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Samstag, 30. März 2019

Johan Tell: En Cyclo Pedia

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Johan Tell:  
En Cyclo Pedia



Fahrradfahren war lange Zeit verpönt, war was für arme Leute, die sich kein Auto leisten können. Das ist aber schon Jahrzehnte her, seltsamerweise direkt nach der Zeit, als nach dem letzten Krieg zu den größten Reichtümern, die Mensch haben konnte, ein Fahrrad zählte.

Dann aber kamen von Amerika die Mountainbikes. Dazu die bunten Klamotten der Fahrer, stylische Brillen und Sturzhelme. Von einer gewissen Rücksichtslosigkeit beim Bergabfahren wollen wir hier mal gar nicht reden.

Jedenfalls ist seit dieser Zeit, und das ist sicher auch schon drei Jahrzehnte her, das Radfahren en vogue. So sehr, dass es Räder gibt, für deren Preis sich andere einen nur leicht angebrauchten Kleinwagen kaufen …

Unser Leben auf dem Fahrrad
Rad fahren also. Egal wie man es nach der Rechtschreibreform schreibt. Und egal ob wir für Rennrad, Mountainbike oder Klapprad brennen, ob wir von einer Alpenüberquerung mit dem Fahrrad träumen oder einfach nur am Wochenende in den Biergarten radeln: Johan Tell, der alte Schwede, kennt und liebt Menschen wie uns.

In seinem Buch hat er wunderbare Einblicke in die Welt des Fahrradfahrens gesammelt - für alle Fahrrad-Liebhaber da draußen:
- von Einstein bis Alfonsina Strada: Berühmte Sportler und Menschen, von denen wir noch gar nicht wussten, dass sie Fahrräder liebten
- Asphalttätowierung und Bacon: Begriffe, die nur Radfahrer verstehen können
- Radrennen und Bike in Tweed: Berichte von Events für Fahrrad-Fans
- Radelnder Schulbus und Alley Cat: mit dem Fahrrad in Städten unterwegs
- eine Schatzkammer voller Anekdoten, amüsanter Fakten und wahrer Geschich-ten über das Radfahren

Von Beinrasur und Bergwertung bis Fahrradautobahn und Helmmode: Das Fahrrad hat alle Lebensbereiche erobert. Doch warum fahren wir überhaupt Fahrrad? Radeln ist für die einen Freiheit, für die anderen einfach nur praktisch. Wieder anderen dient es dem inneren Ausgleich oder dem knallharten Wettkampf. Und für manche ist es ein politisches Statement oder auch purer Lebensstil.

Das Buch mit seinen Themen ist alphabetisch geordnet. Das erscheint am Anfang eines solchen Buches zwar etwas seltsam. Wenn man sich aber mal daran gewöhnt ist es kein Problem. Man nimmt es als Lesebuch, und bei den vielen interessanten Themen ist die Art der Gliederung letztendlich auch egal.

Setz mich auf ein Fahrrad, dann wird alles gut
Johan Tell, Fahrradenthusiast und wandelndes Fahrradlexikon, kennt alle Gründe für die Fortbewegung auf zwei Rädern. Vor allem weiß er, was alle Radfahrer eint: Leidenschaft und Liebe.
Von der Erfindung des Rades über Todessplit bis zu Kulträdern von Bianchi findet jedes nur erdenkliche Stichwort in seinem Buch seinen Platz. Das macht »En Cyclo Pedia« zum neuen Lieblingsbuch für Fahrradenthusiasten und zu einem perfekten Geschenk für alle Radfahrer!

Zum Buch:
Nicht verschweigen darf man auch nicht die schöne Gestaltung des Buches mit lockenden und animierenden Grafiken. Eines möchte ich vor lauter Begeisterung für das Buch und seinen Inhalt aber auch nicht verschweigen: Mit dem Einband hat man sich in keine großen Unmkosten gestürzt. Da selber Bücherschreiber und mit dem Metier vertraut verstehe ich das zwar. Aber: Zweimal durchgeblättert und der schöner Einband ist dahin. Das ist zwar für ein Buch als Gebrauchsgegenstand ok – aber ist ein Buch ein Gebrauchs- (sprich Verbrauchs-)gegenstand? Nein und dreimal Nein höre ich da die Bibliophilen rufen. Soweit gehe ich zwar nicht, ewig schade ist es aber schon wegen der gebrauchsspuren, die leider allzu schnell zu sehen ist.

Trotzdem: Maßgeblich ist der Inhalt, und der ist mehr als spitze.
 
