh ….

Trotzdem: Reisen ist eine Kunst, die fast vergessen ist. Man bekommt bei dem Gedanken schnell Bilder vom Reisen in früheren Jahrhunderten, fein dokumentiert in Tagebüchern und Skizzenbüchen, in den Kopf.

Im besten Fall war und ist Reisen Herzensbildung, Weltläufigkeit, Weisheit. Im schlechtesten die Schlange am Abfertigungsschalter. Irgendwo dazwischen: der Reisende. Will man Reisen stilvoll erleben und diesem Ziel nahekommen, dann gilt es, nicht einfach ein paar Sehenswürdigkeiten abzuhaken sowie auf dem Liegestuhl zu lümmeln. Denn schon Kurt Tucholsky war klar: „Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudele durch die Welt. Sie ist so schön: gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben.“ 

Der Philosoph und Autor Alain de Botton hat mit „Die Kunst zu reisen“ aus der Reihe School of Life den ultimativen Reiseführer für das Reisen selbst geschrieben. Mit seiner Hilfe wird Reisen bereichernd, führt hinaus in die Welt und hinein in eine innere Reise.

Und so liegt es da, das Reisebuch. Zart in den Farben, nein, der einzigen Farbe, ein schmales Bändchen in hellblau, man traut sich kaum, es anzufassen. Das ist vielleicht auch sein einziges Manko: Es ist, sein Einband ist so verletzlich, dass er wohl keine Reise heil überstehen wird. Und während der eine die Gebrauchsspuren schätzt, sind sie dem anderen vielleicht ein Gräuel.


Das Reisen
Urlaubsreisen gehören zu den seltenen Dingen, die wir ausschließlich zu unserem Vergnügen unternehmen und bei denen wir oft – auf ganz unterschiedliche Weise – kläglich scheitern. „Unsere vornehmste Aufgabe, die Suche nach Weisheit und Ausgeglichenheit (die wahren Ziele von Kunst, Zivilisation und Reisen), hat uns in die bezaubernde Welt von Sonnencreme, dunklen Brillen, Liegestühlen und schrill bunten Cocktails am Pool gebracht“, so Alain de Botton.

Wir haben verlernt zu Staunen. Reisen, so denken wir, ist doch eine simple Sache, bei der man nur etwas Geld investieren muss. Doch das wahre Reisen ist eine Kunst, die erlernt werden will. Alain de Botton hat mit „Die Kunst zu reisen“ einen Reiseführer ins eigene Ich geschrieben. Sein im wahrsten Sinne des Wortes philosophisches Buch hilft nicht nur auf der Suche nach dem richtigen Urlaubsort und erklärt, was man alles unternehmen kann, wie man unauslöschliche Momente schafft und warum Hotelzimmer so befreiend wirken können. Es leitet vor allem an zum Abenteuer des Entdeckens.

Was will uns der Philosoph zum Reisen sagen?
In einer Reihe liebevoll geschriebener Essays lehrt de Botton, die schönsten Erfahrungen unseres Lebens besser zu verstehen und endlich zu genießen.

Dazu hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: Das neue Buch aus der Reihe School of Life gibt einem die Gelegenheit, eigene Gedanken und Beobachtungen aufzuschreiben. Jedem Essay folgt ein Quiz oder eine praktische Übung, die Klarheit darüber verschafft, an welchem Punkt der eigenen inneren Reise man sich gerade befindet. Viel Freiraum wurde gelassen, eigene Gedanken, Erinnerungen, wichtige Erlebnisse oder Schlussfolgerungen aufzuschreiben.

„Exotik“ findet man nicht unbedingt an gemeinhin als exotisch bezeichneten Orten. Sie kann uns überall überraschen, sei es am Wegesrand, in einem Vorort von Yokohama oder in einem Dorf in Bayern. Im Genießen der kleinen Momente, im Innehalten liegt die Kunst. „Trotz all dem Gerede über Globalisierung bleibt es zum Glück überall auf der Welt faszinierend unterschiedlich“, so Alain de Botton. Und er rät: „Folge einem Pfad, wandere freier durch die vernachlässigten Regionen deiner inneren Landschaft nach Hause.“ Nur zu gerne nimmt de Botton seine Leser mit auf genau diese Reise. 
 

Kurze Essays, leicht und doch mit Tiefgang
Und so flattert der Geist des Reisenden vermutlich bereits zu Hause von Essay zu Essay. Alle kurz gefasst und vom Thema her  mit Selbstverständlichkeiten befasst: „Wie wähle ich mein Urlaubsziel“, „Hübsche Städte“, „Verärgerung zerstört den schönsten Urlaub“, „Falsche Vorstellungen“, sind nur einige der Titel der Geschichten. Nichts Hochtrabendes also. Aber absolut lesenswert, wie der Autor in die Geschichten einsteigt, was er dazu zu berichten weiß.

Beispiele aus den 30 Essays:
  • Wie wähle ich mein Urlaubsziel?
  • Was ist eigentlich „Exotik“?
  • Ist Sonne wichtig?
  • Die Annehmlichkeiten des Flughafens
  • Der Wunsch, mit Fremden zu sprechen
  • Das kleine Restaurant
  • Zeichnen statt Fotografieren
  • Urlaub zu Hause

Als kleiner Gimmick ist auf der letzten Seite ein Umschlag eingeklebt, in den man alles hineinstecken kann, was einen an die Reise erinnert, was einem vielleicht lieb und teuer war.

Und immer wieder findet man leere Seiten, die man selbst mit eigenen Gedanken, vielleicht sogar mit einer Zeichnung, füllen kann. Insofern ist es kein Lesebuch, sondern eine Art Tage- und Skizzenbuch, das mit einer Reise abgeschlossen ist und danach ruft, es später wieder in die Hand zu nehmen. Und so schließt sich der Kreis, denn die Reisenden früherer Jahrhunderte machten genau dasselbe auf ihren Reisen, nur halt viel intensiver und planmäßiger.

Zum Autor:
Alain de Botton, 1969 in Zürich geboren, verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Der studierte Philosoph und Bestsellerautor („Wie Proust Ihr Leben verändern kann“) möchte dem modernen Menschen helfen, glücklich, zielstrebig und kreativ zu werden – kurz, ein erfülltes Leben zu führen. Seine Bücher sind in 30 Ländern erschienen. Sein weltumspannendes Unternehmen „The School of Life“, seit 2016 auch in Berlin vertreten, verfolgt eine neue Vision von Bildung und Erziehung.
The School of Life widmet sich der Entwicklung emotionaler Intelligenz, in der Überzeugung, dass unsere größten Probleme durch fehlende Selbsterkenntnis, zu wenig Mitgefühl und einen Mangel an Kommunikation entstehen. Das Unternehmen ist an zehn Orten weltweit tätig, unter anderem in London, Amsterdam, Berlin, Seoul und Melbourne. Das Team rund um Alain de Botton produziert Filme, unterrichtet, bietet Therapien an und erstellt eine Auswahl an Produkten zur geistigen Weiterentwicklung.

Alain de Botton: Die Kunst zu reisen. Von der Kunst des richtigen Reisens. 132 Seiten, Format 14,2 x 19,6 cm, Bindung: Hardcover. Süddeutsche Zeitung Edition. ISBN 978-3-86497-505-9. 16,00 € (D) / 16,50 € (A).
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

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