Zum Autor:
Johan Tell ist ein schwedischer Journalist und Autor. Er hat 18 Jahre lang für die Zeitschrift »Vagabond« Reisereportagen geschrieben und bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Darüber hinaus engagiert er sich in Umweltthemen und hält Vorträge. Eigentlich aber dreht sich bei ihm alles ums Fahrradfahren – ganz nach dem Motto: Nur auf zwei Rädern bin ich wirklich Mensch.
 
Johan Tell (übersetzt von Alexander Sitzmann): En Cyclo P, Deutschland: 24.00 EUR, Schweiz: 33.90 CHF* (* empfohlener VK-Preis).
E-Book: ISBN-13 9783710950865. Österreich: 18.99 EUR, Deutschland: 18.99 EUR, Schweiz: 27.00 CHF* (* empfohlener VK-Preis).

Dieter Buck
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Mittwoch, 22. März 2017

Johann-Günther König: Fahrradfahren

Johann-Günther König: Fahrradfahren



00 Jahre Fahrrad - es gibt nicht nur eine große Ausstellung zu diesem Thema in Mannheim, es gibt auch einige Publikationen dazu. Johann-Günther Königs Buch aus dem Reclam-Verlag reiht sich kongenial ein in die Reihe der „Gratulanten“

Eine geniale Maschine wird 200
Am 12. Juni 1817 startete der Freiherr Drais von Sauerbronn die erste Ausfahrt mit der selbstkonstruierten »einspurigen Laufmaschine«, der nach ihm benannten »Draisine«. Das Fahrrad war erfunden, sah allerdings noch etwas anders aus als heute. Bis zum Kettenantrieb mit Pedalen dauerte es nämlich eine Weile, aber dann kam die Sache richtig in Schwung – und der hat seither nicht nachgelassen.

Heute erlebt das Fahrrad seinen neuesten Boom im Zeichen von vernetzter und nachhaltiger Mobilität.

Johann-Günther König erzählt die Erfolgsgeschichte dieses seinerzeit revolutionären Beförderungsmittel unter Berücksichtigung der vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekte. Nach einer relativ kurzen Periode, in der das Fahrrad eher als Beförderungsmittel für Leute, die sich kein Auto leisten konnten, angesehen wurde, erlebte es mit dem Überschwappen der Mountainbikebewegung aus den USA ein Revival, das seinesgleichen sucht.

In Folge wurde Rad fahren beliebter und beliebter. Nicht nur das Mountainbiken, auch Radfernreisen, Spezialräder wie „Bonanzaräder“ für den radelnden Nachwuchs, Liegeräder und vieles mehr trugen zur Beliebtheit bei. Die Umweltwelle, das Aufkommen der Grünen, neue, umweltfreundliche Verkehrskonzepte oder wenigstens die Anfänge dazu, taten ihr Übriges. E-Bikes und Pedelecs sind die neuesten Renner, die die Gewissheit verschaffen, dass das Rad fahren nicht auf sein Ende zu geht, sondern vielleicht erst in seinen besten Jahren ist und noch eine große Zukunft vor sich hat.

In diese Entwicklung passt Königs Buch bestens hinein. Denn wer weiß, welche Geschichte sein Rad hat, weiß sein aktuelles Gefährt noch mehr zu schätzen. Die Umwelt und die eigene Gesundheit werden es danken.

König hat sich tief in die Geschichte des Rad fahrens eingearbeitet. Das ist auch gut so, denn Platituden liest man oft genug, da ist es gut, wenn man gut recherchierte Hintergrundinformationen erhält.

Nützliche Informationen über die Funktionsweise des Rads, das Zubehör und Erste Hilfe bei Pannen und Problemen runden das Buch ab.

Einblick in den Inhalt:

  • Schnell-Check
  • Eine geniale Maschine
  • Radfahren mit politischem Rückenwind
  • Karl Drais oder: Urknall der individuellen Mobilität?
  • Das exklusive Vergnügen von Pedalrittern
  • Werktäglicher Stoßverkehr
  • Zweiradtour ins Zeitalter der vernetzten Mobilität
  • Bauteile, Zubehör und Problemlösungen

Zum Autor:
Johann-Günther König, geb. 1952, ist Verfasser zahlreicher Sachbücher zu kulturhistorischen und politökonomischen Themen; bei Reclam erschien u.a. „Zu Fuß. Eine Geschichte des Gehens“.

König, Johann-Günther: Fahrradfahren. Von der Draisine bis zum E-Bike. Originalausgabe. 235 Seiten, 17 Abbildungen. Gebunden,  Format: 12 x 19 cm. Reclam, 2017. ISBN: 978-3-15-011098-0. 19,00 €
E-Book: ISBN: 978-3-15-961234-8. 17,99 €
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.


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